Flandern 1302 - Die Macht der Zünfte

Auf einen Blick:
Verlag : Queen Games
Autor : Wolfgang Panning
Grafik : Hans-Jörg Brehm
Spieleranzahl : 2-4
Alter : ab 10 Jahre
Dauer : 60 min
Erscheinungsjahr : 2004

Art: Mehrheitenspiel



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Das Spielmaterial
 72 Spielkarten - 5 Zählsteine - 94 Stadtviertel - 9 Abdeckplättchen - 1 Spielplan - 24 Holzfiguren - 1 Spielregel

Das Spiel ist, wie der Name ja auch schon sagt, im mittelalterlichen Flandern angesiedelt wo die reichen Zünfte zunehmend die Macht in den Städten übernahmen. Wolfgang Panning hat das Ganze nun auf den Bau bzw. Erwerb von Stadtvierteln komprimiert, bei dem bis zu 4 Mitspieler untereinander und gegen die Macht von Kirche und die Zunft der Waffenschmiede kämpfen. Dabei geht es darum, in möglichst vielen Städten die Mehrheit zu erreichen und so die meisten Punkten zu erhalten. Denn wer die meisten Punkte erhält, gewinnt das Spiel.

Zum Ablauf:
Jeder Spieler erhält die Stadtviertel in seiner Farbe. Die Stadtviertel der Kirche und die Stadtviertel der Waffenschmiede Zunft werden beiseite gelegt. Ausserdem erhält jeder Spieler einen Satz Handkarten in seiner Farbe. Die Spielsteine der fünf Zünfte (inkl. Zunft der Waffenschmiede) werden auf dem Feld "0" der Siegpunkteleiste platziert. Dann wird ein Startspieler bestimmt und das Spiel beginnt:

1. Der Startspieler zieht eine goldene Karte

Der Startspieler zieht eine Karte vom Stapel mit den goldenen Karten, diese sieht er sich dann an. Die darauf angegebene Sonderaktion kann er am Ende der Runde ausführen. Die Karten müssen am Ende der Runde ausgeführt werden, ausser es handelt sich um eine Einflusskarte, diese darf auf der Hand behalten werden.

2. Aktionskarte aussuchen

Jeder Spieler sucht sich nun eine Aktionskarte aus. Dies kann entweder eine Karte mit dem Namen einer Stadt darauf sein, in die der Spieler dann eines seiner eigenen Stadtviertel, ein Kirchenviertel oder ein Stadtviertel der Waffenschmiede-Zunft legen darf. Es gibt auch weitere Aktionen, wie z.B. alle ausgespielten Handkarten wieder aufnehmen, Baustelle einrichten oder Einflusskarten.

3. Karten aufdecken / Zugreihenfolge festlegen

In der 3. Phase des Spiels werden dann die Karten aufgedeckt. Normalerweise fängt dann immer der Startspieler an und die anderen Spieler folgen im Uhrzeigersinn. Hat aber ein Spieler die Karte "Einfluss" gespielt, ist er dann in der Reihenfolge Erster. Danach kommt diese Karte allerdings aus dem Spiel.

4. Aktion durchführen

Danach führt dann jeder, mit dem Startspieler beginnend, seine Aktion durch. Dies kann den Einbau eines Stadtviertels bedeuten (wird in die Stadt gebaut, die auf der Aktionskarte steht; darf niemals an ein direkt benachbartes Feld gleicher Farbe gebaut werden sondern höchstens diagonal dazu; alternativ darf man ein Kirchen-Stadtviertel, ein Stadviertel der Waffenschmiede-Zunft oder ein neutrales Teil einbauen), eine Baustelle eröffnet (Stadtviertel darf nach selben Bauregeln mit einem Holzklotz darauf in einer beliebigen Stadt eingerichtet werden, zählt allerdings noch nicht als "fertig" sondern muß später noch mit einer regulären Stadtkarte "gebaut" werden) oder Karten aufnehmen (die bereits ausgespielten Karten, außer evtl. bereits verwendeten Karten, werden mit dieser Karte, inkl. der Karte selber, wieder auf die Hand genommen).

