Giganten

Auf einen Blick:
Verlag : Kosmos
Autor : Wilko Manz
Grafik : Franz Vohwinkel
Spieleranzahl : 3-4 Spieler
Alter : ab 10 Jahren
Dauer : 70-90 min
Erscheinungsjahr : 1999

Spielart: Wirtschaftsspiel

Auszeichnungen:
Spiel der Jahres 1999 Nominierungsliste
Deutscher Spielepreis 1999 (Platz 6)

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Das Spielmaterial
4 LKWs - 20 Bohrtürme - 5 Loks - 3 Ölfässer - 60 Ölsteine - 42 Aktionskarten - 78 Verkaufslizenzen -
4 Spielübersichten - 1 Würfel - 1 Spielbrett - 1 Spielregel

Die Spieler schlüpfen in diesem Spiel in die Rolle von mächtigen Ölbaronen. Diese Ölbarone müssen neue Ölvorräte entdecken und erschließen, diese anschließend auf dem Markt verkaufen und damit möglichst viel Geld verdienen. Der reichste Ölmulti gewinnt das Spiel.

In der Mitte des Spielplanes befindet sich das Terrain, auf dem sich die Ölvorräte befinden und nun auch Bohrtürme errichtet werden sollen. Dies wird mit Hilfe der LKWs passieren. Auf den Eisenbahngleisen am unteren Spielfeldrand wird das Öl dann abtransportiert. Links befinden sich die Lager der drei Ölgesellschaften und die Kurstabelle für den Ölpreis. Zuerst muss das Spielfeld vorbereitet werden. Dazu werden die Plättchen mit den Bohrtürmen entsprechend ihrer Anzahl auf dem Spielfeld verteilt. Sechs Plättchen bleiben übrig, sie kommen zurück in die Schachtel. Die Aktionskarten werden gemischt und getrennt nach Farben verdeckt auf die jeweiligen Felder gelegt. Die Aktionskarten werden gemischt und, getrennt nach Farben, verdeckt auf die jeweiligen Felder gelegt. Ebenso die 60 Verkaufslizenzen. Die schwarze Lok wird auf das entsprechende Startfeld der Bahngleise gesetzt. Jeder Spieler erhält 15000 Dollars und jeweils 1 LKW, 5 Bohrtürme und 1 Lok seiner Farbe. Die Lok wird sofort auf eines der 4 Startfelder der Bahngleise gestellt. Der Startspieler wird bestimmt und erhält den Würfel. Jetzt werden 9 Aktionen jeweils von allen Spielern durchgeführt:

1. Ölpreis festlegen
Der Startspieler würfelt für alle drei Ölgesellschaften. Befindet sich der Preismarker im weißen Bereich, bedeutet ein grünes Ergebnis einen Preisanstieg, ein rotes Ergebnis ein Sinken des Preises. Im roten Bereich steigt der Preis immer, im blauen Bereich fällt der Preis immer um die entsprechende Augenzahl.

2. Aktionskarten
Der Startspieler deckt die erste Aktionskarte auf (vom roten Stapel): Zunächst bewegt er die schwarze Lok. Die Karte wird offen abgelegt, vier weitere Karten werden aufgedeckt (vom beigen Stapel) und beginnend mit dem Startspieler darf sich jeder Spieler eine Karte aussuchen. Die Karten werden offen abgelegt. Die darauf angegebenen Standardaktionen dürfen von jedem Spieler durchgeführt werden (Anzahl der Verkaufslizenzen nehmen, Bewegungspunkte für LKW oder Lok verbrauchen). Dazu kommen noch einige Sonderaktionen, die aber nicht auf allen Karten abgebildet sind.3. Verkaufslizenzen Verkaufslizenzen werden vom Startspieler entsprechend der auf der Aktionskarten genannten Anzahl an jeden Spieler verteilt. Die Verkaufslizenzen sollte jeder Spieler geheim halten.

