Der König der Diebe

Auf einen Blick:
Verlag : Eurogames
Autor : Michael Schacht und Bruno Faidutti
Spielanzahl : 3-6 Spieler
Alter : ab 12 Jahren
Dauer : ca. 30-45 min
Erscheinungsjahr : 2001

Art: Kartenablegespiel

Auszeichnungen:
A la carte 2002 (Platz 4)

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Das Spielmaterial
6 Burgkarten - 12 Heldenkarten - 3 neutrale Heldenkarten - 1 Karte "Draco" -
1 Würfel - 1 Becher - 20 Silbermünzen - 25 Goldmünzen - 1 Spielregel

König Arthurs Cousin Drago, der König der Diebe, ist wieder einmal von einem erfolgreichen Beutezug zurückgekehrt. Nun wird er in einem traditionellen Gelage an seiner „Tafelrunde“ die Beute unter den Anwesenden aufteilen. Der Spieler der von Draco die meiste Beute erhält, gewinnt das Spiel.

Je nach Spieleranzahl spielen nur bestimmte Farben mit, um ein Gleichgewicht unter den einzelnen Charakteren zu halten. Dann wählt jeder Spieler eine Farbe und erhält die beiden Helden in der Farbe. Die Karte Draco darauf gehört keinem Spieler, sie wird hingelegt, so dass Draco den Kelch in seiner rechten Hand hält. Er sitzt - sozusagen - am Kopf der Tafel. Die neutralen Heldenkarten (Zork, Bruder John, Old Sarah) und die Karten der teilnehmenden Spieler werden nun gemischt. Danach werden diese Karten, beginnend bei Draco, im Uhrzeigersinn im Kreis ausgelegt, so dass schließlich Draco am Kopf einer kreisförmigen „Tafel“ sitzt. Die von Draco bevorzugten Helden sitzen auf der Seite von Draco, wo er den Kelch in der Hand hält. Auf der anderen Seite sitzen die Helden, die sich bei Draco eher unbeliebt gemacht haben. Dann werden die Aktionskarten gemischt und jeder Spieler zieht 5. Jeder Spieler erhält außerdem eine Goldmünze, die wiederum 3 Silbermünzen wert ist.

Ein Startspieler wird bestimmt und beginnt das Spiel. Jeder aktive Spieler hat immer drei mögliche Aktionen.

1. Der aktive Spieler muss eine Aktionskarte aus seiner Hand ausspielen und die Aktion durchführen. Danach wird die Karte offen neben den Nachziehstapel abgelegt. Es ginge hier zuweit, alle Aktionskarten zu erläutern. Die meisten Aktionskarten bewirken allerdings, dass Helden ihre Position am Tisch verändern. Wenn sie „vorgezogen“ werden, werden sie immer in Richtung von Dracos „positiver Seite“ gezogen (also die mit dem Kelch), wenn sie „zurückgezogen“ werden, dann in Richtung von Dracos „negativer“ Seite (also die freie Hand). Wenn ein Held bspw. 4 Plätze vorgesetzt werden darf, überspringt er die nächsten 4 Helden vor seiner aktuellen Position und setzt seinen Helden dort ein. Die anderen Helden rücken dementsprechend einen Platz nach hinten. Ein Held kann niemals über Draco hinausgezogen werden. Es gibt aber auch noch andere Aktionskarten, die andere Ereignisse auslösen.

2. Wenn der aktive Spieler dies tun möchte, kann er einen Trinkspruch ausbringen. Voraussetzung dafür ist, dass der hölzerne Kelch in der Mitte des Tisches steht. Er nimmt den Kelch und bringt einen Trinkspruch aus. Damit löst er eine Wertung aus. Zuerst wird auf der positiven Seite von Draco gewertet: Der erste Held direkt neben Draco erhält 4 Silbermünzen, der 2. Held 3 Silbermünzen, der 3. Held 2 Silbermünzen und der 4. Held 1 Silbermünze. Die Helden auf der negativen Seite müssen aber bezahlen: Der 1. Held zahlt 2 Silbermünzen, der 2. Held 1 Silbermünze. Die Besitzer der beiden Helden rechts und links neben Old Sarah dürfen sich außerdem je eine Aktionskarte nehmen. Der Spieler behält den Kelch und stellt ihn erst nach seinem Zug der nächsten Runde wieder in die Tischmitte zurück.

3. Der aktive Spieler zieht die oberste Karte vom Nachziehstapel und nimmt sie auf die Hand. Am Anfang des Spiels haben alle Spieler nur 5 Karten auf der Hand, was sich während des Spiels allerdings durch bestimmte Aktionskarten oder Old Sarah ändern kann. Hat der Spieler diese Aktionen durchgeführt, ist sein linker Nachbar an der Reihe.

Erwähnenswert sind hier noch die sog. „neutralen“ Helden: Grundsätzlich nehmen alle neutralen Helden keine Karten, wenn sie eine ziehen müssten. Old Sarah bekommt kein Geld und bezahlt auch kein Geld. Die beiden Helden neben ihr ziehen bei der Wertung aber eine zusätzliche Karte, vorausgesetzt es sind keine neutralen Helden. Bruder John gibt Geld das er erhält an den Spieler hinter sich weiter, muss er allerdings Geld bezahlen, muss der Held der vor ihm sitzt bezahlen. Zork bekommt nichts, wenn er Geld erhalten soll, muss er allerdings bezahlen, muss der reichste Spieler für ihn bezahlen. Dabei sogar doppelt, wenn Zork bei einer Wertung auf einem dementsprechenden Platz sitzt.

Das Spiel endet, nachdem der Nachziehstapel einmal durchgespielt worden ist. Der Ablagestapel wird dann durchgemischt und ist der neue Nachziehstapel. Wird dann eine Wertung ausgelöst, endet das Spiel nach dieser Wertung. Der Spieler mit dem meisten Geld gewinnt das Spiel.
Die Autoren weisen darauf hin, dass man für eine kürzere Spieldauer einfach eine beliebige Anzahl von Aktionskarten aus dem Spiel nehmen kann.
(Troudi 14.01.05)

Troudi vergibt 7 von 10 Punkten:
„Der König der Diebe“ ist ein flottes Spiel mit netten Grafiken und einem unterhaltsamen Spielverlauf. Besonders die Aktionskarten sorgen immer wieder für Abwechslung, auch bringen sie einen gewissen Ärgerfaktor ins Spiel. Obwohl das Spiel natürlich – durch die Aktionskarten – einen großen Glücksanteil hat, sind auch gewisse Taktiken von Vorteil, wie z.B. das Aufsparen besonders guter Karten bis kurz vor der Wertung etc.. Das Spiel ist schnell erklärt und ein gutes Spiel, um einen Spieleabend einzuleiten oder auch mal kurz für zwischendurch. Leider ist auch dieses Spiel aufgrund des Verschwindens von Eurogames nicht mehr in der Produktion, ist aber bei vielen Spielehändlern noch als günstiger Restposten für um die 10 Euro erhältlich. Wer ein flottes Kartenspiel mag sollte „Der König der Diebe“ auf jeden Fall mal ausprobieren.
  
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