Carcassonne - Die Burg

Auf einen Blick:
Verlag : Hans im Glück
Autor : Reiner Knizia
Grafik : Christof Tisch
Spieleranzahl : 2 Spieler
Alter : ab 8 Jahren
Dauer : 30 bis 45 min.
Erscheinungsjahr : 2003
 
Spielart: Legespiel

Auszeichnungen:
Spiel des Jahres 2004 Empfehlungsliste
IGA Two Player Nominierungsliste 2004

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Carcassonne Die Burg von Hans im Glück

Das Spielmaterial
1 mehrteilige Burgmauer - 60 Burgkarten - 18 Mauerplättchen - 14 Gefolgsleute - 2 Palasse - 1 Spielanleitung

Ziel des Spieles ist es durch geschicktes Legen seiner Plättchen punktebringende Objekte innerhalb der Burgmauern zu bauen.

Vor dem Spiel wird zunächst der Spielrahmen zusammengesetzt, der zum einen das Burginnere begrenzt, aber auch als Punkteleiste dient. Auf einigen Punktefeldern werden zufällig und verdeckt Mauerplättchen gelegt. Erreicht ein Spieler später im Spiel ein solches Feld, kann er dadurch Spezialaktionen durchführen oder zusätzliche Punkte erhalten. Jeder Spieler erhält zu Beginn sieben Gefolgsleute in seiner Spielfarbe, wovon er einen auf das Zahlenfeld mit der Null stellt, sowie einen Palas, wodurch später die größte gebaute undgewertete Haus markiert wird. Die 60 Burgkarten werden gut gemischt und verdeckt für beide Spieler gut erreichbar bereitgelegt und schon kann das Spiel beginnen.

Gespielt wird abwechselnd. Der Spieler der an der Reihe ist nimmt sich ein Burgplättchen und legt es an eine der sieben Startpositionen innerhalb der Mauer oder an ein bereits liegendes Plättchen innerhalb der Mauer an, wobei immer mindestens eine Kante des neuen Plättchen angrenzen muss. Hierbei können die Plättchen beliebig aneinander gelegt werden. Die verschiedenen Gebäude oder Flächen müssen dabei nicht fortgeführt werden. Einzige Ausnahme bilden hierbei die Strassen, die nicht durch andere Gebiete abgeschnitten werden dürfen. Plättchen mit Strassen müssen immer so angelegt werden, dass die Strassen die an die Kanten herauslaufen fortgeführt werden können. Nachdem das Plättchen eingebaut worden ist kann der aktive Spieler auf dieses Plättchen maximal einen Gefolgsmann aus dem eigenen Vorrat plazieren. Hier gibt es vier Möglichkeiten. Der Spieler kann seine Figur auf eine Strasse, auf einen grauen Turm, auf ein rotes Haus oder auf eine grüne Wiese plazieren. Für alle Legemöglichkeiten gilt, dass immer nur dann ein Gefolgsmann auf das entsprechende Gebiet gesetzt werden kann, wenn sich zuvor auf diesem Gebiet kein anderer Gefolgsmann eines beliebigen Spielers befindet. Im Verlauf des Spieles kann es aber durchaus passieren das passende Gebiete miteinander verbunden werden, so dass auch mehrere Gefolgsleute sich innerhalb ein und desselben Gebiet befinden können. Immer wenn ein Gebiet abgeschlossen ist, und sich dort beliebige Gefolgsleute befinden, kommt es zu einer Zwischenwertung. Dabei bekommt immer der Spieler die Punkte der die meisten Gefolgsleute auf diesem Gebiet stehen hat. Bei Gleichstand der Gefolgsleute bekommt niemand Punkte.
Die Punkte, die ein Spieler bei einer Zwischenwertung erhält, werden sofort auf der Punkteleiste gutgeschrieben. Dabei ist es möglich einen Gefolgsmann auf ein Gebiet zu setzen, welches mit dem gerade gelegten Plättchen geschlossen worden ist und auf dem noch kein Gefolgsmann steht. Der Spieler erhält für dieses Gebiet entsprechend der obigen Regeln sofort Punkte gutgeschrieben.
Erreicht ein Spieler mt seiner Figur auf der Punkteleiste ein Feld auf dem ein Mauerplättchen liegt, so legt er dieses offen vor sich ab. Durch Mauerplättchen kann der Spieler einen zusätzlichen Zug bekommen, bei einer Zwischenwertung oder am Spielende zusätzliche Punkte bekommen, auch für unfertige Gebiete,oder sein Palas-Gebiet vergrößern.
Danach ist der nächste Spieler mit seinem Zug an der Reihe.

