Istanbul Das Würfelspiel

Auf einen Blick:
Verlag : Pegasus
Autor : Rüdiger Dorn
Spieleranzahl : 2 bis 4 Spieler
Alter : ab 8 Jahren
Dauer : 20 bis 40 min
Erscheinungsjahr : 2017

Spielart: Zockerspiel

Auszeichnungen:
Spiel der Spiele 2018

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Istanbul Das Würfelspiel von Pegasus

Das Spielmaterial
1 doppelseitiger Spielplan - 42 Warenplättchen - 36 Münzen - 9 Gehilfen-Würfel - 33 Basarkarten - 24 Moschee-Plättchen - 31 Rubine - 12 Kristalle - 4 Aktionsübersichten - 1 Spielanleitung

Ziel des Spiels ist es durch verschieden Aktionen auf dem Basar eine von der Spieleranzahl abhängige Anzahl an Rubine zu erspielen.

Zu Beginn des Spiels werden einige Rubine in Abhängigkeit zur Spieleranzahl auf dem Spielplan ausgelegt. Dieser in in drei Bereiche eingeteilt. Es gibt vier Warenhändler, die Rubine für eine immer größer werdende Anzahl an gleichfarbigen Warenplättchen abgeben. Zwei Teppichhänder bieten Rubine für eine immer größer werdende Anzahl an unterschiedlichen Waren oder einer immer größer werdenden Menge an Geld. Und an einem dritten Ort erhält man einen Rubin sobalb man mindestens fünf Moschee-Plättchen erspielt hat. Die Moschee-Plättchen werden zu einem gemischten Nachziehstapel bereit legt. Die ersten sechs Moschee-Plättchen werden danach offen ausgelegt. Jedes Moschee-Plättchen zeigt eine Kombination aus drei oder vier Würfeln, wodurch man in dessen Besitz gelangt. Hat ein Spieler erst einmal ein solchen Plättchen erspielt, kann es fortan in jeder Runde die Spezialfähigkeit nutzen. Auch die Basarkarten werden zu einem gemischten, verdeckten Nachziehstapel bereit gelegt. Später im Spielverlauf können die Spieler diese Karten erspielen. Einige Karten bieten dem aktiven Spieler zusätzlichen Aktionsmöglichkeiten, andere Karten bieten auch zusätzlich den Mitspielern Aktionsmöglichkeiten. Jeder Spieler erhält nun einen Kristall, mit dem er später im Spiel Würfel nochmal neu Würfel kann. Der Spieler links vom Startspieler erhält eine Münze, jeder weitere Spieler im Uhrzeigersinn dann eine Münze mehr als sein rechter Nachbar.

Gespielt wird reihum. Der aktive Spieler führt in seinem Zug die folgenden drei Aktionen der Reihe nach aus.
Zunächst ermittelt er die Einahmen und die Spezialfähigkeiten seiner Moscheen. Zu Spielbeginn hat er allerdings noch keine. Diese kann er sich aber im Laufe des Spieles erspielen Moscheen bringen zum Beispiel zusätzliches Geld oder Kristalle, erhöhen die Anzahl der Spieleraktionen oder die Anzahl der Würfel, oder bringen dem Spieler zusätzliche Warenplättchen oder Basarkarten, die nun genutzt werden können.
Danach würfelt er genau einmal mit fünf Würfel. Moscheen können die Anzahl der Würfel erhöhen. Jeder Würfel zeigt dabei auf einer Seite eines von vier Warenplättchen. Auf den restlichen zwei Seiten eines jeden Würfels findet man noch ein Kartensymbol und Münzsymbole. Gefällt dem Spieler das Würfelergebnis nicht, so kann er nun beliebig oft gegen Abgabe eines Kristall beliebig viele Würfel neu würfeln.
Nun darf der Spieler maximal zwei beliebige Aktionen in beliebiger Reihenfolge durchführen, wobei jeder Würfel nur genau einmal benutzt werden darf. Moscheen können die Anzahl der Aktionen erhöhen. Folgende Aktionsmöglichkeiten hat der Spieler, wobei ein Warenplättchen im eigenen Vorrat immer als Würfelergebnis genutzt werden darf. Ein Joker-Warenplättchen kann dabei jede Warenart ersetzen.
Danach ist der nächste Spieler an der Reihe.

