Das ist mein Parkplatz

Auf einen Blick:
Verlag : Truant
Autor : Chris Clark
Spielanzahl : 2-6 Spieler
Alter : ab 12 Jahre
Dauer : 60-90 min.
Erscheinungsjahr : 2004
      (1999 Inner City Games Design)

Art: Würfel und Rollen-Spiel



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Das Spielmaterial
1 Spielplan - 1 Block Spielerblätter - 7 Autos - 1 Spielstein für die Uhr - 1 Spielregel

Es geht um den alltäglichen Wahnsinn auf der Straße: Die heutige Verkehrlast macht die Strassen schon eher zu einem Konfliktschauplatz, und genau das macht das Spiel auch: Es verwandelt die Straße in einen Ort des Kampfes und des Überlebens. Der letzte Überlebende gewinnt dann dementsprechend auch das Spiel.

Zunächst wäre da einmal der Spielplan: Darauf gibt es einmal das wichtigste Element des Spiels - natürlich die Straße. An den äußeren Rändern befinden sich dann die Geschäfte und andere Einrichtungen wie z.B. Polizeiwache, Krankenhaus etc.. In der Mitte befinden sich die Wohnblöcke 1-3 mit den dazugehörigen Parkplätzen. Jeder Spieler wählt nun zuerst eine Farbe und bekommt ein Spielerblatt, auf dem sämtliche relevanten Werte angegeben sind (am wichtigsten ist der Fahrzeugzustand und die Lebensenergie - ist eins von beiden komplett durchgestrichen, scheidet der Spieler aus dem Spiel aus). Danach würfelt man noch mit einem W6, bei 1-2 wohnt man in Wohnblock 1, bei 3-4 in 2 und bei 5-6 in 3. Dann wird durch Würfeln ein Startspieler bestimmt und das Spiel beginnt. Jeder Spieler macht nun folgendes:

Man würfelt. Dementsprechend viele Felder kann sich der Wagen dann fortbewegen. Man muss dabei nicht alle Felder ausnutzen, sondern kann sich auch weniger oder gar kein Feld fortbewegen. Insgesamt verbleiben folgende 5 Optionen, die man durchführen kann: 1. Anhalten bei einem Gebäude, 2. Anhalten auf einem Parkplatz, 3. Anhalten auf der Straße und Rammen eines Gegners, 4. Anhalten auf einem Straßenfeld und Angriff auf den Gegner, 5. Anhalten auf der Straße ohne weitere Aktionen. Hier gibt es jetzt mehrere Aktionen, die alle kurz erläutert werden müssen: 1. Man kann an dem Feld eines Gebäudes anhalten, das an den Straßenabschnitt grenzt, auf dem man anhalten möchte. Dazu stellt man sein Fahrzeug eben auf den Straßenrand. Erst in der nächsten Runde kann man das Gebäude sozusagen "betreten" und stellt zu diesem Zweck sein Fahrzeug darauf. Damit befindet man sich im Gebäude, und kann die dortigen Aktionen nutzen (im Waffenladen z.B. Waffenkauf, an der Tankstelle tanken, im Büro arbeiten und Geld verdienen etc.). 2. Man hält auf einem Parkplatz. Dazu stellt man sein Fahrzeug auf das dementsprechende Feld zu seinem Wohnblock (wenn man denn dort hin will), und verbringt noch die nächste Runde damit, hier einzuparken. Außerdem kann man sich ab der Runde, in der man eingeparkt hat, in seinem Wohnblock aufhalten (bis zu max. 3 Runden) und erhält pro Runde 2 Felder Lebensenergie dazu. 3. Man entschließt sich auf einem Straßenfeld anzuhalten, auf dem bereits ein Mitspieler steht. Diesen kann man dann rammen. Dies sagt man an, dann rammt man den gegnerischen Wagen; man selber muss sich 1 Fahrzeugteil wegstreichen, der Gegner dafür aber 1W6 geteilt durch 2. Außerdem wird das gegnerische Fahrzeug 1 Feld nach vorne versetzt. Auf einem Parkplatz funktioniert die Aktion genau so, allerdings kann dann eine Kettenreaktion ausgelöst werden, wenn auf dem Parkplatz vor dem gerammten Spieler ein weiterer Wagen steht, der dann wieder genauso abgehandelt wird. 4. Wenn man mit einem Gegner auf das gleiche Feld kommt, kann man ihn angreifen. Dies kann nur mit den Fäusten geschehen, aber auch mit Zusatzwaffen, die das Würfelergebnis dementsprechend modifizieren. Der Angreifer würfelt dazu mit einem W6 und teilt durch die Hälfte (evtl. abgerundet). Das Ergebnis wird nun dem Angegriffenen bzw. Verteidiger von der Lebensenergie abgezogen. Dazu kommen noch evtl. Modifikatoren von gekauften Waffen, die z.B. auch zusätzlich noch das Auto des Verteidigers beschädigen können. Der Verteidiger kann nun seinerseits einen Gegenangriff starten, da hierbei eine verzögerte Reaktion simuliert wird, muss er allerdings 2 Punkte vom Gesamtergebnis abziehen. Wird der Wert dabei negativ, richtet sich der Gegenangriff gegen ihn selber. Wenn ein Spieler keine Lebensenergie mehr hat ist er tot und scheidet aus dem Spiel aus. 5. Man muss keine der angegebenen Aktionen durchführen, wenn man mit einem gegnerischen Spieler auf ein Feld kommt, sondern kann auch ganz normal stehen bleiben.

