Party Bugs

Vielen Dank an den Abacus für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : Abacus
Autor : Martino Chiacchiera
Grafik : Michael Menzel
Spieleranzahl : 2 bis 6 Spieler
Alter : ab 8 Jahren
Dauer : ca. 15 min
Erscheinungsjahr : 2018

Spielart: Kartensammelspiel


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Party Bugs von Abacus

Das Spielmaterial
78 Spielkarten (6 Sets a 13 Karten) - 1 Gleichstandskarte - 1 Discokugel - 1 Spiegelkarte - 1 Spielanleitung

Ziel des Spiels ist es möglichst wenige Punkte für die gesammelten Kakerlaken zu erhalten.

Zu Beginn des Spiels werden die identischen Kartensets bereitgelegt. Jedes Set besteht aus dreizehn Karten, die von 1 bis 13 durchnummeriert sind. Spielen mindestens drei Spieler mit erhält jeder Spieler ein Set. Die Abweichungen im Spiel zu zweit folgen weiter unten. Jeder Spieler mischt sein Set und legt es vor sich ab als eigenen verdeckten Nachziehstapel. Die Discokugel, die die Tanzfläche der Kakerlaken anzeigt, wird in die Tischmitte gelegt. Jeder Spieler deckt die oberste Karte von seinem Nachziehstapel auf und legt diese an die Discokugel an.
Eine Karte mit dem Wert 13 wird zurück in den Stapel gemischt und durch eine andere Karte ersetzt. Der Spieler, der die niedrigste Karte gespielt hat, legt die sogenannte Gleichstandskarte für den Rest des Spiels vor sich ab. Nun nimmt jeder Spieler noch drei Karten vom eigenen Nachziehstapel auf die Hand und schon kann das Spiel beginnen.

Gespielt wird über Runden. Jeder Spieler wählt eine Handkarte und legt diese verdeckt vor sich ab. Ist das geschehen, decken alle Spieler ihre Karte auf. Beginnend mit dem Spieler mit der niedrigsten Karte und danach folgend die Spieler mit der jeweils nächst höheren Karte, wählt jeder Spieler eine Karte von der Tischmitte aus und legt diese offen in die eigene Auslage. Bei Gleichstand ist der Spieler zuerst an der Reihe der die Gleichstandskarte besitzt, ansonsten ist bei einem Gleichstand der Spieler eher an der Reihe der im Uhrzeigersinn eher am Besitzer der Gleichstandkarte sitzt.
Haben alle Spieler eine Karte aus der Tischmitte genommen, werden die gerade zuvor gespielten Karten für die nächste Runde in die Tischmitte geschoben. Zum Schluss der Runde füllt jeder Spieler, sofern möglich, seine Hand wieder durch eine Karte vom eigenen Nachziehstapel wieder auf drei Karten auf.

Spielt ein Spieler die Karte mit dem Wert 13, werden die Karten der Tanzfläche nicht wie gewohnt verteilt. Dieser Spieler nimmt sich alle Karten aus der Tischmitte und legt sie in seine Auslage. Haben mehrere Spieler die 13 gespielt greift wieder die Gleichstandsregel wie oben.

Hat ein Spieler am Ende einer Runde genau zwei, vier oder sechs Karten mit dem gleichen Wert in seiner Auslage, kann er diese Karten sofort zurück in die Schachtel legen. Diese Karten kommen nicht mehr in die Endwertung.

Das Spiel geht in die letzte Runde, sobald zwar noch Karten in der Tischmitte liegen, kein Spieler aber mehr Handkarten hat. Beginnend mit dem Spieler rechts vom Spieler mit der Gleichstandskarte und dann reihum gegen den Uhrzeigersinn nimmt sich noch jeder Spieler genau eine Karte. Der Spieler mit der Gleichstandskarte nimmt sich also die letzte Karte aus der Tischmitte. Auch jetzt dürfen die Spieler paarweise Karten mit identischen Werten aus dem Spiel legen.
Jeder Spieler addiert nun die Werte der Karten, die sich jetzt noch in seiner Auslage befinden. Es gewinnt der Spieler der in Summe die wenigsten Punkte in seiner Auslage liegen hat.

Im Spiel zu zweit erhält ebenfalls jeder Spieler ein Kartenset. Außerdem kommt noch ein drittes Set ins Spiel, welches einen zusätzlichen Spieler simulieren soll. Für dieses Dummy-Set gelten die folgenden Regeln.
Zu Spielbeginn wird auch vom Dummy-Set eine Karte aufgedeckt, so dass zu Spielbeginn drei Karten in der Tischmitte liegen. Der Dummy-Spieler kann niemals die Gleichstandskarte erhalten. Im Spielverlauf wird immer die verbleibende Karte aus der Tischmitte zum Dummy-Spieler gelegt. Der Dummy-Spieler spielt selber keine Karten. Nachdem die beiden Spieler ihre verdeckten Karte aufgedeckt und in die Tischmitte gelegt haben wird eine weitere Karte vom Dummy-Deck als dritte Karte in die Tischmitte gelegt. Die Karte mit dem Wert 13 des Dummy-Spielers löst keine Sonderaktion aus. Auch in der Auslage des Dummy-Spieler werden paarweise Karten mit identischen Werten zurück in die Schachtel gelegt. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Dummy-Spieler am Ende des Spiels die wenigsten Punkte in seiner Auslage liegen hat, verlieren alle Spieler.