4. Bewegungspunkte verbrauchen und Sonderaktion durchführen
Die Spieler können nun die Bewegungspunkte von der Aktionskarte auf Lok und LKW verteilen. Der Startspieler beginnt und führt auch ggf. die Sonderaktion durch. Der LKW kann mit seinen Bewegungspunkten folgendes machen: LKWs beginnen immer in der ersten Felderreihe. Alle Bewegungen außer diagonalen Bewegungen sind erlaubt. Ebene Felder kosten 1 Punkt, Hügelfelder 2 Punkte und Gebirgsfelder sogar 3 Punkte. Felder in denen Förderkärtchen oder andere LKWs sind, dürfen durchquert werden, aber man darf dort nicht anhalten. Bohrtürme dürfen nicht überfahren werden. Der LKW muss nicht bewegt werden und muss sich auch nicht alle Bewegungspunkte verbrauchen. Der LKW kann seine Bewegung unterbrechen, um nach Öl zu suchen, wenn der LKW an einem oder mehreren Förderkärtchen vorbeikommt. Der Spieler darf sich diese dann ansehen, sofern sie direkt an das Feld angrenzen (nicht diagonal). Rote Förderkärtchen dürfen erst angesehen werden, wenn darauf Bohrtürme errichtet werden. Der LKW kann seine Bewegung fortsetzen oder neben dem Förderplättchen stehenbleiben, dann darf in der 5. Aktion ein Bohrturm errichtet werden. Die Lok kann nur bewegt werden, wenn der LKW nicht alle Bewegungspunkte verbraucht hat. Ihr Ziel ist der Hafen. Die Kosten für die Bewegung sind jeweils rechts neben der Bahn angegeben. Zusätzlich können auch noch die Sonderaktionen durchgeführt werden, unter der Bedingung dass eine Sonderaktion auf der Aktionskarte abgebildet war.

5. Bohrtürme errichten
Steht der LKW neben einem Förderplättchen, kann dort ein Bohrturm errichtet werden. Bei mehreren Förderplättchen muss man sich eines aussuchen. Die Kosten sind von der Anzahl der Bohrtürme auf dem Förderplättchen abhängig (ein Bohrturm = 4000 Dollars, zwei Bohrtürme = 6000 Dollars, drei Bohrtürme = 8000 Dollars). Das Plättchen wird aufgedeckt und der Spieler erhält die angegebene Menge Öl in Form von Ölsteinen. Die Ölsteine werden dann unter den Bohrturm gesteckt. Das Plättchen wird entfernt und der Bohrturm eingesetzt.

6. Öl fördern und Öl transportieren
Jeder Spieler muss nun von jedem eigenen Bohrturm auf dem Plan einen Ölstein nehmen. Ist der Ölvorrat eines Bohrturms dabei verbraucht, kommt dieser in den Vorrat zurück. Das Öl kann dann auf die drei Lager der Ölgesellschaften verteilt werden (für jeden Spieler gibt es dort ein Lager in seiner Farbe), zunächst noch beliebig viele Steine pro Lager. Dafür ist die Lok von Nöten: Befindet sich die Lok auf gleicher Höhe oder weiter vorne als der Bohrturm, der den Ölstein gefördert hat, transportiert die Lok diesen sofort und kostenlos ins Lager. Nicht so, wenn die Lok hinter dem Bohrturm steht. Dann kann die schwarze Lok für 3000 Dollars pro Ölstein übernehmen, vorausgesetzt sie befindet sich mindestens auf gleicher Höhe mit dem Bohrturm. Wenn die schwarze Lok nicht weit genug ist, muss ein Mitspieler der diese Bedingung erfüllt den Transport übernehmen und erhält dafür 3000 Dollars. Wenn die schwarze Lok nicht so weit vorne ist wie die Lok eines Mitspielers, aber mindestens auf Höhe des Bohrturms, darf man sich den Transporteur aussuchen. Gibt es keine dieser Möglichkeiten, geht der Ölstein in den Vorrat zurück. Das Gleiche passiert, wenn ein Spieler auf den Transport seines Ölsteins verzichten möchte.