Danach ist der nächste Spieler links vom Startspieler an der Reihe. Haben alle Spieler ihre Aktion durchgeführt, gibt es noch einige Aktionen, die alle Spieler durchführen müssen: 1. Wer sich nicht im Wohnblock befindet, muss sich 1 Punkt Lebensenergie wegstreichen. 2. Energiepunkte frei radieren, wenn man sich im Wohnblock befindet. 3. Uhrzeiger vorrücken: Der letzte Spieler würfelt und setzt den Spielstein auf der Uhrzeit dementsprechend weit vor (ist es dabei zwischen 9 und 17 Uhr kriegen die Leute die im Büro waren, für jede verstrichene Stunde dort 20 $). 4. Streicht sich jeder ein Feld Benzin, der sich in dieser Runde bewegt hat (einparken oder ins Gebäude gehen zählt nicht als sich bewegen). Hat ein Mitspieler kein Benzin mehr, muss er sein Fahrzeug zunächst zur Tankstelle schieben (kann sich beim Schieben nur noch um ein Feld pro Runde fortbewegen). 5. Jetzt scheiden auch die Spieler aus, die keine Lebensenergie mehr haben oder deren Autos komplett zerstört worden sind. 6. Der Polizeiwagen wird mittels des W6 fortbewegt. Kommt er dabei an einem Falschparker vorbei, muss dieser einen Strafzettel bezahlen und erhält einen Punkt (sind alle Punkte auf dem Spielerblatt verbraucht, muss man zum Idiotentest, der in der Polizeiwache stattfindet und stattliche 150 $ kostet). Auch verschuldete Spieler erhalten einen Strafzettel und kriegen pro 100 $ Schulden die sie (entweder bei Mitspielern oder bei der Bank) haben, einen Punkt abgezogen. Danach wird der Spieler links neben dem alten Startspieler neuer Startspieler und eine weitere Runde beginnt. Das Spiel geht, wie bereits oben erwähnt, so lange, bis nur noch ein Mitspieler übrig ist.

Es gibt außerdem noch eine ganze Reihe von Aktionen, die man in Gebäuden durchführen kann. Z.B. kann man beim Anwalt noch Erpresserfotos erwerben, kann im Gericht Mitspieler verklagen, sein Auto in der Werkstatt für 100 $ pro Teil reparierern lassen etc. etc.. Es gibt auch noch Zusatzregeln, die z.B. das Krankenhaus mit in das Spiel aufnehmen, wo man für 70 $ Lebensenergie erwerben kann; oder auch der Gebrauchtwagenhändler, wo ausgeschiedene Spieler sich für 1000 $ mit einem neuen Fahrzeug ausrüsten können.
(Troudi 7.12.04)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Truant

Troudi vergibt 4 von 10 Punkten:
Schwierig, schwierig, schwierig: Wir haben hier ein superinteressantes Grundkonzept, das schon nah an ein Rollenspiel herankommt. Das Spiel hat natürlich starke satirische Aspekte, und klingt auch bei den (doch recht unübersichtlichen) Regeln recht spannend und unterhaltend. Leider ist das aber nur der erste Eindruck, denn das Spiel an sich spielt sich leider recht zäh und kommt nicht in Schwung: Das liegt vor allem daran, daß man - auch ganz ohne irgendwas zu machen - jede Runde schon einen Lebenspunkt verliert (Vorschlag: Das evtl. weglassen, hat bei uns dann etwas besser funktioniert). Auch die ersten Aktionen kommen dann nur sporadisch vor, niemand mag so recht den Ball ins rollen bringen. Und das ist auch nicht einfach: Ständig ist irgendwer irgendwo im Gebäude, häufig zieht man mit seinem Auto allein die Runden. Auch das Handy (ruft sofort die Polizei bei Rammen/Angriff) ist nicht wirklich gut fürs Spiel: Es ist billig zu haben und man zaudert dann doch sehr, ob man einen Handy-Besitzer nun angreift oder nicht. Ingesamt wurde der Zeitfaktor nicht genügend berücksichtigt: Spieler die ausscheiden, sind draußen und haben das Nachsehen, denn: Je weniger Spieler auf dem Spielplan sind, desto weniger tut sich auch. Heißt im Klartext: Bei noch 2 oder 3 verbleibenden Spielern kann das Spiel noch locker 30 Minuten weitergehen, was dann für die ausgeschiedenen 3 Spieler nicht mehr ganz so lustig ist. Wer die Regeln Krankenhaus und Gebrauchtwagenhändler mit einbezieht, lässt sich dementsprechend auf ein Endlosspiel ein. Fazit: Für 6 Spieler durchaus unterhaltsam, aber am Besten nebenbei noch ein Paar 2 oder 3 Spieler-Spiele bereitstellen, damit die ausgeschiedenen Spieler auch was zu tun haben. Bei einer Überarbeitung könnte das Spiel aber wirklich interessant werden.

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