Il Principe

Vielen Dank an Mind The Move für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : Mind The Move
Autor : Emanuele Ornella
Grafik : Roberto Bovo
Spielanzahl : 2-5 Spieler
Alter : ab 10 Jahren
Dauer : 60-90 min.
Erscheinungsjahr : 2005

Spielart: Taktikspiel



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Il Principe von Mind the Move

Das Spielmaterial
1 Spielplan - 100 Gebäudekarten - 15 Städtekarten - 10 Rollenkarten - 5 Familienkarten - 40 Geldstücke - 60 Wappenmarker - 1 Principefigur - 1 Spielanleitung (Deutsch / Englisch)

Italien in der Renaissance: Die Zeit der großen Familien, die aufgrund ihres Reichtums viel Einfluss haben und große Teile Italiens in ihrer Hand haben. Die Spieler schlüpfen nun in die Rolle des Familienoberhaupts verschiedener italienischer Familien und müssen nun versuchen, diese Macht zu festigen, indem sie in bestimmten Provinzen Einfluss nehmen und verschiedenste Ämter belegen.

Vor dem Spiel werden die Städte- und Gebäudekarten gut gemischt und bilden einen verdeckten Nachziehstapel, wobei die obersten 4 Karten offen neben den Spielplan gelegt werden. Jeder Teilnehmer sucht sich eine Familie aus, erhält die entsprechende Familienkarte und alle Wappenmarker, von denen er einen auf die 0 der Siegpunkteleiste legt. Die Rollenkarten werden auf die Felder der entsprechenden Farbe und Größe gelegt und das Spiel kann beginnen. Startspieler sollte der Mitspieler sein, der zuletzt in Italien war. Er bekommt den Principe-Marker.

Das Spiel verläuft in Runden, wobei jede Runde aus 4 verschiedenen Phasen besteht. Diese 4 Phasen werden immer von allen teilnehmenden Spielern durchgespielt, erst danach kommt dann die nächste Phase dran.

1. Phase: Nachschub
Jeder Spieler nimmt in dieser 4 Gebäudekarten auf die Hand und erhält außerdem 5 Goldstücke von der Bank, die er vor sich ablegt. Danach wählt jeder Spieler 2 Handkarten aus, die er versteigern möchte und legt sie zunächst verdeckt vor sich ab.

2. Phase: Die Versteigerung
Jeder Spieler deckt nun seine Karten auf, danach werden die Karten dann in Gruppen gelegt, wobei diese Gruppen den Farben der einzelnen Karten entsprechen. Danach werden diese einzelnen Kartengruppen nacheinander versteigert. Zuerst wird die Gruppe mit den wenigsten Karten versteigert, dann immer die nächstgrößere. Sollten mehrere Gruppen gleich klein bzw. groß sein, gilt die Farbreihenfolge, wie sie auf dem Spielfeld abgebildet ist. Der Spieler links vom Principe fängt an zu bieten, die anderen Spieler folgen im Uhrzeigersinn. Das vorherige Gebot muss immer um 1 Goldstück erhöht werden. Der Spieler, der als letzter in der Auktion bleibt, gewinnt diese. Er bezahlt den gebotenen Geldbetrag an die Bank, darf dafür die Karten der ersteigerten Gruppe auf die Hand nehmen und erhält den Principe-Marker. Außerdem kann er sofort eine Stadt bauen (wenn in der 3. Phase beschrieben). Wenn kein Spieler ein Gebot für eine Gruppe von Karten abgeben will, werden die Karten auf den Ablagestapel gelegt. Die Phase endet, wenn alle zur Auktion angebotenen Karten versteigert worden sind.

3. Phase: Stadt bauen oder Karten ausspielen
Beginnend mit dem Principe hat nun jeder Spieler reihum die Möglichkeit, entweder eine der ausliegenden Städtekarten zu bauen oder Karten auszuspielen:
4. Phase: Rollenvergabe
In dieser Phase werden immer alle Rollenkarten neu unter den Spielern verteilt. Der Spieler mit den meisten Karten in einer Farbe erhält die Hauptrollenkarte, der Spieler mit den zweitmeisten Karten die Nebenrollenkarte. Sollten mehrere Spieler gleichviele Karten haben, um die Hauptrollenkarte zu erhalten, führen diese untereinander eine Auktion durch. Die Nebenrollenkarte wird nicht mehr vergeben. Haben mehrere Spieler gleichviele Karten für die Nebenrolle, wird auch dieser Gleichstand über eine Auktion aufgelöst. Der Spieler der eine Hauptrollenkarte erhält, muss immer die Hälfte (aufgerundet) seiner aufgedeckten Karten dieser Farbe umdrehen.

Wenn alle Rollenkarten verteilt worden sind (oder eben auch nicht alle), werden die Privilegien der einzelnen Rollen sofort in die Tat umgesetzt. Die beiden grünen Rollen dürfen eine verdeckte nicht-grüne Gebäudekarte in ihrer Auslage wieder aufdecken; die weißen Rollen kriegen 1 Siegpunkt; die roten Rollen ziehen sofort eine Baukarte, die blauen dürfen 1 Wappenmarker in eine beliebige Provinz legen und die gelben Rollen dürfen sich 2 Goldmünzen nehmen.

Das Spiel endet, wenn am Anfang einer Spielrunde weniger als 4 Städtekarten in der Auslage sind. Das Spiel endet dann sofort. Außerdem endet das Spiel nach einer Runde, in der nicht mehr 4 Karten an jeden Spieler verteilt werden können. Es folgt eine Schlusswertung:
Danach werden diese Zusatzpunkte und die Punkte von der Siegpunktleiste zusammengerechnet. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt das Spiel.
(Troudi 20.03.06)

Weitere Ingos:
- Die Homepage von Mind The Move

millibeth vergibt 9 von 10 Punkten:
Um das gleich vorwegzunehmen: Der Spielplan ist eigentlich der einzig wirkliche Kritikpunkt am Spiel, da hätte man sich die Rollenkarten-Felder sparen können und die Provinzen etwas übersichtlicher machen können. Ansonsten haben wir es hier - wieder einmal - mit einem hervorragenden Spiel zu tun, das mit taktischen Raffinessen nicht geizt. Die teilnehmenden Spieler werden immer wieder vor die Frage gestellt, ob sie eine Stadt bauen oder in Rollenkarten "investieren" wollen. Wichtig ist auf jeden Fall, nach Möglichkeit bereits in der Versteigerungsphase eine Stadt zu bauen, damit einem die anderen Spieler die Stadt nicht vor der Nase wegschnappen. Dabei muss man immer auf sein Geld aufpassen, das in dem Spiel die größte Mangelware ist. Wer hier zu hoch bietet, fällt nicht nur bei den Städten auf die Nase, sondern kann auch bei eventuellen Versteigerungen der Rollenkarten nicht mehr mitbieten. Durch das anfängliche Verteilen des Geldes haben allerdings auch die Spieler, die sich "verkauft" haben eine Chance, wieder in das Spiel mit einzusteigen. Auch durch die Siegpunktvergabe am Ende des Spiels ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, sich im Spiel zu spezialisieren. Das Spiel kommt mit wenigen Glückselementen aus und kombiniert mit einer relativ geringen Spieldauer wird das Spiel dadurch sehr reizvoll. Das Spiel ist auf jeden Fall eine Empfehlung und man darf gespannt sein, welches Spiel der Autor dieses Jahr vorstellen wird. Auch der Preis spricht klar für das Spiel: "Il Principe" ist für ca. 20 Euro im Handel zu haben.

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