Abusir

Vielen Dank an Spielteufel für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : Spielteufel
Autor : Marion und Andreas Dettelbach
Grafik : Andreas Dettelbach
Spieleranzahl : 3-5 Spieler
Alter : ab 10 Jahren
Dauer : 90 min.
Erscheinungsjahr : 2005
 
Spielart: Aktions- und Mehrheitenspiel

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Abusir von Spieleteufel

Das Spielmaterial
1 grosser Spielplan mit 6 Hindernissen - 1 Pyramidentafel - 93 Pyramidensteine in 3 Farben und in unterschiedlicher Grösse - 1 Zugvorrichtung - 6 Boote - 5 Aktions-Pyramiden - 5 Steineschlitten - 15 Arbeiterfiguren - 30 Spielmarker - 1 Spielanleitung

Ziel des Spieles ist es, selber Pyramiden zu errichten und durch möglichst häufige Beteiligung am Pyramidenbau Punkte zu sammeln.

Schauen wir uns dazu erst einmal das Din A3-grosse Spielbrett an: Am Rand des Brettes sehen wir den Flusslauf des Nils, auf dem Boote drei verschiedene Arten von Baumaterialen ins Landesinnere bringen. Auf dem Rest des Planes sind bereits 7 Bauplätze vorgegeben, auf denen später die Pyramiden errichtet werden. Diese Bauplätze sind durch Wege miteinander vernetzt, auf denen sich die Arbeiter, die zu Beginn in ihrem Lager auf Aufträge warten, entlang bewegen.

Vor dem Spiel werden die 6 Boote auf den Feldern des Flusslaufes plaziert, die Spielerschlitten werden an die entsprechenden Anlegestellen gestellt. Nun werden die Pyramidenteile nach Farben getrennt und neben den Verladestationen bereit gelegt. Die Spieler wählen gemeinsam jeweils 10 Bauteile jeder Farbe aus und verteilen diese dann gleichmässig auf die Boote. Ausserdem erhält noch jeder Spieler eine Aktions-Pyramide, mit der man im späteren Spielverlauf eine zusätzliche Aktion durchführen kann.

Gespielt wird reihum. Der aktive Spieler hat dabei immer die Möglichkeit zwei beliebige der drei nachfolgenden Aktionen durchzuführen.

Beladen: Damit ein Schlitten beladen werden kann, muss er an einem Anlegesteg stehen, an dem sich auch ein Boot mit Pyramidenteilen befindet. Von dem eigenen Boot, darf der Spieler bis zu drei neue Teile auf seinem Schlitten plazieren, von fremden Booten nur zwei Teile. Die maximale Ladekapazität eines Schlittens beträgt zu jeder Zeit 5 Pyramidenteile. Befinden sich auf zwei Booten keine Bauteile mehr, so werden alle Boote ein Feld nach vorne gezogen. Verlässt ein Boot dabei den Spielplan, so wird es auf das hintere freie Feld wieder eingesetzt. Der aktive Spieler belädt nun wieder alle Boote die an einem Steinbruch stehen und führt danach seine Aktion fort.

Bewegen: Um einen Schlitten zu bewegen wird eine Zugvorrichtung mit einem Seil benutzt. Das Seil wird mit dem Schlitten verbunden und die Zugvorrichtung an eine beliebige Spielfeldkante gestellt. Nun kann an dem Seil gezogen werden, wodurch sich der Schlitten vorwärts bewegt. Der Spieler darf die Bewegung dabei einmal unterbrechen, die Zugvorrichtung komplett neu ausrichten und danach den Schlitten erneut bewegen. Erreicht der Schlitten einen Anlegeplatz, so darf er danach neu plaziert werden werden, muss aber weiter an Anlegeplatz stehen. Bereits sich auf dem Spielplan befindendliche Bauteile dürfen nicht berührt werden. Gegnerische Schlitten und die aufgeklebten Hindernisse dürfen in Gegensatz dazu berührt werden, dieses kann manchmal sogar hilfreich sein. Fallen während der Bewegung Steine vom eigenen Schlitten, so kommen diese in den allgemeinen Vorrat zurück, die Bewegung darf fortgesetzt werden.
Hat der Spieler eine Aktionspyramide so kann er diese abgeben und dafür sogar insgesamt drei beliebige Aktionen durchführen. Hat der Spieler keine Aktionspyramide und verzichtet auf eine Aktion, führt also nur genau eine Aktion durch, so erhält er eine Aktionspyramide zurück. Ein Spieler kann zu keiner Zeit mehr als eine Aktionspyramide besitzen.

Wird während des Spiels eine Pyramide vervollständigt, so erfolgt sofort eine Zwischenwertung. Dabei erhalten die Spieler mit den meisten/zweitmeisten/drittmeisten Pyramidenteilen in der Pyramide 6/4/2 Punkte. Einen weiteren Punkt erhält der Spieler der den letzten Stein gebaut hat. Sollten alle sichtbaren Würfel der Pyramide die gleiche Farbe haben, so erhält jeder am Bau beteiligte Spieler noch drei weitere Punkte.

Das Spiel endet , wenn 5 Pyramiden komplett erbaut worden sind, wenn ein Boot durch Bauteile eines Steinbruches nicht mehr vollständig beladen werden kann oder wenn kein Pyramidenteil mehr regelkonform mehr eingebaut werden kann. Nun erfolgt noch eine Schlusswertung, in der noch alle nicht vervollständigten Pyramiden gewertet werden. Ähnlich der Zwischenwertung erhalten nun die drei Spieler mit den meisten Bauteilen in der jeweiligen Pyramide noch 3/2/1 Punkte gutgeschrieben. Der Spieler mit den meisten Punkte gewinnt dieses Spiel und darf sich fortan "Bester Baumeister der Pharaonen" nennen.
(Superfred 17.12.05)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Spielteufel

Superfred vergibt 8 von 10 Punkten:
"Abusir" ist ein wirklich tolles Spiel welches von einer sehr intensiven Atmosphäre lebt. Auch wenn es sicherlich richtig ist, dass die beiden Spielmechanismen "Geschicklichkeitsspiel" und "Mehrheitenspiel" für sich alleine nicht wirklich neu sind, durch die Kombination, wie hier beide Arten miteinander verstrickt worden sind kann durchaus überzeugen. Dazu trägt ebenfalls das wirklich hervorragende und thematisch passende Spielmaterial bei. Die riesige Spieleschachtel ist gefüllt mit schön gestaltet Booten und Schlitten und einer Vielzahl an Holz-Bauteilen. Das alles hat aber auch seinen Preis. "Abusir" ist beim direkt bei Verlag für 49 Euro zu erhalten, bietet dafür aber auch rund 90 Minuten Unterhaltung pur. Dabei spricht das Spiel sowohl Gelegenheitsspieler an, die einfach nur Spass haben, die Schlitten zu beladen und zu bewegen um dann Pyramiden zu bauen, aber auch die Freaks, die genauestens kalkulieren, wann man am besten welche Art von Bauteil aufnimmt oder wo man seinen Schlitten optimal abparkt um die Mitspieler zu behindern. "Abusir" gehört somit für uns zu den wenigen positiven Überraschungen der SpieleMesse 05. Sofern möglich, unbedingt mal ausprobieren!

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