Vor dem Wind

Auf einen Blick:
Verlag : Phalanx
Autor : Torsten Landsvogt
Graphik : Czarne
Spieleranzahl : 2-4 Spieler
Alter : ab 10 Jahren
Dauer :  ca. 75 min.
Erscheinungsjahr : 2007

Spielart: Kartensammelspiel

Auszeichnungen:
NL Spielepreis 2008 Nominierungsliste

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Vor dem Wind von Phalanx

Das Spielmaterial
120 Aktionskarten - 60 Warenkarten - 60 Guldenkarten - 46 Schiffskarten - 4 Warenlager - 1 Startspielerstein  - 1 Spielregel


Vor dem Spiel erhält jeder Spieler ein Warenlager und legt es offen vor sich ab. Jeder Spieler erhält ein Startkapital von 22 Gulden in der Stückelung 1x10, 1x5, 2x2 und 3x1 Gulden. Das Geld darf jeder Spieler verdeckt halten. Die Aktionskarten werden gemischt und nach Art in die drei Stapel "Einkauf", "Lagerung" und "Verschiffen/Einnahmen" getrennt. Die Warenkarten werden nach Sorten getrennt und in offenen Stapeln in die Tischmitte gelegt. Die Schiffskarten werden in einen Stapel mit kleinen und in einen mit großen getrennt und gemischt. Abhängig von der Spieleranzahl wird dann bestimmte Anzahl an Schiffen offen in die Tischmitte gelegt: Bei 2 Spielern 3 Karten mit großen und 2 mit kleinen Schiffen, bei 3 Spielern jeweils 3 mit großen und 3 mit kleinen Schiffen und bei 4 Spielern 4 Karten mit großen und 3 Karten mit kleinen Schiffen. Ein Startspieler wird auf beliebige Art und Weise bestimmt und er nimmt nun 2 beliebige Warenkarten auf die Hand, was danach auch jeder andere Spieler im Uhrzeigersinn macht.

Das Spiel läuft in Durchgängen ab, wobei jeder Durchgang aus mehreren Runden besteht, die ihrerseits wiederum aus mehreren Phasen bestehen. Detailliert läuft eine Runde folgendermaßen ab:

1. Aktionskarten auswählen
Der Startspieler deckt nun so viele Aktionskarten von den drei Stapeln auf, wie Spieler teilnehmen und legt sie offen hin. Dabei dürfen maximal 2 Karten von einem Stapel aufgedeckt werden. Außerdem müssen Aktionskarten von mindestens 2 Stapel gewählt werden.

2. Handel mit Aktionskarten
Beginnend mit dem Startspieler und dann im Uhrzeigersinn, nimmt sich nun jeder Spieler entweder eine Karte aus der Tischmitte und legt sie vor sich ab oder er nimmt eine Karte, die bereits vor einem anderen Spieler liegt und macht diesem Spieler ein Angebot für diese Karte. Auch die anderen Spieler, die jetzt an dieser Karte interessiert sind, können diesem Spieler ein Angebot machen. Dabei ist die Höhe des Angebotes beliebig, d.h. es findet keine Auktion statt. Der Spieler mit der Karte kann sich dann entscheiden: Entweder er akzeptiert das Angebot eines Spielers und nimmt das Geld von diesem oder er gibt einem beliebigen Spieler das von ihm gemachte Gebot und behält die Karte selber. Der Spieler dreht die Karte dann um. Sie kann nicht mehr erneut Gegenstand eines Handels werden. Diese Phase endet dann, wenn alle Spieler entweder eine Aktionskarte oder einen Guldenbetrag vor sich liegen haben. Nicht genommene Karten werden auf den jeweiligen Ablagestapel gelegt.

3. Aktionen durchführen
Beginnend mit dem Startspieler führen die Spieler nun reihum ihre Aktionen durch, die sie mit Hilfe der Karten erworben haben. Folgende Aktionen stehen dabei zur Auswahl und werden folgendermaßen durchgeführt:
Sind alle Aktionen durchgeführt worden, dann werden die Aktionskarten zurück auf die entsprechenden Stapel gelegt und die Runde ist damit beendet. Der Spieler links vom bisherigen Startspieler wird der neue Startspieler und die nächste Runde beginnt wieder mit dem Aufdecken der Karten.