Das Spiel endet sobadl ein Spieler sechs Rubine erspielt hat. Im Spiel zu viert werden nur fünf Rubine benötigt. Die laufende Runde wird noch zu Ende gespielt, so dass jeder Spieler gleich oft an der Reihe war. Der Spieler mit den meisten Rubinen gewinnt das Spiel. Sollten das mehrere Spieler sein verkaufen diese nun ihre Warenplättchen für je drei Geld und ihre Kristalle für je zwei Geld. Es gewinnt dann der Spieler der jetzt mehr Geld aufweisen kann.

(Superfred 7.03.18)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Pegasus Spiele

Superfred vergibt 8 von 10 Punkten:
Istanbul Das Würfelspiel ist wie der Name ja schon stark vermuten läßt eine Würfelspiel-Adaption zu Istanbul, welches 2014 zum Kennerspiel des Jahres gekürt wurde. Auch wenn das Spielmaterial in weiten Teilen aus dem Original bekannt ist und man wieder Rubine erspielen muss, hat der Spielablauf mit dem Kennerspiel wenig gemeinsam. Der Spieler, der gerade an der Reihe ist, würfelt mit fünf Würfeln und führt danach zwei Aktionen aus, die die Würfel aktuell hergeben. Das hört sich im ersten Augenblick sehr banal an und ist keine große Wissenschaft. Dennoch sollte man den eigenen Einfluß nicht unterschätzen. Durch die große Anzahl an Aktionsmöglichkeiten und auch Möglichkeiten an Rubine zu kommen, sollten man immer gut für sich abschätzen, welchen Weg man in seinem Zug gehen möchte. Letztendlich gibt es zwei offensichtliche Strategien. Die eine besteht darin möglich schnell die Rubine vom Spielbrett abzuräumen, denn die Rubine bei den sechs Händlern werden jedesmal teurer, wenn ein Rubin in den Vorrat des einen Spielers wandert. Die andere Strategie, die natürlich gegenläufig ist, besteht darin erst mal Moscheen zu sammeln um dadurch in jedem Folgezug in den Genuß von zusätzlichen Würfen, Aktionen, Geld und vielen anderen Vorteilen zu kommen. Gewinnen wird wahrscheinlich der Spieler der beide Strategien perfekt miteinander verbindet immer unter der Beobachtung was seine Mitspieler gerade machen und planen. Trotz der großen Vielzahl an Möglichkeiten an Aktionen ist das Spiel einfach und flockig zu spielen. Das Spiel bietet zwar für jeden Spieler ein Übersichtsblatt aber schon nach wenigen Runden kann man getrost auf die Übersicht verzichten, da die Aktionsmöglichkeiten ein Stück weit intuitiv oder zumindest einfach zu merken sind. Natürlich können die Würfel schon mal einen Strich durch die Planung machen, wie es nun mal bei Würfeln so der Fall ist. Dennoch hat man immer genug Freiräume auf andere Aktionen auszuweichen. Positiv sei auch angemerkt, dass es keine echte Siegstrategie gibt. Man kann sowohl mit zusätzlichen Würfel, aber auch mit zusätzlichen Kristallen, aber auch mit der Anhäufung von Geld gewinnen. Genauso gut kann man auf sein Kartenglück bei den Basarkarten hoffen oder darauf viele Warenplättchen zu sammeln. Letztendlich muss man einfach nur seine Würfelwürfe und die daraus resultieren Aktionsmöglichkeiten besser nutzen als seine Mitspieler. Ich gebe zu, dass ich beim ersten Spielen etwas enttäuscht war. Das Spiel war für mich einfaches Würfelglück gepaart mit dem Kartenglück bei den Basarkarten und hatte augenscheinlich nichts mehr mit den taktischen Möglichkeiten des Kennerspiels zu tun, außer das man Grafik und Spielmaterial übernommen hatte. Glücklicherweise habe ich mich überzeugen lassen und weitere Runden gespielt. Klar können die Würfel besser oder schlechter in einem Augenblick fallen, dennoch hat man immer genug Möglichkeiten seine eigene Position zu optimieren. Nach vielen, vielen gespielten Runden, die immer igendwie dann doch anders verlaufen sind, ist Istanbul das Würfelspiel eine klare postive Überraschung. Einfache Regeln, viele Möglichkeiten und eine kurze Spieldauer machen Istanbul Das Würfelspiel zu einem tollen Zockerspiel für Zwischendurch. Im Handel ist das Spiel für rund 20 Euro erhältlich.

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