Age Of Steam 2nd Printing

Vielen Dank an Fred Distribution für die ein Rezensionsexemplar!

Auf einen Blick:
Verlag : Fred Distribution
Autor : Martin Wallace
Spieleranzahl : 3-6 Spieler
Alter : ab 13 Jahren
Dauer : 120-180 min
Erscheinungsjahr : 2009

Spielart: Eisenbahn- / Taktikspiel

Auszeichnungen:
DSP Platz 16 2003

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Age of Steam 2nd Edition von Fred Distribution

Das Spielmaterial
1 Spielplan - 1 Anzeigetafel Güter/Aktionen - 1 Anzeigetafel "Einkommen" - 8 Plättchen "Neue Großstadt" - 136 Streckenplättchen - 96 Güterwürfel -120 Lokomotiven - 36 Holzplättchen - Spielgeld - 1 Rundenmarker - 6 Würfel - 1 Spielregel

In diesem Spiel werden die Spieler die Rolle von Eisenbahnbaronen übernehmen, die untereinander um die lukrativsten Strecken und Güter kämpfen, um schließlich das Spiel zu gewinnen: Und das wird nur dem mächtigsten Eisenbahnbaron gelingen.

Zunächst einmal muss das Spiel aufgebaut werden: Die Güterquader werden in einer Tasse o.ä. gemischt. Danach werden die Güterwürfel auf der Gütertafel aufgebaut, außerdem werden die Städte mit ihren jeweiligen Anfangsgütern bestückt (Pittsburgh/Wheeling 3, alle anderen Städte 2). Jeder Spieler erhält einen Satz Holzplättchen und die Lokomotiven in seiner Farbe. Ein Holzplättchen wird auf die Siegpunktleiste gestellt, eines auf das Feld "Engine Track", eines auf das erste Feld der Aktienanzeige, eines wird noch für die Spielerreihenfolge benötigt und ein letztes zum Anzeigen der gewählten Aktion. Da jeder Spieler automatisch am Anfang des Spiels zwei Aktien ausgegeben hat, erhält jeder 10 Dollars Startkapital. Der Rundenmarker wird auf die 1 gesetzt und das Spiel geht los: Jede Runde besteht aus verschiedenen Phasen. Jede Phase wird von jedem Spieler durchgespielt, erst danach folgt die nächste Phase.

Zuerst einmal kann jeder Spieler Aktien ausgeben. Pro ausgegebener Aktie erhält ein Spieler 5 Dollars Barkapital. Es gilt jedoch zu bedenken, dass für die Aktien Steuern bezahlt werden müssen und dass es am Ende des Spiels Minuspunkte für ausgegebene Aktien gibt. Es können maximal 15 Aktien ausgegeben werden.

Danach folgt das Bieten um die Spielerreihenfolge. Der erste Spieler nennt eine Summe die er bereit ist, für die Position als Startspieler zu zahlen, die anderen folgen reihum. Dabei muss immer überboten werden. Wer aussteigt, ist automatisch draußen. Interessant ist hierbei, dass die beiden ersten Spieler den vollen Betrag zahlen müssen, den sie geboten haben. Die anderen Spieler zahlen die Hälfte des von ihnen gebotenen Betrages. Effektiv muss also nur der Spieler nicht zahlen, der als erster ausgestiegen ist. Die Reihenfolge wird dementsprechend auf der Anzeigetafel ausgelegt.

Beginnend mit dem Startspieler darf sich nun jeder Spieler eine Sonderaktion aussuchen, indem er sie mit einem Plättchen seiner Farbe markiert. Er hat (evtl.) die Wahl zwischen "First Move" (darf als erster Güter bewegen), "First Build" (darf als erster Spieler bauen), "Engineer" (darf vier statt nur drei Streckenplättchen bauen), "Locomotive" (setzt seinen "Engine Level" um 1 Punkt hoch), "Urbanization" (darf eine neue Großstadt auf ein Feld mit einem großen weißen Kreis setzen), "Production" (darf zu Beginn der Runde zwei Güterwürfel aus der Tasse auf die Anzeigetafel für das Güterwachstum legen) und "Turn Order" (der Spieler darf in der nächsten Bietrunde um die Spielerreihenfolge einmal passen, kann danach aber wieder in die Bietrunde einsteigen).