7. Das Öl verkaufen
Nun wird bei den einzelnen Gesellschaften das Öl in den Lagern verkauft (erst bei Hudson, dann bei Jet, dann bei US Standard). Das Verkaufsrecht wird versteigert: Nur der Spieler, der die meisten Verkaufslizenzen der jeweiligen Ölgesellschaft bietet, kann hier verkaufen. Wie immer beginnt der Startspieler, dann geht es der Reihe nach weiter. Jedes Gebot muss höher sein als das vorherige, wer passt, scheidet aus. Nur der Spieler der zum Schluss übrig bleibt, muss seine Lizenzen abgeben. Wer überbietet und nicht bezahlen kann, wird bestraft. Wenn alle Spieler am Anfang der Runde passen, wird bei der betreffenden Ölgesellschaft in dieser Runde nichts verkauft. Sieger der Auktion, die mit einer ungeraden Anzahl von Verkaufslizenzen den Zuschlag erhalten haben, aber nur 2er Lizenzen haben, erhalten kein Wechselgeld. Der Gewinner darf nun bei der betreffenden Gesellschaft beliebig viele Ölsteine aus dem Lager zum aktuellen Kurs verkaufen. Er muss aber nicht verkaufen. Danach findet die nächste Versteigerung statt.

7. Überfüllung überprüfen
Alle Spieler dürfen am Ende einer Runde maximal 2 Ölsteine in jedem Lager haben. Überflüssige Ölsteine gehen in den Vorrat zurück, man erhält allerdings 1000 Dollars Entschädigung von der Bank.

8. Startspieler wechseln
Der Würfel wird nun an den linken Nachbarn des bisherigen Startspielers weitergegeben. Er ist in der nächsten Runde der Startspieler. Die nächste Runde beginnt.

Das Spiel endet, sobald die schwarze Lok das Feld im Hafen erreicht hat. Danach findet noch eine Abschlusswertung statt: Der Spieler dessen Lok am weitesten vorne steht erhält jeweils 5000 Dollars pro Bohrturm, der zweite 4000, der dritte 3000 und der vierte Spieler 2000 Dollars pro Bohrturm. Bei Gleichstand entscheidet die Zahl der Verkaufslizenzen. Wenn auch hier noch Gleichstand herrschen sollte, zählt die alte Spielerreihenfolge: Der Spieler der eher dran war, darf seine Lok dann ein Feld vorziehen. Danach erhält noch jeder 1000 Dollars pro Ölstein, der sich noch in seinem Besitz befindet (Bohrturm oder Lager). Der Spieler mit dem meisten Geld gewinnt das Spiel.
(Troudi 17.12.04)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Kosmos

Troudi vergibt 6 von 10 Punkten:
Schon die Optik des Spiels an sich ist interessant. Dementsprechend interessant ist auch das gesamte Spiel: Neue Spielmechanismen gibt hier es zwar im Wesentlichen nicht, aber es werden einige interessante Elemente miteinander verknüpft: Einmal das Auswürfeln der Kurse, dann das Aufdecken der Ölplättchen und natürlich die Versteigerung, um letztendlich überhaupt Öl kaufen zu können. Das Spiel ist sehr interessant, jedoch, außer in der Versteigerungsphase, sehr interaktionsarm und ist streckenweise nicht unbedingt so spannend, wie man es vielleicht erwarten würde. Der größte Haken ist aber eigentlich die Abschlusswertung, wo dann zuviel Geld verteilt wird. Ein nettes Spiel, das aber auf gar keinen Fall als lockeres und flockiges Gelegenheitsspieler-Spiel zu emfpehlen ist. Vor allem Leute die sich für Wirtschaftssimulationen und Öl interessieren werden an diesem Spiel ihre Freude haben. Wer das tut, sollte das Spiel auf jeden Fall mal ausprobieren.

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