Wind und Wetter

Auf einen Blick:
Verlag : Jumbo
Autor : Ben van Dijk & Wil Dijkstra
Spielanzahl : 2-4
Alter : ab 12 Jahre
Dauer : 90 min
Erscheinungsjahr : 1990

Spielart: Strategiespiel

Auszeichnungen:
Deutscher Spielepreis 1990 (Platz 8)

ZUR HAUPTSEITE


Das Spielmaterial
1 Spielplan - 1 Windrose - 53 transparente Wettersteine - 14 Wetterkarten - Spielgeld (1000er und 5000er) -
25 weiße Kreuzfahrt - 36 große und 144 kleine Hotelsteine (in den 4 Spielerfarben) - 1 Beutel - 1 Spielregel

Das Ziel des Spieles ist es, möglichst viel Geld zu verdienen. Dieses geschieht durch Beeinflussung des Wetters. Bei gutem Wetter strömen natürlich mehr Touristen in die Hotels und auch Schiffe, die Richtung Sonne fahren sind natürlich interessanter für die Urlauber. Und wenn man dann nebenbei auch noch eine Gewitterwolke zur Konkurrenz schickt...

Der Spielplan, der eine geografische Karte zeigt, ist in 25 quadratische Felder eingeteilt. Hierbei wird unterschieden in Seegebiete (nur für Schiffe), Flusszonen (für Schiffe und Hotels) und mehrere Arten von Landgebieten (nur für Hotels). Außerdem gibt es 6 Arten von Wettersteinen, denen allen ein Zahlenwert zugeordnet ist (je besser das Wetter, desto höher die Zahl): Tiefdruckgebiet (-2), Regen (-1), Bewölkung (0), Leichte Bewölkung (1), Sonnenschein (2), Hochdruckgebiet (3). Diese Wettersteine werden nach Zahlenwerten sortiert. Nun wird zufällig genau ein Hoch- oder ein Tiefdruckgebiet ausgesucht und zusammen mit jeweils 6 Wettersteinen der anderen vier Arten gemischt. Diese 25 Wettersteine werden dann zufällig auf den Feldern des Spielplans verteilt, so dass jeweils genau ein Feld mit einem Wetterstein versehen ist. Nun erhält noch jeder Spieler sieben Wettersteine, die er offen vor sich ablegt, zwei Wetterkarten, die er vor seinen Mitspielern geheim hält und 10.000 Mark Startkapital. Zum Schluss wird die Windrose in Richtung Süden gestellt (der Wind kommt also gerade aus Nord-Richtung). Das Spiel kann beginnen.

Gespielt wird reihum, jeder Spieler ist genau sieben mal an der Reihe, danach erfolgt die Endabrechnung.
Der aktive Spieler durchläuft immer genau 3 Phasen:

Gewinne und Verluste:
Zunächst werden die Gewinne und Verluste der Hotels und Schiffe des aktiven Spielers berechnet (in der erste Runde entfällt diese Phase, da ja noch keine Hotels und Schiffe des aktiven Spielers auf dem Plan sind). Der Reihe nach werden nun alle Hotels und Schiffe abgerechnet. Die erwirtschafteten Beträge sind vom Wetter auf dem jeweiligen Feld abhängig. Die Zahl auf dem Wetterstein mal 1000 ist der Gewinn/Verlust für jedes Hotel/Schiff. Ein Hotel das also auf einem Feld mit Sonnenschein (Wert 2) steht bringt also 2000 Mark, ein Schiff das auf einem Feld mit Regen (Wert -1) bringt Verluste und kostet 1000 Markt. Hoch- und Tiefdruckgebiete erhöhen, bzw. reduzieren umliegende um den Wert 1. Hat man also ein Hotel auf einem Feld mit Bewölkung (Wert 0), welches direkt an einem Hoch anliegt, so steigt der Wert des Feld um 1, in diesem Fall also auf den Wert 1, und man bekommt für dieses Hotel 1000 Markt. So wird nun jedes einzelne Hotel und Schiff abgerechnet. Gewinne werden entsprechend ausgezahlt, falls man Verluste gemacht hat, zahlt man diese an die Bank. Hat man kein Geld mehr, muss man sein Eigentum zwangsverkaufen. Für ein Hotel bekommt man 2000 Mark, für ein Schiff 3000 Mark.