Die dritte Phase ist der Streckenbau. Es fängt immer der Spieler an, der die Aktion "First Build" gewählt hat, danach folgen die anderen Spieler in der Spielerreihenfolge. Ein Spieler kann maximal 3 Streckenplättchen bauen. Die auf ebenem Gelände kosten 2 Dollars, über einen Fluss 3 Dollars, auf einen Berg 4 Dollars. Komplexere Streckenplättchen, die z.B. Strecken nebeneinander herführen (ACHTUNG: Der alte Streckenverlauf muss immer erhalten bleiben!) kosten ebenfalls 3 Dollars. Für das Überbauen einer Stadt mit weißem Kreis wird soviel Geld fällig, wie Gleise in die Stadt hinein- und hinausführen. Neue Großstädte und die bereits bestehenden Großstädte werden niemals überbaut, sondern können von allen Seiten angeschlossen werden. Ein Spieler fängt mit dem Bau grundsätzlich an einer Stadt oder an einem bereits bestehenden Streckenteil an. Wenn eine Strecke allerdings nicht an einer Stadt endet, muss der Spieler an dieser Strecke in der nächsten Runde weiterbauen, ansonsten verfällt die Strecke und gehört keinem mehr. Gebaute Strecken werden mit einer Lokomotive des besitzenden Spielers markiert. Verbindungen zwischen zwei Städten werden "etablierte Verbindungen" genannt. Man muss nicht bauen und muss auch nicht alle 3 Streckenplättchen bauen.

In der vierten Phase werden dann die Güter verschoben. Hier beginnt immer der Spieler der die Aktion "First Move" gewählt hat, alle anderen Spieler folgen entsprechend der Spielerreihenfolge. Güterwürfel können dabei aus einer Stadt in jede Stadt verschoben werden, die der Farbe des Güterwürfels entspricht. Dabei werden die "etablierten Verbindungen" genutzt. Ein Spieler kann dabei max. soviele Verbindungen nutzen, wie sein "Engine Track" angibt: Die Stufe des "Engine Track" entspricht der max. Anzahl an "etablierten Verbindungen", die ein Spieler nutzen kann. Für jede "etablierte Verbindung" die bei dem Verschieben von Gütern genutzt wird, erhält der besitzende Spieler 1 Punkt auf der Siegpunktleiste. Haben alle Spieler einen Güterwürfel bewegt, kann noch ein zweiter Güterwürfel bewegt werden. Zu beachten ist immer, dass jede Stadt nur einmal angefahren werden kann. Alternativ dazu kann aber auch eine der beiden Runden benutzt werden, um seinen Engine Track jeweils um 1 Feld hochzusetzen.

In der 5. Phase erhält dann endlich jeder das langersehnte Geld - von dem man eigentlicht nie genug hat. Man erhält pro Feld auf der Siegpunktleiste einen Dollars. Davon müssen allerdings noch die laufenden Kosten abgezogen werden: Es ist jeweils 1 Dollars für jede ausgegebene Aktie zu entrichten, dazu kommen noch die Kosten für den "Engine Track": Pro Stufe wird dabei die entsprechende Summe Dollars fällig. Zum guten Schluss erfolgt noch eine Einkommensminderung: Diese ist auf der Siegpunktleiste abzulesen. Für jeden (farblich hervorgehobenen) Abschnitt müssen die Spieler, die sich dort befinden, eine bestimmte Anzahl von Feldern zurückgehen.

Danach gibt es noch neue Güterwürfel: Für jede Seite werden Würfel entsprechend der Spieleranzahl geworfen, die den Zahlen entsprechenden Städte erhalten dann jeweils pro Würfel den obersten Güterwürfel in der entsprechenden Spalte. Danach fängt die nächste Runde an.

