Mogel Motte

Auf einen Blick:
Verlag : Drei Magier
Autor : Emely und Lukas Brand
Grafik : Rolf Vogt
Spieleranzahl : 3 bis 5 Spieler
Alter : ab 7 Jahren
Dauer : 15 bis 25 min
Erscheinungsjahr : 2011

Spielart: Kartenablegespiel

Auszeichungen:
Kinderspiel des Jahres 2012 Empfehlungsliste
Deutscher Spielepreis 2012 (Kinderspiel)
A la carte 2012 (Platz 8)

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Mogel Motte von Drei Magier Spiele

Das Spielmaterial
20 Aktionskarten - 43 Zahlenkarten - 8 Mogel-Mottel - 1 Wächter-Wanze - 1 Spielanleitung

Ziel des Spiels ist es die eigenen Karten abzulegen oder auch auf andere Art und Weise loszuwerden.

Zu Beginn des Spiels erhält der Startspieler die Wächter-Wanze und legt sie offen vor sich ab. Alle anderen 71 Karten werden zu einem verdeckten Stapel bereit gelegt.

Gespielt werden so viele Runden, wie Mitspieler am Spiel teilnehmen. Wobei jede Runde wie folgt aussieht:
Die 71 Karten werden gut gemischt. Jeder Spieler erhält davon acht Karten auf die Hand. Eine weitere Karte wird offen in die Tischmitte gelegt. Diese bildet die erste Karte des Abwurfstapels. Alle restlichen Karten bilden einen verdeckten Nachziestapel. Sollte es sich bei der ersten ausliegenden Karte um eine Aktionskarte handeln, wird diese Aktion nicht ausgeführt. Hier ist nur der Zahlenwert der Karte relevant.

Gespielt wird reihum. Der Spieler, der an der Reihe ist, muss entweder eine Karte aus der Hand auf den Abwurfstapel spielen oder eine Karte vom Nachziehstapel auf die Hand nehmen. Damit eine Karte auf den Abwurfstapel gespielt werden kann, muss der Wert der gespielten Karte um genau eins höher oder genau eins niedrigen sein, als der Wert der Karte die momentan auf dem Abwurfstapel obenauf liegt. Die Werte gehen von 1 bis 5. Es ist auch erlaub auf eine 5 eine 1 zu legen und umgekehrt.
Bei diesem Spiel ist es aber auch erlaubt und sogar gewollt, dass man Karten auf andere Arten los wird. Dabei gilt aber immer, dass man seine Karten stets über dem Tisch hält und zur gleichen Zeit immer nur eine Karte auf einmal verschwinden läßt. Wie ein Spieler das macht ist dabei völlig egal. Die Anleitung ist dabei absichtlich ungenau: "Erlaubt ist, was Spaß macht." Die letzte Karte auf der Hand darf allerdings niemals weggemogelt werden.
Eine Sonderrolle übernimmt der Spieler der die Wächter-Wanze vor sich liegen hat. Er darf niemals mogeln. Gleichzeitig obliegt ihm die Aufgabe darüber zu wachen, dass die anderen Spieler sich an die Regeln halten. Erwischt dieser Spieler einen anderen beim Mogeln, wird das Spiel kurz unterbrochen, um den Sachverhalt zu klären. Wurde ein Spieler beim Mogeln erwischt, muss er diese weggespielte Karte zurück auf die Hand nehmen. und erhält vom Wächter-Spieler eine Karte aus dessen Hand. Außerdem wird dieser Spieler nun der neue Wächter und legt die Wächter-Wanze vor sich ab. War die Anschuldigung hingegen nicht korrekt, muss der Wächter-Spieler zur Strafe eine Karte vom Nachziehstapel auf die Hand nehmen. Den anderen Spielern ist es nicht erlaubt zu petzen oder dem Wächter irgendeinen Hinweis zu geben
Im Spiel gibt es einige Sonderkarten, die nicht nur eine Zahl, sondern auch noch ein Tier zeigen:

Mogel Motte von Drei Magier

Eine Runde endet, nachdem ein Spieler seine letzte Handkarte wegspielen konnte. Alle anderen Spieler notieren sich jetzt die Punkte wie folgt. Jede Mogel-Motte bringt 10 Punkte, jede andere AktionsKarte bringt 5 Punkte, alle weiteren Karten bringen jeweils 1 Punkte. Der Spieler links vom Startspieler dieser Runde erhält nun die Wächter-Wanze und wird somit Startspieler der nächsten Runde.

