Evergreen

Auf einen Blick:
Verlag : Goldsieber Spiele
Autor : Wolfgang Kramer und Michael Kiesling
Grafik : Franz Vohwinkel
Spieleranzahl : 2-6
Alter : ab 12 Jahren
Dauer : 20-30 min.
Erscheinungsjahr : 1999

Art: Mehrheitenspiel



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Das Spielmaterial
1 Sanduhr - 1 Wertungsblock - 1 Spielregel - 78 Einflusskarten - 6 Künstler-Scheiben

Ziel des Spiels ist es, durch die Einflussnahme auf die verschiedenen Künstler den jeweiligen Evergreen zu puschen und durch geschicktes Ausspielen der eigenen Handkarten möglichst viele Punkte zu verdienen. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnnt dann auch das Spiel.

Zum Ablauf: Zunächst werden alle der 6  Evergreen-Scheiben auf die niedrigste Zahl gedreht und in die Mitte des Tisches gelegt. Jeder Spieler erhält 13 Karten auf die Hand. Die Karten haben jeweils die Farbe eines der 6 Künstler und haben Werte zwischen 1-13 (je nach Spieleranzahl). Danach wird zuerst eine Vorrunde gespielt, in der der Startspieler und die Anfangs-Punktwerte der Evergreens festgelegt werden. Jeder Spieler legt gleichzeitig drei Handkarten vor sich ab, der Spieler mit der niedrigsten Gesamtsumme (unabhängig von der Farbe der Karte) ist der Startspieler. Jeder Spieler erhält nun die Scheibe des Künstlers, auf den er den größten Einfluss hat (das können auch mehrere sein), er also die höchste Zahl in der Farbe dieses Künstlers ausliegen hat. Haben mehrere Spielen gleich hohen Einfluss erhält der Spieler die Scheibe, der die höchste Einzelkarte ausgespielt hat. Wurden für einige Künstler keine Karten ausgespielt, bleiben die Scheiben in der Mitte.

Danach ist jeder Spieler der Reihe nach dran. Um seine Züge durchzuführen, hat er jeweils eine Sanduhr-lang Zeit. Bleibt Zeit übrig, kann diese noch vom nächsten Spieler genutzt werden. Der aktive Spieler hat bis zu 4 Aktionsmöglichkeiten:

1. Sanduhr umdrehen
Zunächst dreht der Spieler immer die Sanduhr um, außer er hat noch restliche Zeit vom vorigen Spieler übrig. Dann kann er erst noch diese nutzen, bevor er dann die Sanduhr umdreht.

2. Karten ausspielen
Der aktive Spieler muss als nächstes mindestens 1 und maximal 3 Handkarten ausspielen. Er kann die Handkarten entweder auf eine der drei vor ihm ausliegenden Stapel legen, oder aber auf die eines Gegners. Eventuell ergeben sich so andere Konstellationen und Besitzrechte an den Künstlern, da immer nur der Spieler mit dem höchsten ausliegenden Wert die Scheibe des Künstlers besitzen kann. In diesem Rahmen muss der aktive Spieler nach dem Ausspielen einer Karte auch sofort kontrollieren, ob die Scheibe eines Künstlers den Besitzer wechselt. Wenn ja, wird die Scheibe links auf den nächsten Wert gedreht, erst dann wechselt sie den Besitzer. Achtung: Wird die Kartenfarbe eines Spielers zugedeckt, der als einziger bisher eine Karte dieser Farbe ausliegen hatte, verbleibt die Scheibe des entsprechenden Künstlers bei dem Spieler, bis ein anderer Spieler eine passende Karte ausspielt.

3. Tophit bestimmen
Als dritte Aktion kann der aktive Spieler die Tophit-Scheibe um ein Feld nach rechts oder links drehen, so dass ein neuer Künstler einen Tophit hat, und er bei der Wertung evtl. davon profitieren kann.

4. Konzert veranstalten
Um Punkte zu machen, müssen Konzerte veranstaltet werden. Jeder Spieler kann bis zu 3 Konzerte veranstalten, deren Ergebnisse dann auf dem Wertungsblock notiert werden. Findet eine Wertung statt, wird die Sanduhr nicht mehr berücksichtigt und auf die Seite gelegt. Der aktive Spieler erhält bei einem Konzert die Punkte für die Künstler, deren Scheiben er besitzt. Die Punktezahl auf den Scheiben entspricht dabei der Anzahl an Punkten, die der aktive Spieler erhält. Sollte der Tophit die Farbe des Künstlers haben, den der aktive Spieler gerade besitzt, erhält er für diesen Künstler die doppelte Punktzahl.

Einmal im Spiel, also bei seinen 3 Konzerten oder auch beim Schlusskonzert (s.u.), darf der aktive Spieler dieses Konzert zum Galakonzert erklären. Dabei werden dann alle Punkte verdoppelt, die der Spieler in diesem Konzert gemacht hat, ggf. auch die des Künstlers mit dem Tophit.

Danach endet die Runde des Spielers und der linke Nachbar macht weiter.

Das Spiel endet, wenn alle Spieler ihre letzte Karte ausgespielt haben, d.h. auch ein Spieler kann zum Schluss evtl. noch "alleine" spielen, so dass jeder die Chance hat, alle Karten sinnvoll einzusetzen. Danach findet dann noch ein Schlusskonzert statt. Es wird normal gewertet, allerdings verdoppelt der Tophit die Punkte eines Künstlers nicht mehr. Ein Galakonzert ist aber noch möglich. Danach werden diese Punkte noch zu denen aus den letzten drei Konzerten addiert, der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt.
(Troudi 30.11.04)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Goldsieber

Troudi vergibt 5 von 10 Punkten:
Schwierig bei diesem Spiel wirklich ein Urteil zu fällen: Die Spielidee an sich ist nett, auch die Zeitbegrenzung für die einzelnen Runden finde ich gut. Taktik kann man auch einsetzen, indem man die richtigen Karten zur richtigen Zeit einsetzt. Es kann sogar Sinn machen, bis zum Schluss möglichst viele Karten auf der Hand zu behalten, und dann so eine Art Rundumschlag zu machen. Allerdings muss man immer berücksichtigen, dass max. 3 versch. Karten offen vor einem ausliegen können. Aber die Karten sind auch gerade das große Problem des Spiels: Wer hohe Karten hat, kann seine Gegner leicht übertrumpfen, wer niedrige Karten hat, kann diese bei seinen Gegnern ausspielen und ihnen somit den Besitz streitig machen.  Wer viele Karten im mittleren Bereich hat, und das sind viele Karten, dem bleiben nicht sehr viele Möglichkeiten. Auch die Zeitbegrenzung ist zwar nett, letztendlich aber doch noch zu lang: Fast immer bleibt noch Zeit für den nachfolgenden Spieler übrig. Insgesamt eine nette Spielidee, die dann aber zu stark durch das Kartenglück dominiert wird.

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