Zug um Zug - Das Kartenspiel

Vielen Dank an Pro Ludo / Days of Wonder für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : Days of Wonder
Autor : Alan R. Moon
Grafik : Julien Delval
Spieleranzahl : 2-4 Spieler
Alter : ab 8 Jahren
Dauer : ca. 30 min.
Erscheinungsjahr : 2008
 
Spielart: Kartensammelspiel

Auszeichnungen:
A la carte 2008 (Platz 5)

ZUR HAUPTSEITE
ZuZ - Das Kartenspiel von Days of Wonder

Das Spielmaterial
96 Wagenkarten - 46 Zielkarten - 6 Bonuskarten - 1 Spielanleitung

Wie auch bereits in den anderen Teilen von "Zug um Zug" geht es hier nun auch im transportablen Kartenspiel darum, die richtigen Waggons zu sammeln und auszuspielen um so schließlich die eigenen Verbindungskarten werten zu können, dafür Punkte zu kriegen und dann nach Möglichkeit das Spiel zu gewinnen.

Vor dem Spiel werden die Bonuskarten in die Tischmitte gelegt. Die Wagen- und Zielkarten werden getrennt gemischt. Dann erhält jeder Spieler verdeckt 7 Wagenkarten auf die Hand. Die restlichen Wagenkarten bilden einen verdeckten Nachziehstapel, wobei die obersten 5 Wagenkarten aufgedeckt und offen neben den Nachziehstapel gelegt werden. Danach erhält jeder Spieler 6 Zielkarten auf die Hand, die er sich sofort ansehen darf. Dann darf der Spieler alle bis auf eine dieser Karten ablegen, er kann aber auch alle oder meherere behalten - je nachdem, welche Zielkarten er für erfüllbar hält. Die abgelegten Karten werden mit den restlichen Zielkarten gemischt und bilden ebenfalls einen verdeckten Nachziehstapel. Der jüngste Spieler wird der Startspieler.

Das Spiel wird in Spielerzügen gespielt. Beginnend mit dem Startspieler und danach im Uhrzeigersinn muss ein Spieler in der Regel erst Wagenkarten aus seinem Verschiebebahnhof in den Unterwegs-Stapel legen und muss danach eine von drei möglichen Aktionen durchführen. Detailliert läuft das folgendermaßen ab:

1. Wagenkarten in den Unterwegs-Stapel legen: Hat ein Spieler Karten vor sich ausliegen, dann bezeichnet man diese Auslage als "Verschiebebahnhof". Aus diesem Verschiebebahnhof muss der Spieler nun eine Wagenkarte jeder Farbe in seinem Verschiebebahnhof nehmen und legt diese in einen separaten und verdeckten Stapel, der Unterwegs-Stapel genannt wird und mit dem später die Zielkarten ausgewertet werden.

2. Aktion durchführen: Hat ein Spieler Karten in den Unterwegs-Stapel gelegt oder eventuell auch nicht, dann muss er jetzt eine von drei möglichen Aktionen durchführen:
Hat ein Spieler eine der drei oben genannten Aktionen durchgeführt, dann ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe.

Das Spiel endet abhängig von der Spielerzahl. Bei 2 oder drei Spielern endet das Spiel, sobald der Stapel mit den Wagenkarten einmal durchgespielt wurde. Jeder Spieler überprüft dann, welche seiner Zielkarten er mit den Karten im eigenen Unterwegs-Stapel erfüllen konnte, wobei jede Wagenkarte nur einmal verwenden darf. Für die erfüllten Zielkarten erhält er dann die jeweils auf der Karte angegebenen Punkte. Für nicht erfüllte Zielkarten werden ihm die angegebenen Punkte abgezogen. Danach gibt es noch Punkte für die einzelnen Bonuskarten: Wer jeweils die meisten erfüllten Zielkarten mit dem Namen der Stadt auf den Bonuskarten hat erhält die darauf angegebenen Bonuspunkte. Haben mehrere Spieler die gleiche Anzahl von erfüllten Zielkarten mit dem entsprechenden Stadtnamen, dann erhalten alle diese Spieler die Bonuspunkte. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel. Bei vier Spielern erfolgt nach dem ersten Durchspielen des Stapels eine erste Wertung, wobei allerdings nur die Zielkarten auf der Hand und nicht die Bonuskarten gewertet werden. Danach legt jeder Spieler alle seine Karten, bis die auf seiner Hand, auf den Ablagestapel. Dieser wird dann gemischt und bildet den Nachziehstapel für die nächste Runde. Erst wenn der Nachziehstapel nochmals durchgespielt wurde endet das Spiel und es erfolgt eine weitere Zielkartenwertung inklusive der Bonuskartenwertung. Auch hier gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der die meisten Zielkarten erfüllen konnte. Gibt es dann immer noch Gleichstand, dann gewinnt der Spieler, der am meisten Bonuskarten erhalten hat.

(Troudi 24.06.08)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Days of Wonder

Troudi vergibt 4 von 10 Punkten:
Ganz ehrlich gesagt: Hier drängt sich ein wenig der Eindruck auf, dass man mit diesem Kartenspiel lediglich auf die erfolgreiche "Zug um Zug"-Reihe aufspringen wollte. Denn tatsächlich hat das hier vorliegende Kartenspiel eigentlich nichts Neues und wenig Originelles zu bieten: Die Sammelmechanismen sind wirklich nicht neu, noch dazu dann gleichzeitig aber auch sehr glücksabhängig. Es gilt schlicht und einfach das Motto: Wer die richtigen Karten zieht, der kann dann ausspielen. Wer danach drankommt, hat schlechte Karten. Einen dementsprechenden Vorteil hat - gerade im Spiel zu viert - der Startspieler: Legt er den richtigen Triple raus, sind die nachfolgenden Spieler dann eventuell recht lange auf Eis gelegt. Da ist was nicht richtig berücksichtigt worden. Und das Spiel ist aufgrund der Regel, dass man keine Farbe rauslegen darf, die bereits liegt, dann auch relativ langatmig, wenn man nicht gerade viele Karten einer Farbe auf der Hand hat. Die kann man natürlich gezielt sammeln, das dauert dann aber. Noch dazu können in der offenen Auslage beliebig viele Lokomotivkarten liegen, so dass man hier auch recht lange gebremst wird. Fazit: Man muss nicht unbedingt ein 08/15-Kartenspiel zu einem erfolgreichen Brettspiel machen, wenn das Brettspiel wirklich um Längen besser ist und mit dem Kartenspiel nicht so viel gemeinsam hat. "Zug um Zug - Das Kartenspiel" ist für ca. 15 Euro im Handel erhältlich.

Fragen zu Zug um Zug - Das Kartenspiel? Schickt uns eine Mail.