Wettereinflüsse und Investitionen:
In dieser Phase kann der aktive Spieler die folgende 4 Aktionen durchführen. Diese können dabei in beliebiger Reihenfolge durchgeführt werden:

a) Wetterstein spielen: Irgendwann in dieser Phase muss der Spieler genau einen seiner Wettersteine spielen. Mit diesem Stein kann das Wetter in einer Geraden (waagerecht oder senkrecht) oder Diagonalen (Haupt- und Nebendiagonale) verändert werden. Dabei ist die Windrichtung zu beachten. Kommt der Wind aus Norden, muss der Wetterstein an den oberen Rand des Spielbretts gelegt werden und es wird eine senkrechte Linie beeinflusst. Kommt der Wind zum Beispiel aus Südwesten, so wird der Wetterstein an den rechten oder unteren Rand gelegt und eine diagonale Linie gezogen. Das Wetter wird nun wie folgt geändert. Der Wetterstein wird auf das erste Feld auf dieser Linie gelegt. Der Wetterstein der ursprünglich auf dem ersten Feld lag, wird auf das zweite Feld gelegt usw., das Wetter wird also praktisch auf dieser Linie jeweils um ein Feld verschoben. Der überflüssige Wetterstein, der in dieser Reihe nicht mehr benötigt wird, kommt aus dem Spiel. Für die Wettersteine gibt es noch zwei weitere Regeln. 1) Es muss immer mindestens ein Hoch- oder Tiefdruckgebiet auf dem Brett liegen. Eine Wetterverschiebung, bei der die letzte Karte davon aus dem Spiel genommen werden würde, darf nicht durchgeführt werden. Außerdem dürfen in der siebten Runde keine neuen Hoch- oder Tiefdruckgebiete ins Spiel gebracht werden. Hat ein Spieler so einen Wetterstein, muss dieser vor der siebten Runde gespielt werden.

b) Wetterkarten spielen: Der aktive Spieler darf in dieser Phase jederzeit eine oder auch beide Wetterkarten spielen. Hierbei handelt es sich um Sonderkarten, die auf bestimmten Feldern sofort eine positive oder auch negative Wertung für alle Spieler auslöst, die auf den auf der Karte angegebenen Feldern ein Hotel oder Schiff stehen haben. Die Gewinne, aber auch Verluste, werden sofort ausgezahlt. Für das ganze Spiel stehen nur zwei dieser Karten für jeden Spieler zur Verfügung. Im Verlauf des Spiels kommen keine weiteren Wetterkarten hinzu.

c) Kauf/Verkauf von Hotels und Schiffen
Während der gesamten Phase können, so lange das Geld reicht, beliebig viele Hotels und Schiffe gekauft und somit auf dem Feldern des Spielbretts gesetzt werden. Hotels kosten 3000 Mark, Schiffe kosten 4000 Mark. Hotels und Schiffe können auch verkauft werden, hier bekommt man für ein Hotel 2000 Mark, für ein Schiff 3000 Mark zurück.

d) Bewegung von Schiffen
Während der gesamten Phase kann jedes eigene Schiff bis zu zwei Feldern bewegt werden. Es ist auch möglich, ein Schiff erst ein Feld zu bewegen, dann eine andere Aktion der Phase durchzuführen, und erst danach dasselbe Schiff um ein zweites Feld zu bewegen.

Änderung der Windrichtung:

Zum Schluss des Zuges darf der aktive Spieler noch die Windrichtung um 45° im Uhrzeigersinn ändern, wenn er dieses denn tun möchte. Danach wird der linke Spieler neuer aktiver Spieler.

Nach sieben Runden, wenn also alle Spieler ihre sieben Wettersteine verbraucht haben, endet das Spiel. Es folgt die Schlusswertung. Nun wird nochmal jedes Feld auf dem Plan gewertet und die Spieler bekommen/zahlen entsprechend den Wettersteinen nochmal Geld für ihre Hotels und Schiffe. Danach verkauft noch jeder Spieler sämtliche Hotels und Schiffe an die Bank. Der Spieler der nun das meiste Geld hat, gewinnt dieses Spiel.
(Superfred 19.12.04)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Jumbo

Superfred vergibt 6 von 10 Punkten:
Die Idee von Wind und Wetter ist klasse. Ich kenne kein anderes Spiel, wo man das Wetter beeinflussen muss um somit möglichst viel Geld mit seinen Gebäuden (und Schiffen) zu verdienen. Und auch die fehlende Interaktion stört mich nicht. Jeder bastelt in seinem Zug daran, das Optimale für sich selber heraus zu holen und gegebenenfalls seinen linken Nachbarn zu ärgern. Soweit könnte Wind und Wetter eigentlich ein richtig gutes Spiel sein, dennoch richtiger Spielspass kommt bei uns nicht auf. Ist halt ganz nett, aber bei dem vielen anderen Spielen, bleibt es dann doch eher mal wieder im Schrank liegen. Dabei kann ich noch nicht einmal genau sagen woran es denn nun genau liegt. Wir haben es schon in mehreren Gruppen ausprobiert und immer mit dem selben Ergebnis: Ein nettes Spiel, aber was genau daran fehlt, um ein gutes Spiel sein zu können, konnte bis dato auch noch niemand so richtig in Worte fassen. Wer also Gelegenheit hat es mal zu spielen oder vielleicht sogar für wenig Geld zu kaufen, sollte es unbedingt tun. Wie schon geschrieben, Wind und Wetter ist sicherlich kein Highlight, aber die interessante Umsetzung des Themas sorgt immer noch dafür, dass das Spiel hier und da dann doch nochmal gern aus den Tiefen des Spielschranks hervorgeholt wird.

Fragen zu Wind und Wetter? Schickt uns eine mail.