Calavera

Vielen Dank an moses für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : moses
Autor : Klaus-Jürgen Wrede
Spieleranzahl : 2 bis 4 Spieler
Alter : ab 8 Jahren
Dauer : ca. 20 min
Erscheinungsjahr : 2019

Spielart: Roll & Write


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Calavera von moses Spiele

Das Spielmaterial
1 Spielblock - 6 Würfel - 1 Spielanleitung

Ziel des Spiels ist es die Würfelergebnisse so auf dem eigenen Wertungsblatt einzutragen, dass man am Ende die meisten Punkte hat.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler ein Wertungsblatt. Dieses zeigt vier Spalten für die jeweiligen vier Farben im Spiel. Die Reihen werden später im Spiel von links nach rechts befüllt. Anfänglich gilt, dass je weiter man in einer Reihe fortgeschritten ist auch mehr Punkte bekommt. Ab einer bestimmten Stelle wendet sich dann aber das Blatt. Hier hat man zwar die Möglichkeit seine Reihen zu sichern und somit die Punkte einzufrieren, aber wenn man diesen Zeitpunkt verpasst und weiter eine Reihe füllt, gibt es schnell weniger Punkte und man kann sogar Minuspunkte für eine Reihe erhalten. Die sechs Würfel werden bereit gelegt. Jeder Würfel zeigt dabei die vier Farben im Spiel, sowie ein Joker-Symbol und ein Totenkopf-Symbol.

Gespielt wird reihum. Der aktive Spieler würfelt zunächst mit allen sechs Würfeln. Danach darf er beliebig viele Würfel neu würfeln. Und auch nach dem zweiten Wurf darf er nochmal beliebig viele Würfel neu Würfeln, auch die man zuvor schon heraus gelegt hatte. Einzig und allein Würfel die einen Totenkopf zeigen, dürfen zu keiner Zeit nochmal neu gewürfelt werden. Ist der Spieler mit dem Ergebnis zufrieden oder kann er nicht mehr neu würfeln, kommt es zur Auswertung des Würfelwurfs.
Folgende Ergebnisse kann man auf seinem Zettel eintragen. Entweder man entscheidet sich für eine bestimmte vorhandene Farbe. Dann trägt man so viele Kreuze von links nach rechts in der entsprechenden Farbreihe ein, wie Würfel aktuell ausliegen. Ist mindestens ein Joker-Symbol - die Rose - zu sehen, kann man sich auch für die Joker entscheiden und trägt so viele Kreuze in eine gewünschte Reihe ein, wie Rosen im Ergebnis zu sehen sind. Es ist nicht erlaubt Farbwürfel und Rosen miteinander zu kombinieren.
Die Anzahl der Totenköpfe gibt an, wer wann Kreuze auf seinem Wertungszettel machen darf.
Das Wertungsblatt zeigt drei rote senkrechte Linien. Der erste Spieler der alle Felder links einer Linie ankreuzen konnte, notiert sich den darunter stehenden größeren Bonus. Alle Spieler, die es danach schaffen alle Felder anzukreuzen, notieren sich jeweils den kleineren Bonus.
Desweiten gibt es in der Mitte des Wertungsblattes einen gelben Bereich. Hat man es geschafft mindestens ein Kreuz in diesen Bereich zu setzen, ist es möglich diese Reihe zu sichern. Dazu muss der aktive Spieler mindestens so viele Rosen erwürfeln, wie es die Grafik oberhalb des entsprechenden Feldes anzeigt. Für die ersten drei gelben Feldern werden zwei Rosen benötigt, auf den danach folgenden zwei Feldern dann schon drei Rosen. In der gesicherten Reihe kann man für den Rest des Spieles keine Kreuze mehr setzen. Die Punkte die oberhalb des am weitestens rechts gesetzten Kreuzes in dieser Reihe stehen, können nun in der Wertungsspalte notiert werden.
Rechts vom gelben Bereich beginnt die sogenannte Todeszone. Wer hier Felder ankreuzt, schliesst ebenfalls die Reihe ab. Allerdings bekommt man hier deutlich weniger Punkte, als noch im gelben Bereich. Ist man erst einmal hier gelandet, kann man auch sofort die Punkte, wie in der darüber stehenden Zeile angegeben in der Wertungsspalte notieren. Auch diese Reihe ist damit geschlossen. Weitere Kreuze können hier nicht mehr eingetragen werden.

Wurde der Würfelwurf von allen Spielern komplett abgehandelt, wird der Spieler links vom aktiven Spieler neuer aktiver Spieler.

Calavera von moses Spiele

Das Spiel endet sofort, sobald ein Spieler alle vier Reihen geschlossen hat, also entweder im gelben Bereich gesichert oder damit in die graue Todeszone gelangt ist. Alle anderen Spieler notieren sich jetzt die Punkte für die noch nicht gewerteten Reihen. Für eine Reihe bekommt man so viele Punkte, wie es der Position des am weitesten rechts gesetzten Kreuzes entspricht. Nun addiert jeder Spieler für sich die Punkte aus dem vier Reihen und addiert dazu noch mögliche Bonuspunkte für das erreichen von roten Linien.

