Age Of Steam 2nd Printing
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Das Spielmaterial
1 Spielplan - 1 Anzeigetafel Güter/Aktionen - 1 Anzeigetafel
"Einkommen" - 8 Plättchen "Neue Großstadt" - 136
Streckenplättchen - 96
Güterwürfel -120 Lokomotiven - 36 Holzplättchen -
Spielgeld - 1
Rundenmarker - 6 Würfel - 1 Spielregel |
In diesem Spiel werden die Spieler
die Rolle von Eisenbahnbaronen
übernehmen, die untereinander um die lukrativsten Strecken und
Güter kämpfen, um schließlich das Spiel zu gewinnen:
Und das wird nur dem mächtigsten Eisenbahnbaron gelingen.
Zunächst
einmal muss das Spiel
aufgebaut werden: Die
Güterquader werden in einer Tasse o.ä. gemischt. Danach
werden die Güterwürfel auf der Gütertafel aufgebaut,
außerdem werden die Städte mit ihren jeweiligen
Anfangsgütern bestückt (Pittsburgh/Wheeling 3, alle anderen
Städte 2). Jeder Spieler erhält einen Satz
Holzplättchen und die Lokomotiven in seiner Farbe. Ein
Holzplättchen wird auf die Siegpunktleiste
gestellt, eines auf das Feld "Engine Track", eines auf das erste Feld
der Aktienanzeige, eines wird noch für die Spielerreihenfolge
benötigt und ein letztes zum Anzeigen der gewählten Aktion.
Da jeder Spieler automatisch am Anfang des Spiels zwei Aktien
ausgegeben hat, erhält jeder 10 Dollars Startkapital. Der
Rundenmarker wird auf die 1 gesetzt und das Spiel geht los: Jede Runde
besteht aus verschiedenen Phasen. Jede Phase wird von jedem Spieler
durchgespielt, erst danach folgt die nächste Phase.
Zuerst einmal kann
jeder Spieler
Aktien ausgeben. Pro
ausgegebener
Aktie erhält ein Spieler 5 Dollars Barkapital. Es gilt jedoch zu
bedenken, dass für die Aktien Steuern bezahlt werden müssen
und dass es am Ende des Spiels Minuspunkte für ausgegebene Aktien
gibt. Es können maximal 15 Aktien ausgegeben werden.
Danach folgt das
Bieten um die
Spielerreihenfolge. Der erste
Spieler
nennt eine Summe die er bereit ist, für die Position als
Startspieler zu zahlen, die anderen folgen reihum. Dabei muss immer
überboten werden. Wer aussteigt, ist automatisch draußen.
Interessant ist hierbei, dass die beiden ersten Spieler den vollen
Betrag zahlen müssen, den sie geboten haben. Die anderen Spieler
zahlen die Hälfte des von ihnen gebotenen Betrages. Effektiv muss
also nur der Spieler nicht zahlen, der als erster ausgestiegen ist. Die
Reihenfolge wird dementsprechend auf der Anzeigetafel ausgelegt.
Beginnend mit dem
Startspieler darf
sich nun jeder Spieler eine
Sonderaktion aussuchen, indem er sie mit einem Plättchen seiner
Farbe markiert. Er hat (evtl.)
die Wahl zwischen "First Move"
(darf als
erster Güter bewegen), "First Build" (darf als erster Spieler
bauen), "Engineer" (darf vier statt nur drei Streckenplättchen
bauen),
"Locomotive" (setzt seinen "Engine Level" um 1 Punkt hoch),
"Urbanization" (darf eine neue Großstadt auf ein Feld mit einem
großen weißen Kreis setzen), "Production" (darf zu Beginn
der Runde zwei Güterwürfel aus der Tasse auf die Anzeigetafel
für das Güterwachstum legen) und "Turn Order" (der Spieler
darf in der nächsten Bietrunde um die Spielerreihenfolge einmal
passen, kann danach aber wieder in die Bietrunde einsteigen).
Die dritte Phase
ist der Streckenbau.
