In 80 Tagen um die Welt

Auf einen Blick:
Verlag : Kosmos
Autor : Michael Rieneck
Spielanzahl : 2-6 (optimal 4-6)
Alter : ab 10 Jahre
Dauer : ca. 60 min
Erscheinungsjahr : 2004

Spielart: Zugspiel

Auszeichnungen:
Spiel der Jahres 2005 Nominierungsliste
Deutscher Spielepreis 2005 (Platz 6)
Juego del Ano 2009 Finalist
IGA Multiplayer Nominierungsliste 2005

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Das Spielmaterial
1 Spielplan - 6 Zielfiguren - 6 Zeitsteine - 6 Wettscheine - 24 Goldmünzen  - 18 Bonus Chips - 1 Detektiv Figur -
1 Startspielersysmbol (Uhr) - 1 Würfel - 15 Ereigniskarten - 60 Reisekarten (30x Eisenbahn, 30x Schiff) - 1 Anleitung

Das Ziel des Spieles ist es, innerhalb der wenigsten Tage mit seiner Spielfigur um die Welt zu reisen.

Der Spielplan zeigt eine Reiseroute mit Start und Ziel in London, desweiteren sind noch neun andere Orte verzeichnet, die in einer festgelegten Reihenfolge zu besuchen sind. Die jeweiligen Spielfiguren werden nach London gesetzt. Zwischen zwei Städten findet man Symbole (meist ein oder mehrere Schiffe/Eisenbahnen) die anzeigen, mit welchen Reisemöglichkeiten die Städte zu erreichen sind. Neben jede Stadt werden zwei Bonus-Chips gelegt. Jeweils der erste und der letzte Spieler der eine Stadt erreicht, kann somit noch einen Bonus erlangen, dazu später mehr. Am Außenrand des Spielplans befindet sich die Tage-Leiste mit der angezeigt wird, wie viele Tage ein einzelner Spieler bereits unterwegs ist.

Vor dem Spiel werden die jeweiligen Zeitsteine der Spieler auf die Null gesetzt. Die 15 Ereigniskarten und die 60 Reisekarten werden getrennt gemischt und bereit gelegt. Jeder Spieler erhält noch seinen Wettschein (damit man auch immer weiß, welche Farbe man spielt), 3 Reisekarten und ein Geldstück. Nun wird die Detektivfigur noch auf den Ort Brindisi gestellt und das Spiel kann beginnen.

Der Startspieler legt nun - abhängig von der Spieleranzahl Karten - an den unteren Spielkarten. Dort sind insgesamt 6 Symbole abgebildet. Jeder Spieler der sich eine Karte aussucht bekommt automatischen noch einen Bonus. Folgende 6 Boni gibt es (von links nach rechts):
Der Startspieler sucht sich die erste Karte aus, nimmt sie auf die Hand und kann entsprechend dem Symbol die entsprechende Aktion ausführen. Nun kann er entscheiden, ob er auf das nächste Feld reist oder einfach stehen bleibt. Steht er am Ende seines Zuges mit dem Detektiv auf einem Feld so bekommt er zwei Straftage, der Zeitstein wird also um Felder nach vorne gezogen. Hat er am Ende mehr als 6 Handkarten (Reisekarten und Ereigniskarten), so muss er diese auf 6 reduzieren, in dem er beliebige Karten ablegt. Dann ist der linke Spieler vom Startspieler an der Reihe. Haben alle Spieler ihren Zug durchgeführt, so beginnt der nächste Startspieler die nächste Runde.

Wie reist man denn nun mit seiner Spielerfigur zum nächsten Ort? Auf der Wegstrecke zum nächsten Ziel sind immer Symbole abgebildet, mit welchem Transportmittel das nächste Ziel zu erreichen ist. Auf dem Weg nach Paris ist ein Schiff und eine Eisenbahn abgebildet, d.h. um Paris zu erreichen, muss man jeweils eine Schiffs- und eine Eisenbahnkarte ausspielen. Die Anzahl der Tage, die auf diesen beiden ausgespielten Karten steht, wird addiert und somit hat man die Dauer der Tage ermittelt, wie lange man für die Reise zum nächsten Ziel benötigt. Entsprechend wird auch der eigene Zeitstein vorgerückt. Spielt man auf einer Etappe, auf der zwei Schiffs- oder Eisenbahnkarten benötigt werden, zwei Karten mit dem selben Wert, so werden diese nicht addiert, sondern nur einfach gerechnet. Dieser Vorteil der Zeitersparnis gilt nicht, wenn unterschiedliche Transportmittel eingesetzt werden. Danach werden die gespielten Karten abgelegt.