Es gewinnt der Spieler, der nun die meisten Punkte vorweisen kann.
(Superfred 18.05.19)


Hier ein paar Erläuterungen zu möglichen Regelunklarheiten:
  • Bei Spielende heißt sofort sofort. Schliesst der aktive Spieler seine vierte Reihe ab, tragen die Mitspieler nichts mehr ein. Beendet nicht der aktive Spieler das Spiel, tragen aber alle Spieler noch etwas ein, da dieses ja gleichzeitig passiert.
  • Gleiches gilt für die roten Linien, bei denen ja nur der erste Spieler den höheren Bonus bekommt. Erreichen der aktive und ein Mitspieler eine rote Linie im gleichen Wurf, bekommt nur der aktive Spieler den vollen Bonus, da der Mitspieler ja erst danach an der Reihe ist. Erreichen hingegen mehrere nichtaktive Spieler als erstes die rote Linie, bekommen alle den höheren Bonus.
  • In seltenen Fällen kann es vorkommen, das ein Spieler mehr Kreuze setzen muss, als noch freie Felder vorhanden sind. In diesem Fall wird die Reihe komplett gefüllt und mit -3 Punkten gewertet.
  • Nur der aktive Spieler kann mit Rosen eine Reihe einfrieren.
  • Die angegebene Rosenanzahl zum Einfrieren einer Reihe ist die Mindestanzahl. Mit drei Rosen kann man auch eine Reihe schliessen, für die man nur zwei Rösen benötigen würden. In einem Zug kann man auch nur eine Reihe einfrieren, auch wenn man selbst sechs Rosen gewürfelt hat.

Weitere Infos:
- Die Homepage von moses Spiele

Superfred vergibt 9 von 10 Punkten:
Calavera ist ein tolles Roll & Write Spiel mit einem sehr hohen Anteil an Interaktion. Das Thema kommt dabei recht morbide daher, da man Elemente gewählt hat die auf den mexikanischen Feiertag Dia de los Muertos (den Tag der Toten) hinweisen sollen. Gut, beim Spielen selber merke ich hier zwar nur sehr begrenzt einen Bezug, aber die Grafik ist passend gewählt und auch der Totenkopf auf der Spieleschachtel macht durchaus was her. Viel wichtiger bei diesem Spiel ist die durchdachte Spielmechanik. Roll & Write Spiel gibt es zur Zeit ja wie Sand am Meer. Ein paar davon bieten tolle Ideen, die sie dann aus der Masse hervortreten lassen. Beim ersten Lesen der Anleitung hatte ich eher das Gefühl, das Calavera eines von den Spielen ist, die in der Masse untergehen werden, weil sie nicht viel Neues bieten. Farben würfeln und eintragen. Der erste Spieler sucht aus, alle anderen Spieler ziehen hinterher. Dieses sorgt dafür das alle Spieler immer am Spiel beteiligt sind. Das ist sicherlich gut, machen viele andere Roll & Write Spiele auch. Manche Würfel darf man neu Würfel, andere blockieren und müssen, heraus gelegt werden. Hmm, auch dieses Element wird von gefühlt jedem anderen anderen Roll & Write genutzt. Und dann gibt es noch das Spielelemt dass die Anzahl der Totenköpfe vorgeben, welcher der Spieler nun das Würfelergebnis nutzen darf, hört sich im ersten Augenblick recht unscheinbar an, ist aber ein Kernelement wodurch sich Calavera deutlich von anderen Roll & Write Spielen abhebt. Immerhin darf man nicht Ergebnisse eintragen, sondern man muss. Am Anfang des Spiels ist das auch noch völlig in Ordnung, da man schnell voran kommen möchte um die Boni abzuholen. Ist man aber zu schnell unterwegs ist das auch nicht immer ein Vorteil. Die fetten Punkte in einer Reihe macht man immer nach rund zwei Drittel des Weges. Schafft man es dann nicht die Punkte zu sichern, und muss weitere Kreuze in einer Reihe eintragen - wenn mindestens ein Totenkopf ausliegt muss man auch als nicht aktiver Spieler Kreuze eintragen - kann es schnell passieren, dass einem die hart erarbeiten Punkte flöten gehen und man vielleicht sogar Minuspunkte notieren muss. Klar, Calavera ist ein Würfelspiel und Würfel fallen nicht immer so wie man es gern hätte. Aber da man als aktiver Spieler dreimal würfeln darf, hat man schon eine gewisse Chance das mögliche Ergebnis in eine bestimmte Richtung zu steuern. Und oftmals kann man verhindern, dass sicher geglaubte Punkte beim Mitspieler wirklich in die Wertung kommen. Diese Spieleweise gefällt vielleicht nicht jedem, aber genau hier liegt für mich der ganz große Reiz von Calavera. Besonders gut kann man natürlich in Spiel zu zweit seinen Mitspieler dazu quasi zwingen in einer Reihe mehr Kreuze zu setzen, als es ihm vielleicht lieb ist. Aber auch in voller Besetzung kann man prima austeilen. Ich kenne viele Roll & Write Spiele, sicherlich nicht alle, aber von denen mir bekannten gefällt mir Calavera zur Zeit am besten. Ein Stück weit erinnert es mich sogar an das Meisterstück Carcassone von Klaus-Jürgen Wrede. Auch hier kann man friedlich vor sich hin spielen. Aber der Spielreiz kommt doch erst dann, wenn man seinen Mitspieler sicher geglaubte Punkte wegnehmen kann. Ein Wort noch zu der Anleitung. Ja, ein Stück weit ist sie suboptimal. Manches wird nicht oder etwas halbherzig erklärt. Dieses hat zur Folge das manch klare Regel hinterfragt wird. Zur Sicherheit habe ich dich wichtigsten Punkte oben einmal zusammen gefasst. Dennoch halte ich Calavera für herausragend, denn selbst wenn man sich nicht ganz an die eigentlichen Regeln hält und konsistent abweichend spielt funktioniert das Spiel immer noch sehr gut. Calavera macht süchtig. Wer keine Angst davor hat, bekommt dieses tolle Spiel für rund 10 Euro.

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