Zoff im Zoo

Auf einen Blick:
Verlag : Spiele von Doris & Frank
Autor : Doris Matthäus und Frank Nestel
Grafik : Doris Matthäus
Spieleranzahl : 3-7 (4 bis 6 optimal)
Alter : ab 10 Jahren
Dauer : ca. 60 min
Erscheinungsjahr : 1999

Art: Karten-Stichspiel

Auszeichnungen:
Spiel der Jahres 2000 Auswahlliste
Deutscher Spielepreis 2000 (Platz 10)
A la carte 2000 (Platz 2)

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Das Spielmaterial
 60 Spielkarten - 1 Spielanleitung

Bei "Zoff im Zoo" handelt es sich um ein Stichspiel, das in Paaren gespielt wird, daher bietet sich auch am ehesten eine Spieleranzahl von 4 oder 6 Spielern an. Dabei setzt sich jedes Spiel aus mehreren Partien zusammen, wobei die erste Partie einzeln gespielt wird, um zunächst die Paarungen herauszufinden. Als Spielziel wird vorgeschlagen das Spiel zu beenden, sobald 2 Spieler 19 oder mehr Punkte erreichen. Dann gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten. Es ist allerdings auch möglich, selber Punktegrenzen festzulegen.

Wichtigster Bestandteil des Spiels sind natürlich die Karten, wobei es einiges zu beachten gibt. Grundsätzlich zeigen alle Karten Tiere. Das große Tier ist dabei das Tier an sich, die kleineren Tiere sind die Tiere, mit denen das große Tier abgestochen werden kann. Es gibt  insgesamt 55 Karten von diesem Typus, wobei 11 verschiedene Tiere jeweils 5 mal vorhanden sind. Dazu gibt es noch eine Jokerkarte, die allerdings nicht einzeln gespielt werden kann. Die Mücken (4 Stück) sind eine Besonderheit, da sie zum Elefanten gemacht werden können. Wenn ein Spieler einen oder mehrere Elefanten ausspielt, kann er eine Mücke dazulegen, die dann ebenfalls zum Elefanten wird. Es können nicht mehrere Mücken gleichzeitig zu Elefanten gemacht werden. Die Mücken sind aber auch einzeln ganz normal spielbar.

Zum Ablauf: Bei 4 bis 6 Spielern erhält jeder Spieler solange, dass es genau aufgeht (bei 3 bis 7 Spielern werden Karten aussortiert bzw. einige erhalten mehr als andere, macht das Spieler aber uninteressant). Der Spieler links vom Geber beginnt mit dem Ausspielen einer oder mehrerer beliebiger Karten. Es kann eine Einzelkarte ausgespielt werden, die dann entweder von einem der kleinen Tiere oben auf der Karte gestochen werden kann, oder von 2 Karten des gleichen Typus. Man kann  passen,  aber auch wieder einsteigen, wenn man an die Reihe kommt. Wenn ein Spieler eine oder mehrere Karten ausspielt, alle anderen Spieler aber passen, hat dieser Spieler dann den Stich gemacht und nimmt ihn an sich. Danach beginnt er eine neue Runde und es wird solange weitergespielt, bis nur noch ein Spieler Karten hat. Der erste Spieler erhält nach der ersten Partie soviele Punkte, wie Mitspieler teilnehmen, die anderen Spieler jeweils einen Punkt weniger. Nur der letzte Spieler erhält keinen Punkt. Danach werden für die nachfolgenden Partien Pärchen gebildet, bzw. die Solo-Spieler bestimmt. Dies sieht folgendermaßen aus:

4 Spieler:   1.+3.,2.+4.
5 Spieler:   1.+4.,2.+5.,3. Solo
6 Spieler:   1.+4.,2.+5.,3.+6.
7 Spieler:   1.+5.,2.+6.,3.+7., 4. Solo

Bei den nachfolgenden Partien gilt es nun einige Sonderheiten zu beachten: Als erstes erfolgt das Tauschen + Drücken. Der höhere Spieler jedes Teams nimmt 2 seiner Karten und gibt sie dem Teampartner. Dieser nimmt sie auf die Hand und gibt dem höheren Spieler zwei Karten zurück. Der Solospieler behält sein Blatt.

Zum normalen Ablauf kommt nun außer dem Ausspielen und Passen auch noch das Zeigen hinzu: Kommt der schlechter platzierte Spieler eines Teams an die Reihe und möchte ausliegende Karten abstechen, kann er dem Partner zeigen, daß er bereits schon eine Grundlage auf der Hand hat, um den Stich zu machen, ihm aber noch einige Karten fehlen. Der Partner kann ihm diese Karten dann zur Verfügung stellen und der niedriger platzierte Spieler kann den Stich machen. Kann oder will der Partner keine Karten dazugeben, kommt der nächste Spieler an die Reihe.

Auch die Wertung verändert sich leicht: Zunächst gibt es eine Teamwertung, d.h. die Spieler kriegen die jeweiligen Punkte ihrer Plätze gemeinsam, wie oben für das Einzelspiel beschrieben (Bsp. 5 Spieler-Spiel: ein Team macht 1. und 5. Platz, sind gleich 5+0 Punkte für jeden). Ein Solospieler erhält seine Punkte und 4 zusätzliche. Danach gibt es eine Einzelwertung: Jeder Mitspieler, der nicht mindestens einen Igel in seinen gemachten Stichen hat, erhält einen Minuspunkt. Hat ein Spieler zwei oder mehr Löwen in seinen gemachten Stichen, erhält er pro Löwe einen Pluspunkt. Einzelne Löwen sind allerdings wertlos. Danach werden wieder neue Teams gebildet und eine weitere Partie wird gespielt. Das geht so lange, bis ein oder mehrere Spieler (wie immer man das festgelegt hat) die vorgegebene Punktzahl erreicht haben.
Für das Spiel mit drei Spielern werden nach Anleitung einige Karten aussortiert, außerdem spielt dann nur jeder für sich. Dann ist das ganze Spielkonzept allerdings eigentlich hinfällig.

(Troudi 22.11.04)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Doris & Frank

Troudi vergibt 7 von 10 Punkten:
Ein wirklich schönes und gelungenes Kartenspiel, das etwas in der Tradition von "A...loch" fortlebt und ausgebaut worden ist. Zu dritt und zu siebt ist das Spiel allerdings nicht wirklich gut, aber mit 4-6 Spielern kommt schon ordentlich Stimmung auf. Der Solospieler ist zwar meistens etwas "gekniffen", man sollte das Ganze als Solist dann aber eher als Herausforderung betrachten. Gerade durch die interessante Option des "Zeigens" hat man als schlechterer Teampartner auch die Chance, seinen Platz und somit seine Punkte zu verbessern. Die Karten sind optisch sehr schön gestaltet, die Regeln sind lückenlos und lassen keine Fragen offen. Das Spiel ist schnell erklärt und kann auch zwischendurch mal gespielt werden, zumal wir selten die angegebenen 60 Minuten benötigt haben. Auf jeden Fall eine Kaufempfehlung, gerade auch mit Kindern ein schönes Spiel  - die ca. 9 Euro sind auf jeden Fall gut investiert.

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