Wings of War - Burning Drachens

Vielen Dank an Mad Man's Magic für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : Nexus / Mad Man's Magic
Autor : A. Angiolino und P.G. Paglia
Grafik : V. Auletta, D. Cali und F. Maiorana
Spielanzahl : 2 bis 4 Spieler
Alter : ab 10 Jahren
Dauer : 30+ min
Erscheinungsjahr : 2005

Art: Kartenlegespiel



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Das Spielmaterial
 140 Spielkarten - 2 Spielbretter - 4 Luftschiffe - 2 Lineale - 1 Regelbuch

Während der Pionierzeit des militärischen Luftkampfes im Ersten Weltkrieg wurde so gut wie alles ausprobiert, um den Luftraum und die Erde darunter zu beherrschen. Die Deutsche Armee schickte reihenweise Beobachtungsballons in die Luft, um die gegnerischen Schützengräben zu beobachten und gezielt bombardieren zu können. Genau dagegen setzten die alliierten Luftwaffen ihre Flieger ein, um diese Ballons auszuschalten, was die Deutschen natürlich mit ihren Flugzeugen zu verhindern zu versuchen. Gleichzeitig war der Erste Weltkrieg mit seinen Luftangriffen auch die Geburtsstunde der Luftabwehr, gegen die Flugzeuge sich durchsetzen mussten.

Zunächst verläuft das Spiel wie immer: Vor dem Spiel entscheiden die Spieler sich zunächst für ein Szenario aus dem Heft oder bauen eine beliebige Spielfläche aus, auf der dann der Kampf stattfindet. Danach wählt jeder Spieler ein Flugzeug, dabei darf max. je 1 Flugzeug von der Sorte A, B, C oder D im Spiel sein, da es pro Buchstaben nur 1 Kartensatz gibt (hat man allerdings einen der anderen "Wings of War"-Teile hat man bei mehreren Schachteln dann zwei oder drei Kartensätze pro Buchstabe, mit den Miniaturen sogar noch mehr). Danach wird jedem Spieler der Kartensatz ausgeteilt, außerdem erhält man das entsprechende Spielbrett. Ein Flugzeug ist genau dann abgeschossen, wenn die Anzahl der Schadenspunkte höher oder gleich der grünen Zahl auf der Karte des Flugzeuges ist. Dazu werden die Schadenskarten verwendet, die verdeckt einen Stapel bilden.

Das Spiel wird in Runden gespielt, die immer aus zwei Phasen besteht: Der Planungsphase und der Flugphase. In der Planungsphase wählt ein Spieler zunächst drei Karten aus seinem Kartendeck aus und legt sie in der Reihenfolge verdeckt ab, in der er sie ausspielen möchte. Dabei gilt es, gewisse Einschränkungen zu beachten: Bspw. muss ein Spieler erst einen Geradeausflug machen, bevor er eine Immelmannwende fliegen kann, auch danach muss er weiter geradeaus fliegen etc..

In der Flugphase beginnt ein Spieler damit, die erste Karte auszulegen. Dabei wird das stumpfe Ende des Pfeiles auf der Flugkarte an den Pfeil der Flugzeugkarte angelegt. Danach zieht man das Flugzeug auf dieser Linie entlang, bis die Pfeile der Flugzeugkarte und der Flugkarte genau aufeinander liegen. Von dieser Position aus wird dann die zweite Karte angelegt, von der neuen Position danach dann dementsprechend die dritte Karte.

Wenn alle Spieler eine Karte ausgespielt haben, wird aber zunächst kontrolliert, ob es zum Luftkampf kommt. Dazu kommt es genau dann, wenn sich mithilfe des Lineals vom Mittelpunkt des eigenen Flugzeuges aus, eine Linie zu einer gegnerischen Maschine ziehen lässt, die maximal so lang sein darf, wie die Linie. Einen Treffer gibt es automatisch: Ist das Flugzeug des Gegners maximal bis zur Hälfte des Lineals entfernt (Markierung durch Doppelstrich) muß der Gegner zwei Karten vom Stapel mit den Schadenskarten ziehen. Ist das Flugzeug weiter entfernt, zieht er nur eine Schadenskarte. Darauf sind jeweils Punktzahlen in verschiedenen Wertigkeiten abgedruckt, die den erlittenen Schaden feststellen. Diese Karten legt der Spieler verdeckt auf das dafür vorgesehene Feld seines Spielbretts. Er muß den Mitspielern erst die Höhe des Schadens mitteilen, wenn sein Flugzeug abgeschossen worden ist.

Darüber hinaus gibt es auf den Schadenskarten aber noch einige besondere Symbole, die Konsequenzen haben können: Darunter befinden sich unter anderem eine Karte, die das Maschinengewehr für die Dauer von 3 Flugkarten verklemmt (kein Angriff möglich), eine Karte bei der Feuer im beschossenen Flugzeug ausbricht (3 Flugkarten lang je eine Schadenskarte ziehen) oder Karten, die das Steuerruder verklemmen und somit Bewegung in eine bestimmte Richtung unmöglich machen. Besonders übel ist allerdings die Karte mit dem Symbol "Explosion", die das beschossene Flugzeug sofort zum Absturz bringt.

In der Ergänzung "Burning Drachens" gibt es nun noch einige neue Regeln, die zu beachten sind:
Das Spiel endet, sobald das Missionsziel für eine der beiden beteiligten Seiten erfüllt ist oder wenn nur noch eine der beiden Seiten/Spieler Flugzeuge übrig hat.
(Troudi 10.10.07)

Troudi vergibt 9 von 10 Punkten:
Was für das Grundspiel, "Wings of War - Famous Aces" galt, gilt uneingeschränkt auch wieder für diese Ergänzung. Auf jeden Fall ist diese Erweiterung die bisher beste zur "Wings of War"-Serie. Hier erhält man mit den zahlreichen Boden- und Ballonmissionen nicht nur zahlreiche neue interessante Aufträge, sondern es gibt auch die Ballons dazu, die recht imposant wirken und - das eigentlich Wichtigste - es gibt neue Regeln. Besonders die Höhenflugregeln tragen nochmal sehr positiv zum Spielgefühl bei und verleihen dem ganzen Spiel eine noch authentischere Atmosphäre. Auch die Bodenabwehr verleiht dem Spiel neue Möglichkeiten - und natürlich auch Gefahren: Man muss schon gründlich aufpassen, dass man nicht zu nah an die Flaks rankommt, sonst kann das schnell problematisch werden. Auch die Ballons sind eine echte Herausforderung für die alliierten Jagdflieger: Im Hinblick auf Trefferpunkte können die Ballons so einiges ab und als hätte man damit nicht schon genug zu tun, kommen natürlich noch deutsche Jagdflieger den Ballons zur Hilfe. Schön ist auch die Ballonsperre: Wer da einmal kurz falsch manövriert, kann sein Flugzeug vergessen. Alles in allem stellt "Wings of War - Burning Drachens" also ein sinnvolle Erweiterung da, die neue interessante Regeln und neues interessantes Material ins Spiel bringt, aber auch alleine gespielt werden kann und dann von allen Teilen den meisten Spielspaß bietet und auch die komplexesten Regeln hat. Die Authenzität erhöht sich nochmal um einiges und trägt noch mehr zum Simulationsgefühl bei. Auch für diese Packung liegt der Ladenpreis wieder bei ungefähr 17 Euro.

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