Verflucht!

Vielen Dank an den Amigo für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : Amigo
Autor : Steffen Benndorf
Grafik : Jan Bintakies
Spieleranzahl : 1 bis 5 Spieler
Alter : ab 10 Jahren
Dauer : ca. 15 min
Erscheinungsjahr : 2018

Spielart: kooperatives Kartenablegespiel


ZUR HAUPTSEITE


Verflucht von Amigo Spiele

Das Spielmaterial
80 Spielkarten (40 Kreaturen und 40 Gegenstände) - 5 Siegel - 1 Spielanleitung

Ziel des Spiels ist es alle 40 Kreaturen zu besiegen.

Zu Beginn des Spiels werden alle 40 Kreatuen und alle 40 Gegenstände verdeckt gemischt und als wilder Haufen auf dem Tisch verteilt. Da beiden Kartenarten die gleiche Rückseite zeigen, ist nicht zu erkennen welche Karte eine Kreatur und welche Karte einen Gegenstand zeigt. Sowohl bei den Kreaturen, als auch bei den Gegenständen sind jeweils alle Zahlen von 1 bis 40 vertreten. Je nach Spieleranzahl werden nun noch bis zu fünf Siegelkarten bereitgelegt.

Gespielt wird reihum.
Der aktive Spieler zieht eine Karte und schaut sich diese danach an.
Ist es eine Kreatur muss er diese in die offene Auslage ablegen. Zeigt die Karte einen Gegenstand nimmt er sich diese Karte auf die Hand. Zu keiner Zeit darf er seinen Mitspielern mitteilen welche Zahlen auf seinen Gegenstandskarten zu sehen sind.
Unabhängig welche Kartenart gezogen wurde, darf der aktive Spieler nun beliebig viele ausliegende Kreaturen nacheinander bekämpfen. Dazu wählt er jeweils genau eine Kreatur aus der Auslage aus und spielt danach eine oder mehrere Gegenstandskarten von seiner Hand, die in Summe mindestens den Wert haben, den die Kreaturenkarte zeigt. Die Kreatur gilt damit als besiegt. Sowohl die besiegte Kreatur, als auch alle eingesetzten Karten kommen aus dem Spiel. Möchte der aktive Spieler keine Kreaturen mehr angreifen ist der nächste Spieler mit seinem Zug an der Reihe.

Während des Spiels dürfen die Spieler zwar keine Kartenwerte nennen. Es ist aber durchaus erlaubt und sogar erwünscht, dass die Spieler sich austauschen, welche Kreaturen durch sie besiegt werden können, oder welche Kreaturen vielleicht doch besser durch einen anderen Spieler angegriffen werden sollten.

Muss ein Spieler eine sechste Kreaturenkarte in die Auslage legen, greift die Kreatur mit dem höchsten Wert umgehend den aktiven Spieler an. Dieser kann sich nun verteidigen, in dem er Gegenstände aus der Hand spielt, die in Summe mindestens den Wert dieser Kreaturen haben. In diesem Fall kommen wieder Kreatur und eingesetzte Gegenstände aus dem Spiel. Kann oder möchte der Spieler die Kreatur nicht bekämpfen, muss er ein Siegel einsetzen und auf die Rückseite drehen. Die angreifende Kreatur wird nun zurück in die Tischauslage gemischt. Danach kann der aktive Spieler seinen Zug fortsetzen.

Zeigen nach dem Auslegen einer Kreatur zwei oder drei Kreaturen direkt aufeinander folgende Zahlen greifen diese sofort alle Spieler an. Die Spieler können sich absprechen, wer welche Kreaturen angreifen möchte, natürlich auch hier ohne Kartenwerte der Gegenstände zu nennen. Sind alle Kämpfe erfolgreich kommen alle beteiligten Kreaturen und Gegenstände aus dem Spiel. Ist die Schlacht nicht zu gewinnen muss ein Siegel eingesetzt werden und die nicht besiegten Kreaturen werden zurück in die Tischmitte gemischt.