Wenn sich am Ende einer Runde nur noch 2 oder weniger Schiffe im Hafen befinden, dann endet der aktuelle Durchgang und der Spielablauf wird an dieser Stelle unterbrochen. Nun werden alle Schiffe entfernt. Außerdem muss jeder Spieler seine Handkarten auf die entsprechenden Ablagestapel legen. Aus den Warenlagern müssen außerdem alle Warenkarten Apfel entfernt werden. Außerdem müssen die Hälfte der Karten "Gewürze" und "Käse" abgegeben werden, wobei der Spieler sich entscheiden darf, wieviele er von welcher Sorte abgeben möchte. Danach werden auch wieder - wie zu Beginn des Spiels - neue Schiffe ausgelegt und das Schiff geht mit der ersten Runde des neuen Durchgangs weiter.

Das Spiel endet, wenn ein Spieler am Ende einer Runde eine bestimmte Punktzahl erreicht hat: Bei 2 Spielern sind die 60, bei 3 oder 4 Spielern 50 Siegpunkte, die in Form von Schiffen gesammelt werden müssen. Der Spieler mit den meisten Punkten ist der Gewinner des Spiels. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der noch mehr Waren in seinem Lager hat. Danach entscheidet die Anzahl an Gulden.
(Troudi 13.04.08)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Phalanx


Superfred vergibt 8 von 10 Punkten:
„Vor dem Wind“ ist ein hochinteressantes Kartenspiel, dass neben der wirklich gelungenen Grafik vom einem durchdachten Verteilungsmechanismus lebt. Auch wenn die Anleitung sehr ausführlich ist, werden vor dem ersten Spiel sicherlich einige Fragen offen bleiben, die man aber dann schnell lösen kann. Hat man die Regeln erst einmal verinnerlicht, lässt sich das Spiel neuen Spielern recht schnell erklären, da die Regeln, bis auf einige Spezialfälle insgesamt doch sehr einfach sind. Zunächst werden von Startspieler einer Runde so viele Karten aufgedeckt wie Mitspieler am Spiel teilnehmen. Danach haben die Spieler reihum die Möglichkeit eine Karte aus der offenen Auslage zu nehmen oder sie versuchen eine durch einen Mitspieler erworbene Karte abzukaufen. Willigt der angegriffene Spieler ein, gibt er die Karte ab und erhält den angebotenen Geldbetrag, möchte er die Karte dagegen behalten, muss er den gebotenen Betrag an den Angreifer bezahlen. Dieser Mechanismus funktioniert übrigens nicht nur in größeren Gruppen, auch zu zweit kann man sich herrlich um die beiden ausliegenden Karten streiten, wobei das 2er-Spiele hierdurch allerdings oft destruktiver gespielt werden als 4er-Runden. Der Rest ist dann zwar altbekannt, funktioniert aber ebenfalls einwandfrei. Waren werden erworben, ins Lager gespielt und dann verschifft, immer unter der Beachtung dass Aktionen begrenzt sind und Waren nicht ewig im Lager verweilen. Dazu benötigt man auch ein gewisses Timing, denn wenn eine vorgegebene Anzahl an Schiffe beladen wurde, endet eine Spielrunde. Zugegeben, hat man erst einmal die sehr gut verzahnten Mechanismen verinnerlich laufen die Runden meist recht ähnlich ab, da aber immer alle Spieler am geschehen beteiligt sind, kommt kaum Leerlauf oder gar Routine auf. Der einzige Wermutstropfen ist das Endspiel. Erfahrene Spieler bewegen oft im Gleichschritt auf die geforderte Siegpunktzahl zu, so dass es leider vorkommen kann, auch wenn eher selten, dass eine zufällig passende Karte über Sieg und Niederlage entscheidet. Ärgerlicher ist es wenn im Schlusskampf ein Spieler sein gesamtes Geld einsetzt, und der Mitspieler nur dadurch verliert oder gewinnt, in dem er einfach  eben weniger oder mehr Geld besitzt. Gut, hier kann man argumentieren, dass man immer für ausreichend Bargeld sorgen sollte, trotzdem wäre eine Regelung, die besagt dass gewisse Geldmengen am Ende Zusatzpunkte erbringen, nach unseren Erfahrungen interessanter gewesen. Die Zielgruppe von „Vor dem Wind“ sind sicherlich die ambitionierten und erfahreneren Spieler. Und diese Spieler sollten „Vor dem Wind“ unbedingt einmal ausprobieren. Im Handel ist das Spiel für rund 20 Euro erhältlich.

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