Varianten:
Verdeckte Karte: Zu Spielbeginn nimmt jeder Spieler nicht drei sondern vier Karten auf die Hand. Eine Handkarte wird nun verdeckt in die eigene Auslage gelegt. Dabei darf nicht die Karte mit dem Wert 13 abgelegt werden. Erhält der Spieler im laufenden Spiel eine Karte mit dem selben Wert wie seine verdeckte, darf er beide Karten in die Spielschachtel legen. Ansonsten zählt die verdeckte Karte zu den Punkten des Spielers.
Spiegelkarte: Es werden so viele Partien gespielt wie Spieler teilnehmen. Die Punkte werden nach jeder Runde aufsummiert. Der Spieler, der am Ende die höchste Gesamtpunktzahl hat, erhält die Spiegelkarte. Der Spieler nutzt die Karte, bevor er die letzte Karte von seinem Nachziehstapel auf die Hand nimmt. Der Spieler kann nun eine einzelne Karte aus seiner Auslage zusammen mit der Spiegelkarte zurück in die Schachtel legen.

(Superfred 1.07.18)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Abacus Spiele

Superfred vergibt 8 von 10 Punkten:
Party Bugs ist ein unterhaltsames Kartenspiel, bei dem es darum geht die Handkarten geschickt abzuspielen, ohne das zuviele verschiedene Karten in der eigenen Auslage landen. Inwieweit das Thema der tanzenden Kakerlaken nun die Spieler in ihren Bann zieht sei dahin gestelt. Grafisch ist das Spiel ohne Frage klasse gemacht, dennoch lebt es ganz klar vom Mechanismus hinter dem Spiel und der kann sich durchaus sehen lassen.
Jeder Spieler hat ein identisches Kartendeck mit den Werten von 1 bis 13. Dieses Deck wird gemischt und der Spieler hat in der Regel drei seiner Karten auf der Hand. In der ersten Runde legt jeder Spieler zufällig eine Karte in die Tischmitte, da das Spiel eine Auslage benötigt. Von nun an passiert Folgendes: Jeder Spieler spielt geheim eine Karte von der Hand. Ist das geschehen werden alle gespielten Karten aufgedeckt. In Reihenfolge der Werte, beginnend mit der kleinsten Karte nimmt der jeweilige Spieler eine Karte aus der allgemeinen Tischauslage in die eigene Auslage. Aber Achtung, der Wert dieser Karte sind Minuspunkte. Sollte ein Spieler im Verlauf des Spiels eine zweite Karte mit dem gleichen Wert in die eigene Auslage legen, darf er beide Karten in die Kartenschachten legen, sie geben keine Minuspunkte mehr. Die gespielten Karten, die über die Reihefolge bestimmt haben, wer wann eine Karte nimmt bilden danach die neue Tischauslage für die Folgerunde. Eine Sonderregel kommt ins Spiel, wenn ein Spieler die Karte mit dem Wert 13 ausspielt. In diesem Fall muss er die komplette Auslage nehmen. Party Bugs zeigt wieder einmal wie man mit einfachen, aber durchaus trickreichen Regeln ein tolles kurzweiliges Kartenspiel gestalten kann. Natürlich gehört ohne Frage eine Portion Glück dazu, da man nie genau weiß welche Karten die anderen Spieler spielen und welche Karte man letztendlich bekommt. Man muss eben das Beste aus seiner Hand machen. Eine Regel im Spiel finden wir immer noch kurios und zwar die Regel mit der Gleichstände aufgelöst werden, die natürlich zwangsläufig in so einem Spiel vorkommen. Der Spieler der in der ersten Runde, wo zufällig Karten ausgelegt werden die niedrigste Karte gelegt hat, bekommt die Gleichstandskarte. Von nun an gewinnt er, sofern beteiligt, ansonsten der nächste Spieler links von ihm den Gleichstand. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Ausgeglichen wird dieses nur mit der allerletzen Runde im Spiel, wo die Karten der letzten Auslage verteilt werden. Hier nimmt sich der Spieler rechts vom Spieler mit der Gleichstandkarte zunächst eine Karte und dann die Spieler gegen den Uhrzeigersinn  jeweils eine Karte. Bereits beim ersten Regellesen haben wir uns gefragt ob diese Regelung gerecht ist. Nun, auch wenn uns diese Regelung immer noch sehr komisch vorkommt, konnten wir in unseren wirklich vielen Partien keinen großen Vorteil bzw. Nachteil für die einzelnen Spieler bei der Ermittlung eines Siegers feststellen. Gut, Kartenspiele bringen immer eine gewisse Portion Glück mit sich, aber wir hätten schon gedacht, das der Spieler mit der Gleichstandskarte größere Vorteile im Spiel hat, was sich glücklicherweise aber nicht bewahrheitet hat. Noch ein Wort zur Spieleranzahl. Das Spiel ist für zwei bis sechs Spieler ausgelegt. Im Spiel zu zweit ist ein fiktiver Dummy-Spieler von Nöten, aber auch hier funktioniert das Spiel einwandfrei, wie in allen anderen Spieleranzahlen auch. So richtig reizvoll wird es meiner Meinung nach aber erst zu viert, besser noch zu fünft, weil einfach immer mehr Karten auf dem Tisch liegen und somit die "Planung" auf die Karte die man erspielen möchte deutlich schwieriger wird. Ungeraden Spieleranzahlen finde ich deshalb besser weil nicht alle Karten in den Spielerauslagen weggespielt werden können und es somit zu mehr Minuspunkten kommt. Party Bugs ist ohne Frage eine kleine Überraschung im Jahr 2018 im Bereich der Kartenspiele, die ich zuvor gar nicht auf dem Schirm hatte, die mir aber von Spiel zu Spiel immer besser gefällt. Im Handel ist das Spiel für rund 8 Euro erhältlich.


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