Es fängt immer der Spieler
an, der die Aktion "First Build" gewählt hat, danach folgen die
anderen Spieler in der Spielerreihenfolge. Ein Spieler kann maximal 3
Streckenplättchen bauen. Die auf ebenem Gelände kosten 2
Dollars,
über einen Fluss 3 Dollars, auf einen Berg 4 Dollars. Komplexere
Streckenplättchen, die z.B. Strecken nebeneinander herführen
(ACHTUNG: Der alte Streckenverlauf muss immer erhalten bleiben!) kosten
ebenfalls 3 Dollars. Für das Überbauen einer Stadt mit
weißem Kreis wird soviel Geld fällig, wie Gleise in die
Stadt hinein- und hinausführen. Neue Großstädte und die
bereits bestehenden Großstädte werden niemals überbaut,
sondern können von allen Seiten angeschlossen werden. Ein Spieler
fängt mit dem Bau grundsätzlich an einer Stadt oder an einem
bereits bestehenden Streckenteil an. Wenn eine Strecke allerdings nicht
an einer Stadt endet, muss der Spieler an dieser Strecke in der
nächsten Runde weiterbauen, ansonsten verfällt die Strecke
und gehört keinem mehr. Gebaute Strecken werden mit einer
Lokomotive des besitzenden Spielers markiert. Verbindungen
zwischen zwei Städten werden "etablierte Verbindungen" genannt.
Man muss nicht bauen und muss auch nicht alle 3 Streckenplättchen
bauen.
In der vierten
Phase werden dann die
Güter verschoben. Hier
beginnt immer der Spieler der die Aktion "First Move" gewählt hat,
alle anderen Spieler folgen entsprechend der Spielerreihenfolge.
Güterwürfel können dabei aus einer Stadt in jede Stadt
verschoben werden, die der Farbe des Güterwürfels entspricht.
Dabei werden die "etablierten Verbindungen" genutzt. Ein Spieler kann
dabei max. soviele Verbindungen nutzen, wie sein "Engine Track" angibt:
Die Stufe des "Engine Track" entspricht der max. Anzahl an "etablierten
Verbindungen", die ein Spieler nutzen kann. Für jede "etablierte
Verbindung" die bei dem Verschieben von Gütern genutzt wird,
erhält der besitzende Spieler 1 Punkt auf der Siegpunktleiste.
Haben alle Spieler einen Güterwürfel bewegt, kann noch ein
zweiter Güterwürfel bewegt werden. Zu beachten ist immer,
dass jede Stadt nur einmal angefahren werden kann. Alternativ dazu kann
aber auch eine der beiden Runden benutzt werden, um seinen Engine Track
jeweils um 1 Feld hochzusetzen.
In der 5. Phase
erhält dann
endlich jeder das langersehnte Geld -
von dem man eigentlicht nie genug hat. Man erhält pro Feld auf der
Siegpunktleiste einen Dollars. Davon müssen allerdings noch die
laufenden Kosten abgezogen werden: Es ist jeweils 1 Dollars für
jede ausgegebene Aktie zu entrichten, dazu kommen noch die Kosten
für den "Engine Track": Pro Stufe wird dabei die entsprechende
Summe Dollars fällig. Zum guten Schluss erfolgt noch eine
Einkommensminderung: Diese ist auf der Siegpunktleiste abzulesen.
Für jeden (farblich hervorgehobenen) Abschnitt müssen die
Spieler, die sich dort befinden, eine bestimmte Anzahl von Feldern
zurückgehen.
Danach gibt es
noch neue
Güterwürfel:
Für jede Seite
werden Würfel entsprechend der Spieleranzahl geworfen, die den
Zahlen entsprechenden Städte erhalten dann jeweils pro Würfel
den obersten Güterwürfel in der entsprechenden Spalte. Danach
fängt die nächste Runde an.
Das Spiel endet
nach einer
festgelegten Anzahl von Runden
- je nach
Anzahl der Mitspieler. Dann folgt die Schlussabrechnung: Pro Feld auf
der Siegpunkteleiste gibt es drei Punkte, pro gebauter Streckenkachel
in "etablierten Verbindungen" gibt es einen Punkt. Für Bargeld
gibt es keine Punkte. Allerdings müssen davon noch die
ausgegebenen Aktien abgezogen werden. Pro Aktie werden 3 Minuspunkte
abgezogen. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.