Das Spiel endet sobald der Vorrat an Burgkarten aufgebraucht ist. Nun folgt die Schlusswertung, bei der keine Mauerplättchen mehr vergeben werden. Zunächst wird geschaut welcher Spieler seinen Palas im größeren Haus stehen hat. Dieser Spieler bekommt so viele Punkte, wie der größte unbesetzte Bereich innerhalb der Burgmauern Burgkarten aufnehmen könnte. Desweiteren werden nun alle Wiesen gewertet auf denen sich Gefolgsleute befinden. Der Spieler, der auf einer Wiese die Mehrheit an Gefolgsleute liegen hat, bekommt für jeden Markt der sich auf der Wiese befindet drei Punkte. Zum Schluss können die Spieler noch mögliche Mauerplättchen werten.

Es gewinnt der Spieler
der insgesamt die meisten Punkte ansammeln konnte.
(Superfred 2.02.11)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Hans im Glück

Superfred vergibt 7 von 10 Punkten:
"Carcassonne Die Burg" ist ein durchaus interessantes Legespiel, welches aber nicht an seinen großen Bruder Carcassonne heranreicht. Die Anleitung ist wie immer sehr ausführlich und mit vielen Beispielen versehen. Die Grafik der Plättchen kam hingegen bei einigen Spielern gar nicht gut an. Klar, Grafiken sind wie so vieles andere auch Geschmackssache. Zumindest muss man sagen dass die Grafik zweckmäßig ist und die daraus resultierenden Punkte im Spiel eindeutig sind. Was wahrscheinich viele Spieler anfänglich negativ aufgestoßen ist, sind die neuen Regeln, dass fast jedes Plättchen an jedem anderen Plättchen angebaut werden kann. Gut, dass sieht vielleicht nicht mehr so schön aus wie bei Carcassonne selber, bringt aber neue taktische Möglichkeiten ins Spiel. Auch die Möglichkeit an Mauerplättchen zu kommen, kam in unserer Gruppe sehr unterschiedlich an. Klar, man hat nun auch eine Motivation kleinere Gebiete zu schliessen, oder auch dem Gegner mal Punkte zu liefern, so dass man bestimmte Punktezahlen auf der Kramerleiste erreicht um in den Genuss der Mauerplättchen zu kommen, allerdings sind die Ergebnisse die ein solches Mauerplättchen liefert, sehr unterschiedlich. Findet man zu Beispiel ein Plättchen dass die Punkte eines geschlossen Turms verdoppelt, während man bereits schon einen relativ großen Turm in der Burg gerade aufbaut, so kann es für den Mitspieler ziemlich schwer werden dagegen anzuspielen. Und auch die Wertung für dass größte Haus, dass dann nochmal so viele Punkte liefert wie die größte Lücke in der Burg war für meisten Spieler ein gewisser Stilbruch im Spiel. Sicher kann man auch darauf spätestens in der Mitte des Spieles hinspielen, doch mal ehrlich, wer achtet beim Bau der eigenen Gebiete schon darauf wie sich die Lücken im Plan entwickeln, wenn er lieber aktiv Punkte machen kann. "Carcassonne Die Burg" ist sicherlich kein schlechtes Spiel und bietet genügend eigene Elemente um sich von "Carcasonne" abzugrenzen. Und wenn mich jemand fragt ob ich eine Runde Carcassonne Die Burg mitspiele, werde ich auch sicherlich gern ja sagen, auch wenn mir das Basisspiel, am besten noch mit der ersten Erweiterung im Rucksack, deutlich besser gefält. Carcassonne die Burg ist nicht mehr im Handel erhältlich, man bekommt das Spiel aber noch problemlos auf dem Gebrauchtmarkt.

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