5. Startspieleraktion

Haben alle Spieler ihre Aktion durchgeführt, darf der Startspieler noch seine Sonderaktion durchführen. Die Karten "Karten aufnehmen", Städtekarten und Baustellenkarten kommen bei den goldenen Karten ebenso vor und funktionieren auch genau so wie die normalen Karten. Es gibt allerdings noch die Karte "Dombau" die die Platzierung einer Holzfigur "Dom" auf einem beliebigen Kirchenviertel ermöglicht; und die Karte "Zunftmeister" die es erlaubt, eine Holzfigur "Zunftmeister" auf ein beliebiges Stadtviertel (ausser Kirchenvierteln) zu setzen.

6. Wertung / Startspielerwechsel

Danach wird geschaut, ob eine Stadt zugebaut ist. Ist das der Fall, wird diese Stadt dann gewertet. Dazu werden zunächst alle Plättchen in der Stadt gezählt, jedes zählt einen Punkt. Auch der Dom zählt einen zusätzlichen Punkt. Danach wird kontrolliert, von welcher Farbe sich am meisten Stadtviertel in der Stadt befinden. Dieser Spieler (kann durchaus auch einmal die Zunft der Waffenschmiede sein) kriegt die volle Punktzahl. Der Zweiplatzierte die Hälfte, der Dritte vier Punkte und der Vierte immerhin noch zwei Punkte. Nur der Letzte geht leer aus. Sollte es zum Gleichstand kommen, werden die Zunftmeister gezählt: Dabei zählen die Zunftmeister die auf den Plättchen aufgedruckt sind, aber auch die Holzfiguren die evtl. in der Stadt vertreten sind. Der Spieler der darin die Mehrheit hat, erhält dann die Punkte für den besseren Platz. Ist aber auch dann noch Gleichstand zwischen den Zünften, bekommen die Zünfte nur die Punkte des niedrigsten gemeinsamen Ranges. Nach der Abrechnung wird die Stadt geschlossen, d.h. hier können keine Aktionen mehr stattfinden. Außerdem können die Spieler auch die diese Stadt betreffenden Aktionskarten aus dem Spiel nehmen.

Das Spiel endet, wenn alle Städte gewertet worden sind.

Besonders interessant ist auch die Zwei-Spieler-Variante, für die der Autor hier spezielle Regeln vorgelegt hat, da Flandern ursprünglich auch in erster Linie als Zweier-Spiel angelegt worden ist. Verwendet man diese Regeln, erhält man ein ganz unterschiedliches Spiel. Auf jeden Fall ausprobieren!!!!!!!!!!

(Troudi 19.11.04)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Queen Games

Troudi vergibt 8 von 10 Punkten:
Wolfgang Panning legt hier ein sehr gelugenes Spiel vor: Die Thematik ist ansprechend, das Material optisch sehr schön gestalte und auch die Regel ist vorbildlich. Das Spiel sieht einfach aus, doch spätestens bei der zweiten Runde weiss man dann, dass man es hier mit einem komplexen Spiel zu tun hat. Gründliche Überlegungen sind notwendig, wenn man (anders als ich) seine Stadtviertel so einteilen will, dass man wirklich alle verbauen kann und dementsprechend am Ende keine mehr übrig hat. Wildes Drauflosbauen bringt bei diesem Spiel nichts, und auch an der Frage ob es sinnvoll ist, an allen der sechs Städte mit zu bauen oder nicht, scheiden sich die Geister. Es macht auf jeden Fall auch Sinn, mit Kirchen- oder Waffenschmiede-Zunft-Stadtvierteln anderen Spielern einen Strichen durch die Rechnung zu machen.  Bei der 4-Spieler-Version bleibt lediglich der Eindruck, dass man hätte noch mehr draus machen können - obwohl ich mir fast sicher bin, dass evtl. Erweiterungen nicht lange auf sich warten lassen werden. Für um die 22 Euro ist das Spiel auf jeden Fall eine sehr gute Investition. Ein Spiel das man immer wieder spielen kann.

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