(Troudi 22.10.09)
Troudi vergibt 9 von 10
Punkten:
Grundsätzlich ist "Age of
Steam 2nd Printing" eine neue Ausgabe des Originalspiels von Martin
Wallace in seinem eigenen Verlag aus dem Jahr 2002. Grundsätzlich
hat das Spiel keine Änderungen erfahren, allerdings ist die
Überarbeitung des Spiels gründlich gewesen: Erstens ist die
Anleitung komplett umgeschrieben worden und ist jetzt leicht
verständlich und durch zahlreiche Beispiele auch schnell zu
verstehen. Der Spielplan ist optisch ansprechender und auch die
Lokomotiven auf dem Spielplan anstatt der Holzwürfel der Spieler
machen einfach einen besseren Eindruck. Mit den schönen
Geldscheinen im Dollar-Design wurden auch die unattraktiven
Plastikmünzen aus dem Grundspiel ersetzt, so dass mit "Age of
Steam 2nd Printing" tatsächlich eine optisch wesentlich
ansprechendere Version vorliegt. Ansonsten spielt sich das Spiel wie
immer - und das ist auch gut so: Die Spieler müssen gründlich
planen, wo sie bauen wollen und welche Strecken sich rentieren. Dabei
sind vielerlei Faktoren wichtig, grundsätzlich immer in der
Reihenfolge der Spielphasen: Zunächst muss entschieden werden, wie
viele Aktien man ausgeben will. Dabei muss man natürlich immer den
Punktabzug für ausgegebene Aktien im Hinterkopf haben. Danach geht
es dann um die Spielerreihenfolge, wobei eine gute Positionierung
wichtig ist, wenn man mit mehreren Spielern um bestimmte
Spielplanfelder zwecks Bebauung oder bestimmte Städte zwecks
Warenabtransport konkurriert. Dementsprechend ist dann auch das
Aktionsplättchen zu wählen, wobei hier sogar mal der
Startspieler ein "First Move" nehmen kann, um seinen eigenen Zug
abzusichern. Das passiert eben in diesem Spiel. Der Streckenbau sollte
möglichst so passieren, das man lukrative Städte (aufgrund
des Wachennachschubes kann man erkennen, welche Städte sich auch
in Zukunft noch rentieren werden) anschließt und auch wirklich
Waren transportieren kann - denn dafür gibt es schließlich
Einkommen und am Ende auch Siegpunkte. Beim Warentransport sollte man
ruhig auch mal auf den Transport einer Ware verzichten, wenn diese
nicht akut durch einen Mitspieler gefährdet wird, wenn man durch
eine spätere zusätzliche Verbindung eine weitere Entfernung
zurücklegen kann. Alternativ kann man ja auch noch den "Engine
Level" erhöhen - allerdings ist der Nichttransport einer Ware
natürlich immer mindestens ein Einkommenspunkt, den man in dieser
Runde nicht macht. Diese einzelnen Überlegungen muss man dann
natürlich noch auf die entsprechende Spielsituation abstimmen,
wenn man das Spiel gewinnen will. Insgesamt ist "Age of Steam 2nd
Printing" ein einfach zu erklärendes und doch recht
anspruchsvolles Spiel, das mit zu den besten Spielen des
Eisenbahngenres gehört. Das Spiel kommt aber durch die niedrige
Einstiegshürde eigentlich für alle Spielertypen in Frage. Der
Kauf der neuen Ausgabe lohnt sich also, auch wenn man schon die alte
Ausgabe hat, denn durch das Material erhöht sich auch der
Spielspaß (man kann auch neue Spieler durch das interessantere
Material gewinnen) und die Anleitung erleichtert doch die Klärung
von Unklarheiten. Auf der Messe ist das Spiel bei Fred Distribution in
Halle 10, Stand 53 erhältlich, wird aber in Deutschland
später (wenn auch zu einem höheren Preis) wohl noch in
einigen Internetshops zu haben sein.
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