Das Spiel endet
nach der Runde, nachdem jeder Spieler genau einmal Startspieler einer Runde war. Jeder Spieler addiert nun die Punkte auf seinem Konto. Es gewinnt der Spieler, der in Summe die wenigsten Punkte sammeln konnte.

(Superfred 24.05.19)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Drei Magier Spiele

Superfred vergibt 5 von 10 Punkten (für ein Kinderspiel):
Mogel Motte ist eine kleines Kinderspiel, bei dem es darum geht irgendwie die eigenen Karten loszuwerden. Genau, die Betonung liegt auf "irgendwie"- Es gibt zwar Regeln, die besagen, dass der ausgespielte Kartenwert immer um genau eins höher oder niedriger sein muss, aber letztendlich ist das auch egal. Schließlich darf man auch mogeln. Man darf sich einfach nur nicht erwischen lassen. So in etwa kann man das kleine Kinderspiel aus dem Hause Drei Magier mit wenigen Worten zusammenfassen. Was mir dabei schon nicht gefällt, ist dass hier Kinder aufgefordert werden zu mogeln. Dabei ist Mogeln nicht nur erlaubt, sondern teilweise sogar ein Muss. Dabei erzieht man seine Kinder schon früh, dass Spiele Regeln haben und man sich an diese halten muss. Mit Spielern die mogeln möchte Niemand spielern. Gut, man muss fairerweise sagen, dass bei Mogel Motte keine komplette Anarchie herrscht. Denn hier gibt es klare Regeln, was beim Mogeln erlaubt ist oder eben auch nicht. Aber wenn es klare Regeln gibt, wie man zu morgeln hat, ist dann Mogeln überhaupt noch Mogeln? Dies hier auszuführen würde sicherlich den Rahmen sprengen und darum geht es letztendlich auch gar nicht in dieser Besprechung. Vielmehr geht es darum wie das Spiel bei den Spielern ankommt und ob es Spaß macht. Aber auch diese Frage ist nicht einfach zu entscheiden. Zu unterschiedlich waren die Runden, die ich bei diesem Spiel erleben durfte. Und ja, es gab Runden, da kam das Spiel richtig gut an. Da wurde gelacht und die Spieler wollte (fast) gar nicht aufhören und immer wieder weitere Runden spielen. Aber es gab auch Runden die abgebrochen werden mussten, weil sich das Spiel quasi aufgehängt hat. Dazu ein Beispiel. Ein Spieler läßt eine Karte vor den Augen des Wächters auf den Boden fallen. Der Wächter unterbricht natürlich sofort die Runde und meldet den Regelverstoß an. Der betroffene Spieler bestreitet seine Tat und sagt, dass er die betroffene Karte bereits schon vor Runden hätte fallen gelassen. Und nun? Die anderen Spieler dürfen ja nicht petzen. Da der Wächter und der Mogler sich nicht geeinigt haben wurde das Spiel abgebrochen. Auch wenn es von außen eindeutigt ist, kann man den Fall auch umdrehen. Der Mogler läßt eine Karte unter den Tisch fallen. Nach Runden fällt dem Wächter auf, das da eine Karte unter dem Tisch liegt und er beschuldigt den Spieler diese Karte gerade fallen gelassen zu haben.
Ich persönlich mag Mogel Motte nicht. Und das liegt nicht daran, dass ich schon deutlich älter als sieben Jahre bin. Ich mag nun mal Spiele mit klaren Regeln. Und Mogler mag ich auch nicht. Wenn man das Spiel einfach spielt um Spass zu haben und dabei auch fair in die Runde geht, was ja auch eine Eigenschaft eines guten Spielers sein muss, kann man durchaus Spass am Spiel haben. Wenn man aber bei Spieler versucht an die Regelgrenzen zu gehen, wird man bei Mogel Motte gnadenlos scheitern.
Den Kritikern hat Mogel Motte zumindest ein Stück weit gefallen. Immerhin stand es auf der Empfehlungsliste zum Kinderspiel des Jahres 2012. Und auch bei den Spielern insgesamt kam das Spiel gut an. Sie wählten es zum besten Kinderspiel beim Deutschen Spielepeis 2012. Beide Entscheidungen kann ich nicht nachvollziehen, bin aber scheinbar auch nicht die Zielgruppe für dieses Spiel.
Im Handel ist Mogel Motte aktuell für 8 Euro erhältlich.


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