Rotterdam

Vielen Dank an The Game Master für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : The Game Master
Autor : Hans van Tol
Spieleranzahl : 2-4 Spieler
Alter : ab 8 Jahren
Dauer : ca. 60 min.
Erscheinungsjahr : 2007

Spielart: Zugspiel



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Rotterdam von The Game Master

Das Spielmaterial
1 Spielbrett - 1 Hafenmeisterspielstein - 1 Holzscheibe - 20 Schiffe - 24 Rohstoffwürfel - 60 Produktkarten - 46 Auftragskarten - 20 Ereigniskarten - 1 Spielregel (Englisch / Holländisch)

Der Hafen von Rotterdam ist einer der größten Containerhäfen der Welt. Und dementsprechend herrscht in den engen Kanälen des Hafens an der Maasmündung stets reger Verkehr. Unzählige große Containerschiffe versuchen, ihr Ziel in den Wirren des Hafens zu erreichen. Und dabei müssen sich die Kapitäne strikt an die vorgegebenen Fahrrinnen im Hafenwasser halten, ansonsten drohen Kollisionen. Als Reeder versuchen die Spieler nun, ihre Schiffe durch das Hafenbecken zum richtigen Kai zu transportieren, um dort die Fracht zu löschen und daraus Waren produzieren zu lassen.

Vor dem Spiel wählt jeder Spieler eine Farbe und erhält vier Schiffe in dieser Farbe (fünf bei 2 Spielern). Die Rohstoffe werden nach Farben getrennt sortiert. Die Produktkarten werden nach Farben getrennt, gemischt und auf die entsprechenden Kais verteilt. Die Ereignis- und Auftragskarten werden ebenfalls gemischt und bilden zwei verdeckte Nachziehstapel. Jeder Spieler erhält noch drei Auftragskarten vom Stapel. Die Holzscheibe wird auf die erste Phase der Spielphasenübersicht oben links in der Ecke des Spielplans gestellt. Der jüngste Spieler wird der Hafenmeister und erhält den entsprechenden Spielstein.

Das Spiel wird in Runden gespielt und jede Runde besteht dabei aus mehreren Phasen. Die einzelnen Phasen jeder Runde werden mit der Holzscheibe oben auf der Spielphasenanzeige markiert. Eine Runde wird immer vom Hafenmeister begonnen, danach folgen die anderen Spieler im Uhrzeigersinn. Eine Runde besteht aus folgenden Phasen:

1. Schiffe platzieren
In der ersten Phase kann der aktive Spieler sich ein Schiff aus seinem eigenen Vorrat nehmen (wenn er noch eines hat) und legt einen beliebigen Rohstoffwürfel darauf (nur von den Farben, die noch verfügbar sind). Dieses Schiff stellt er dann mit der Ladung auf eines der ersten Felder der Schiffahrtsstraßen. Wenn kein Feld mehr frei ist, dann kann der Spieler auch kein Schiff einsetzen.

2. Navigation
Jeder Spieler sucht sich immer genau eine der Farben der Schifffahrtsstraßen aus. Beginnend mit diesem Spieler und danach im Uhrzeigersinn bewegt nun jeder Spieler sein Schiff, der ein Schiff auf einem Feld stehen hat, von dem aus eine Schifffahrtsstraße in der entsprechenden Farbe abzweigt. Entlang dieser Route muss das Schiff dann bewegt werden - außer das Feld, in das das Schiff ziehen würde, wird von einem anderen Schiff blockiert. Kommen mehrere Felder in Frage, dann darf der Besitzer des Schiffes sich für ein Feld entscheiden. Wenn Schiffe bewegt werden können, dann müssen sie auch bewegt werden.

3. Ereigniskarten
Wenn das Schiff eines Spielers auf einem Feld mit einem Ankersymbol steht, dann darf sich dieser Spieler nun die oberste Ereigniskarte vom Stapel ziehen. Im Spiel gibt es insgesamt 9 verschiedene Ereigniskarten, die in verschiedenen Spielphasen ausgespielt werden können und verschiedene Auswirkungen haben.

