Der Große Dalmuti

Auf einen Blick:
Verlag : Amigo
Autor : Richard Garfield
Spieleranzahl : 4-8
Alter : ab 8 Jahre
Dauer : ca. 15 min
Erscheinungsjahr : 1996 (1995 WotC)

Art: Karten-Stichspiel

Auszeichnungen:
NL Spielepreis 2004 Nominierungsliste

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Das Spielmaterial
80 Karten - 1 Spielregel

Das Spiel wird über mehrere Runden gespielt, Das Ziel dabei ist es möglicht schnell seine Handkarten loszuwerden. Wer zuerst alle Handkarten ablegen kann erhält den Titel "Großer Dalmuti", wer zuletzt noch Karten auf der Hand behält wird "Großer Diener" und muss Karten mischen, austeilen etc..

Spielvorbereitung
Die Karten werden gemischt und auf dem Tisch ausgelegt. Jede SpielerIn zieht eine Karte und legt sie sofort offen vor sich hin.Die höchste Karte ist der Dalmuti, die niedrigste der Narr. Wurde eine Karte gezogen die bereits eine MitspielerIn vorher gezogen hat, muss solange weitergeogen werden bis jede einen anderen Rang hat.Wer die ranghöchste Karte gezogen hat ist der Große Dalmuti. Dieser setzt sich am Tisch auf einen Platz seiner Wahl. Links neben dem Großen Dalmuti setzt sich die SpielerIn mit dem zweithöchsten Rang. Sie ist der Kleine Dalmuti. Rechts neben den Großen Dalmuti setzt sich die SpielerIn mit der niedrigsten Karte. Sie ist der Große Diener. Rechts daben platziert sich die SpielerIn mit der zweitniedrigsten Karte, die Kleine Dienerin. Entsprechend den Rängen ihrer gezogenen Karten setzten sich die übrigen SpielerInnen zwischen dem Kleinen Diener und dem Kleinen Dalmuti.
Zahl und Titel auf den Karten bilden den Rang der jeweiligen Karte. Je niedriger die Zahl desto höher der Rang. Zudem  erkennt man anhand der Zahlen auf den  Karten  die Anzahl des jeweiligen Ranges im  Spiel. Die beiden Narren bilden dabei eine Ausnahme. Sie haben keine Zahl und fungieren in zweierlei Hinsicht. Werden sie alleine gespielt haben sie den niedrigsten Rang (13).In Kombination mit einer oder meherer anderer Karten haben sie eine Jokerfunktion und nehmen den jeweiligen Rang der mitgespielten Karten an.

Haben sich Dalmutis, Diener und Volk gesetzt, sammelt der Große Diener alle Karten ein, mischt sie und teilt sie im Uhrzeigersinn an alle MitspielerInnen aus, wobei der Große Dalmuti die erste Karte erhält. Je nach Anzahl der Mitspieler haben einige mehr Karten auf der Hand als andere. Jede nimmt ihre Karten auf und sortiert sie den Rängen entsprechend.
Der Große Dalmuti gibt anschließend zwei Karten die er nicht gebrauchen kann, verdeckt an den Großen Diener weiter, welcher ihm seine zwei ranghöchsten Karten, ebenfalls verdeckt, zurückgibt. Dasselbe spielt sich auch zwischen dem Kleinen Dalmuti und dem Kleinen Diener ab, mit dem Unterschied, dass nur eine Handkarte getauscht wird. Narren werden dabei nicht getauscht.

Hat eine SpielerIn nach dem Austeilen beide Narren auf der Hand, kann sie eine Revolution ausrufen. In diesem Falle findet keine Tauschaktion zwischen Großem Dalmuti und Großem Diener, Kleinem Dalmuti und Kleinem Diener statt.
Hat der Große Diener beide Narren auf der Hand, kommt es zum großen Aufstand. Alle SpielerInnen tauschen somit Ränge und Plätze miteinander d.h. Großer Diener wird Großer Dalmuti, Kleiner Diener Kleiner Dalmuti usw. Bei einer ungeraden Zahl behält die mittlere SpielerIn  ihren Rang.

In jeder Runde beginnt der Große Dalmuti mit dem Ausspielen von Handkarten. Dabei kann er eine Einzelkarte oder mehrere Karten des gleichen Ranges ausspielen. Die MitspielerInnen können nun entweder je nach Vorgabe eine höhere Einzelkarte oder einen höheren Satz (zwei oder mehere Karten mit der gleichen Zahl) mit der gleichen Kartenanzahl ausspielen oder passen. Es ist möglich, während desselben Stiches zu passen und später wieder einzusteigen und ebenso mehrfach Karten auszuspielen.
Wenn alle gepasst haben, sammelt der Große Diener den Stich ein und legt ihn beiseite, die SpielerIn die die höchste Karte bzw. den höchsten Satz gespielt hat darf den nächsten Stich beginnen.

Die SpielerIn, die zuerst ihre Karten abgespielt hat ist Gewinnerin der Spielrunde und somit neuer Großer Dalmuti in der nächsten. Die Zweite wird Kleiner Dalmuti , wer zuletzt noch Karten auf der Hand hat wird Großer Diener, die vorletzte Kleiner Diener. Die Spielrunde endet.
Nun gruppieren sich wieder alle in Rangreihenfolge um den neuen Großen Dalmuti, der natürlich auf seinem bisherigen Platz sitzenbleiben darf. Haben sich alle gesetzt, mischt der neue Große Diener erneut die Karten und teilt sie aus.
Für den Fall, dass niemand Kartensatz oder Einzelkarte derer erhöht, die gerade ihre letzte Karte gespielt hat, fängt im Uhrzeigesinn diejenige Spielerin, die noch Karten auf der Hand hat einen neuen Stich an.

Punktewertung:
Der Große Dalmuti erhält für jeden seiner Untertanen einen Punkt. Bei 5 SpielerInnen also 4 Punkte. Der Kleine Dalmuti erhält in diesem Falle 3 Punkte usw. Der Große Diener erhät keinen Punkt. Die Punkte werden auf einem Zettel nach jeder Runde notiert.
Das Spiel wird eine vorher festgelegte Anzahl an Runden gespielt, die Regel empfiehlt 10. Die SpielerIn, die über die Runden die meisten Punkte machen konnte, gewinnt das Spiel.
(millibeth 09.12.2004)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Amigo
- Hier findet ihr auch die komplette Anleitung (als pdf-File)

millibeth vergibt 6 von 10 Punkten:
Diejenigen die es kennen, werden die Ur-Skatkartenspielvariante aus der eigenen Kindheit bereits erkannt haben. Und auch wir riefen beim ersten spielen : " Aha, das ist ja wie Arschloch!" .Das Spiel bei dem es Arsch und Fizearsch, Meister und Fizemeister gab. Dieses Spiel greift den alten Mechanismus zwar auf, hat aber zwei entscheidene Vorteile: Der erste ist, dass man das Spiel auch mit bis zu 8 Personen spielen kann und der zweite, dass die SpielerInnen ihre Ränge durch die beiden Jokerkarten und die Möglichkeit zu Revolution oder großem Aufstand häufiger wechseln, was für eine höhere Spieldynamik sorgt als das altbekannte Arschloch. Zudem ist es allein durch durch die Namensgebung familientauglicher geworden. Ein nettes Kartenspiel für zwischendurch mit mehreren Leuten, aufpassen sollte man nur in Etagenwohnungen zu fortgeschrittener Stunde, das häufige Stühlerücken kann den Nachbarn schnell den Schlaf rauben.

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