Setzt ein Spieler auf einem Weg einen Ballon ein, so spielt er zunächst die geforderten Karten für den Weg aus. Er entscheidet sich nun für eine Karte, die er nicht für die Ermittlung der Dauer der Reise einsetzen möchte. Stattdessen erwürfelt er die Dauer der Reise für diese Tage mit dem Würfel. Die Augenzahl gibt nun die Dauer an. Ist der Spieler mit dem Würfelergebnis nicht zufrieden, kann er für ein Goldstück ein weiteres mal würfeln (solange er noch Goldmünzen hat, kann er das beliebig wiederholen, es zählt er immer der letzte Würfelwurf, auch wenn es zuvor ein besseres Ergebnis gegeben hat). Zum Beispiel wird für die Reise nach Paris ein Schiffs- und eine Eisenbahnkarte benötigt. Der Spieler spielt ein Schiff mit der Zahl 8 und eine Eisenbahn mit dem Wert 4, wären also insgesamt 12 Reisetage. Da er die Aktion Ballon gewählt hat, möchte er die Dauer der Schiffsreise nicht zählen und würfelt eine 4, daraus folgt eine Reisedauer von 8 Tagen. Da er damit nicht zufrieden ist, zahlt er ein Gold und würfelt nochmal. Er würfelt eine 2 und es ergibt sich eine Reisedauer von 6 Tagen.

Um Calcutta zu erreichen, braucht der Spieler keine Karten abzugeben, die Reise dauert 12 Tage. Hat man allerdings die Ereigniskarte Elefant kann man die Reisetage auch wieder auswürfeln. Auch hier kann man gegen Abgabe eines Goldstückes den Würfelwurf wiederholen. Einen Ballon kann man hier nicht einsetzen.

Neben jedem Ort liegt ein roter und ein blauer Bonuschip. Für den Spieler der zuerst einen Ort erreicht, gilt die Aktion des roten Bonuschips, der Spieler der als letzter zu einem Ort reist führt die Aktion den blauen Chips durch. Es gibt 4 mögliche Aktionen:
Schauen wir uns nun die Ereigniskarten an. Hier unterscheiden wir zwischen zwei blauen Karten, die sofort ausgeführt werden müssen und den 13 brauen Karten, die der Spieler zu einem Zeitpunkt seiner Wahl ausspielen kann. Auch Ereigniskarten auf der Hand zählen als Handkarten und fallen somit unter die Regeln, dass man am Ende seines Zuges nur 6 Karten auf der Hand haben darf.

Mit den Goldmünzen kann man nicht nur Würfelergebnisse korrigieren, man kann auch gegen Abgabe von 2 Goldmünzen in seinem Zug eine Reisekarte vom verdeckten Nachziehstapel kaufen. Diese Reisekarte darf man dann natürlich in seinem Zug sofort einsetzten oder für einen späteren Zug auf der Hand behalten.

Man muss beachten, dass nicht der Spieler gewinnt der als ersten London erreicht, sondern der Spieler, der am Ende des Spiels die wenigsten Reisetage benötigt hat. Sobald ein Spieler in London wieder angekommen ist, erhöht sich der Zeitdruck auf die anderen Spieler. In den Folgerunden verlieren alle Spieler, die London noch nicht erreicht haben einen zusätzlichen Reisetag. Spieler die London bereits erreicht haben können durch Ereigniskarten oder Aktion keine weiteren Tage mehr verlieren. In den folgenden Runden werden nur noch für die Spieler Reisekarten ausgelegt, die noch nicht in London angekommen sind. Das Spiel endet in der Runde, in der der vorletzte (bei 6 Spielern der vierte) Spieler London erreicht hat.
Von den Spielern die London erreicht haben gewinnt der Spieler mit den wenigsten Reisetagen, bei Gleichstand gewinnt der Spieler der zuerst in London eingetroffen ist.
(Superfred 16.01.05)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Kosmos

Superfred vergibt 6 von 10 Punkten:
"In 80 Tagen um die Welt" ist sicherlich ein nettes Spiel für einen geselligen Spieleabend mit der ganzen Familie. Die Spielregeln sind zwar recht umfangreich, aber dennoch verständlich geschrieben und können schnell an die Mitspieler weitergegeben werden. Für Vielspieler bietet "In 80 Tagen um die Welt" aber zu wenig Abwechslung. Man steht zwar immer vor der Entscheidung, ob man lieber eine gute Karte nachzieht oder vielleicht eine doch eher eine schlechtere Karte, dafür aber zusammen mit einer brauchbaren Zusatzaktion. Auch muss man immer überlegen, ob man als erster Spieler vorauseilt oder doch lieber am Ende oder in der Mitte der Reisegruppe verweilt um so an zusätzliche Aktionen heranzukommen. Dennoch wirkte das ganze Spiel auf uns eher konstruiert. Interessant wird das Spiel erst, wenn viele Spieler an diesem Spiel teilnehmen und man dadurch nicht ganz so einfach voran kommt. Wer ein seichtes Familienspiel sucht, für den könnte "In 80 Tagen um die Welt" interessant sein. Ob das Spiel aber für eine längere Motivation sorgt mag ich zu bezweifeln.

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