4. Fracht löschen
In Spielerreihenfolge können nun die Spieler, die mit einem Schiff an einem Kai angelangt sind, die Fracht löschen. Wenn dabei die Farbe des Rohstoffwürfels auf dem Schiff nicht dem des Kais entspricht, wird der Würfel einfach in den Vorrat zurückgelegt und der Spieler erhält sein Schiff zurück. Wenn die Farbe des Rohstoffwürfels der Farbe des Kais entspricht, dann gibt der Spieler den Würfel ab und nimmt sich die oberste Karte vom Stapel mit den Produktkarten. Die erhaltene Produktkarte können die Spieler auf die Hand nehmen-

5. Produktkarten tauschen

Die Spieler können nun untereinander beliebig Produktkarten miteinander tauschen.

6. Aufträge erfüllen
Jeder Spieler kann nun eine seiner Auftragskarten erfüllen, falls er nun über die notwendigen Produktkarten verfügt. Die erfüllte Auftragskarte legt der Spieler vor sich ab. Die Zahl darauf gibt an, wieviele Siegpunkte der Spieler im Moment hat. Danach nimmt sich der Spieler eine neue Produktkarte vom Nachziehstapel.

Nach dieser sechsten Phase endet die aktuelle Runde. Der Spieler links neben dem bisherigen Hafenmeister wird nun der neue Hafenmeister und erhält den entsprechenden Spielstein. Er stellt die Holzscheibe erneut auf die erste Phase der Spielphasenübersicht und die nächste Runde kann beginnen.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler 12 Siegpunkte in Form von erfüllten Aufträgen gesammelt hat. Alle anderen Spieler haben nun noch eine letzte Chance, ebenfalls noch genau einen Auftrag zu erfüllen. Danach zählen alle Spieler ihre Punkte, wobei die Produktkarten die aufgedruckte Anzahl an Siegpunkten zählen. Die Summe aus den erfüllten Auftrags- und den Produktkartenwerten bilden den endgültige Siegpunktzahl für jeden Spieler. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt das Spiel. Bei einem Gleichstand gewinnt der Spieler, der mehr Punkte mit Auftragskarten gemacht hat. Gibt es auch hier einen Gleichstand, gewinnt der Spieler, der mehr Produktkarten hat.

(Troudi 14.09.07)

Weitere Infos:
- Die Homepage von The Game Master

Superfred vergibt 6 von 10 Punkten:
Rotterdam ist ein nettes Familienspiel mit einem interessanten Zugmechanismus, bietet allerdings auf lange Sicht dann doch zu wenig Abwechslung. Ziel des Spieles ist es die eigenen Schiffe in den geplanten Hafen zu steuern und dort die hoffendlich richtigen Waren zu finden. Dabei bewegen sich die Schiffe über- auf dem Spielplan- vorgegebene farbige Wege. In der Bewegungsphase nennen die Spieler eine Farbe und alle Schiffe die sich nun über einen entsprechenden Weg bewegen können werden voran gezogen. Hier gilt es natürlich die eigenen Schiffe in Richtung der angestrebten Häfen zu schicken und die fremden Schiffe möglichst vom Kurs abzubringen. Im 2er-Spiel sind hier sicherlich noch strategische Möglichkeiten gegeben. In voller Besetzung nimmt der Einfluss natürlich rapide ab, und wenn die Spieler insgesamt noch recht destruktiv spielen kann sich das Spiel doch seeehr in die Länge ziehen. Dazu kommen noch Ereigniskarten, die einerseits die eigene Fehlplanung korrigieren können, auf der anderen Seite die Planung der Mitspieler aber auch völlig durcheinander bringen können. Rotterdam ist gewiss kein schlechtes Spiel und kann in der richtigen Spielerrunde durchaus unterhalten. Ein Reiz des Spiels ist aber definitiv den Mitspieler vom Kurs abzubringen und wenn alle Spieler dieses konsequent verfolgen ist der Spielverlauf sehr chaotisch und kann für die Spieler auch sehr frustrierend sein. Rotterdam kam in unserer Spielegruppe recht unterschiedlich an. Wer Spiele mit ungewöhnlichen Zugmechanismen mag, gleichzeitig aber mit einem recht geringen Einfluss leben kann, sollte sich Rotterdam ruhig mal genauer anschauen.

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