Das Spiel endet nach einer festgelegten Anzahl von Runden - je nach Anzahl der Mitspieler. Dann folgt die Schlussabrechnung: Pro Feld auf der Siegpunkteleiste gibt es drei Punkte, pro gebauter Streckenkachel in "etablierten Verbindungen" gibt es einen Punkt. Für Bargeld gibt es keine Punkte. Allerdings müssen davon noch die ausgegebenen Aktien abgezogen werden. Pro Aktie werden 3 Minuspunkte abgezogen. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.
(Troudi 22.10.09)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Fred Distribution

Troudi vergibt 9 von 10 Punkten:
Grundsätzlich ist "Age of Steam 2nd Printing" eine neue Ausgabe des Originalspiels von Martin Wallace in seinem eigenen Verlag aus dem Jahr 2002. Grundsätzlich hat das Spiel keine Änderungen erfahren, allerdings ist die Überarbeitung des Spiels gründlich gewesen: Erstens ist die Anleitung komplett umgeschrieben worden und ist jetzt leicht verständlich und durch zahlreiche Beispiele auch schnell zu verstehen. Der Spielplan ist optisch ansprechender und auch die Lokomotiven auf dem Spielplan anstatt der Holzwürfel der Spieler machen einfach einen besseren Eindruck. Mit den schönen Geldscheinen im Dollar-Design wurden auch die unattraktiven Plastikmünzen aus dem Grundspiel ersetzt, so dass mit "Age of Steam 2nd Printing" tatsächlich eine optisch wesentlich ansprechendere Version vorliegt. Ansonsten spielt sich das Spiel wie immer - und das ist auch gut so: Die Spieler müssen gründlich planen, wo sie bauen wollen und welche Strecken sich rentieren. Dabei sind vielerlei Faktoren wichtig, grundsätzlich immer in der Reihenfolge der Spielphasen: Zunächst muss entschieden werden, wie viele Aktien man ausgeben will. Dabei muss man natürlich immer den Punktabzug für ausgegebene Aktien im Hinterkopf haben. Danach geht es dann um die Spielerreihenfolge, wobei eine gute Positionierung wichtig ist, wenn man mit mehreren Spielern um bestimmte Spielplanfelder zwecks Bebauung oder bestimmte Städte zwecks Warenabtransport konkurriert. Dementsprechend ist dann auch das Aktionsplättchen zu wählen, wobei hier sogar mal der Startspieler ein "First Move" nehmen kann, um seinen eigenen Zug abzusichern. Das passiert eben in diesem Spiel. Der Streckenbau sollte möglichst so passieren, das man lukrative Städte (aufgrund des Wachennachschubes kann man erkennen, welche Städte sich auch in Zukunft noch rentieren werden) anschließt und auch wirklich Waren transportieren kann - denn dafür gibt es schließlich Einkommen und am Ende auch Siegpunkte. Beim Warentransport sollte man ruhig auch mal auf den Transport einer Ware verzichten, wenn diese nicht akut durch einen Mitspieler gefährdet wird, wenn man durch eine spätere zusätzliche Verbindung eine weitere Entfernung zurücklegen kann. Alternativ kann man ja auch noch den "Engine Level" erhöhen - allerdings ist der Nichttransport einer Ware natürlich immer mindestens ein Einkommenspunkt, den man in dieser Runde nicht macht. Diese einzelnen Überlegungen muss man dann natürlich noch auf die entsprechende Spielsituation abstimmen, wenn man das Spiel gewinnen will. Insgesamt ist "Age of Steam 2nd Printing" ein einfach zu erklärendes und doch recht anspruchsvolles Spiel, das mit zu den besten Spielen des Eisenbahngenres gehört. Das Spiel kommt aber durch die niedrige Einstiegshürde eigentlich für alle Spielertypen in Frage. Der Kauf der neuen Ausgabe lohnt sich also, auch wenn man schon die alte Ausgabe hat, denn durch das Material erhöht sich auch der Spielspaß (man kann auch neue Spieler durch das interessantere Material gewinnen) und die Anleitung erleichtert doch die Klärung von Unklarheiten. Auf der Messe ist das Spiel bei Fred Distribution in Halle 10, Stand 53 erhältlich, wird aber in Deutschland später (wenn auch zu einem höheren Preis) wohl noch in einigen Internetshops zu haben sein.

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