Im Fall, dass sich durch die sechste Karte eine Gruppe von aufeinander folgenden Karten ergibt, wird ein Gruppenangriff durchgefüht.

Das Spiel endet wenn ein Spieler ein Siegel einsetzen müsste, alle Siegel aber schon auf die Rückseite gedreht wurden. In diesem Fall haben die Spieler verloren. Die Spieler gewinnen hingegen, wenn die letzte Karte aus der Tischmitte aufgenommen worden ist und am Ende dieses Zuges weniger als sechs Kreaturen ausliegen. Nun ist jeder Spieler noch genau einmal an der Reihe und darf gegen ausliegende Kreaturen kämpfen. Zum Schluß dürfen noch nicht verbrauchte Siegel gegen die jeweilige Kreatur mit dem kleinsten Weg genutzt werden.
Die Werte der verbleibenden Kreaturen werden nun aufaddiert und spiegeln das Spielerergebnis wieder. Je kleiner die Zahl, um so besser das Ergebnis.

(Superfred 9.06.18)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Amigo Spiele

Superfred vergibt 8 von 10 Punkten:
Verflucht! ist ein interessantes Optimierungsspiel mit einer auf dem ersten Blick sehr einfachen Mechanik. Es gibt zwei Kartendecks. Ein gutes mit Waffen und ein böses mit Monster. Beide Decks enthalten jeweils Zahlenkarten von 1 bis 40. Die beiden Kartendecks werden zusammengemischt und die Karten wild auf dem Tisch ausgelegt. Da beide Kartenarten die gleiche Rückseite haben, weiß niemand wo Waffen und wo Monster ausliegen. Ist man am Zug nimmt man genau eine verdeckte Kauf. Eine Waffe nimmt man auf die Hand, ein Monster wird in die Auslage gelegt. Dann darf man mit den eigenen Waffen ausliegende Monster bekämpfen. Dazu muss einfach der Wert der Waffe oder in Summe mehrerer Waffen mindestens so hoch sein wie der Wert des Monsters.  Liegen zu viele Monster in der Auslage oder haben mehrere Monster "benachbarte" Werte greifen die Monster von sich aus an. Besiegt werden sie nach dem gleichen Prinzip, wobei nun alle Spieler aktiv werden können. Kann man ein Monster nicht besiegen, kommt es zurück in die Kartenauslage und die Spieler verlieren ein "Leben". Im Solospiel erscheint das Spiel recht einfach. Ich habe es dreimal gespielt und immer gewonnen. Seinen Reiz entwickelt das Spiel meiner Meinung nach somit erst im Spiel zu mehreren Spielern. Da man zwar absprechen kann wer welches Monster besiegen kann, aber nicht die Zahlenwerte kennt und wie knapp der Mitspieler über der Zahl eines Monsters liegt, entsteht schnell ein Dilemma. Soll ich ein Monster schlagen, obwohl meine Waffe deutlich besser ist oder besteht die Gefahr dass der nächste Spieler über ein stärkeres Monster in Zugzwang gerät. Soll ich meine Waffen für stärke Monster aufbewahren, oder werden meine Mitspieler gezwungen Karten auf der Hand unnötig zu reduzieren. Immerhin kann im Normalfall nur der aktive Spieler Monster bekämpfen. Die Fragen lassen die Emotionen im Spiel schnell hochkochen und sorgen immer wieder für Diskussionen, wer wann zu welcher Zeit welches Monster angreifen sollte. Hiervon lebt das Spiel. Und auch wenn das Spiel vielleicht nicht mit den "großen" kooperativen Spielen mithalten kann, ist es schon beeindruckend was so zwei kleine durchnummerierte Kartendecks für Konflikte erzeugen können. Insgesamt hat uns Verflucht richtig gut gefallen. Man sollte es aber unbedingt in einer großen Gruppe spielen, damit es seinen Reiz auch voll entwickeln kann. Im Handel ist Verflucht! für rund 8 Euro erhältlich.

Fragen zu Verflucht!? Schickt uns eine mail.