Illusion

Vielen Dank an den NSV für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : NSV
Autor : Wolfgang Warsch
Grafik : Sandra und Oliver Freudenreich
Spieleranzahl : 2 bis 5 Spieler
Alter : ab 8 Jahren
Dauer : ca. 15 min
Erscheinungsjahr : 2018

Spielart: Einschätzungsspiel


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Illusion von NSV

Das Spielmaterial
98 Farbkarten - 12 Pfeilkarten - 1 Spielanleitung

Ziel des Spiels ist es die vierfarbigen Karten so anzuordnen, dass der prozentuale Anteil einer vorgegebenen Farbe immer größer wird oder mögliche Fehler der Mitspieler zu entlarven

Zu Beginn des Spiels werden die Farbkarten gut gemischt und zu einem offenen Nachziehstapel bereitgelegt. Die Vorderseite einer jeden Karte zeigt ein Motiv mit einem weißem Hintegrund, welches aus den Farben rot, gelb, grün und blau besteht. Auf der Rückseite sind die jeweiligen prozentualen Anteile einer jeden Farbe angegeben. Auch die Pfeilkarten werden gemischt und zu einem verdeckten Nachziehstapel bereitgelegt. Jede Pfeilkarte zeigt auf der Vorderseite einen Pfeil in den vier Spielfarben.

Gespielt wird über mehrere Runden. Zunächst wird eine Pfeilkarte aufgedeckt und offen in die Tischmitte gelegt. Die Pfeilkarte gibt an, mit welcher Farbe in dieser Runde gelegt wird. Danach wird die oberste Farbkarte neben der Pfeilspitze ausgelegt. Der aktive Spieler nimmt nun die nächste Karte und legt sie entweder links von der ausliegenden Karte, wenn er glaubt, dass der angegebene Farbanteil kleiner ist oder rechts von der Karte, falls er der Meinung ist, die vorgegeben Farbe auf der neuen Karte hat einen größeren Anteil.
Danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Von nun an hat der aktive Spieler immer die Möglichkeit die Auslage anzuzweifeln oder eine weiter Karte in ausliegende Reihe abzulegen.
Ist er der Meinung, dass bis dato alle Karten richtig abgelgt worden sind, nimmt er sich eine neue Karte von Nachziehstapel und fügt diese an die Position an, von der an der meint, dass danach weiterhin die Karten in der richtigen Reihenfolge ausliegen. Die Reihenfolge der bereits ausliegenden Karten darf dabei nicht verändert werden. Danach wird die Runde mit dem nächsten Spieler fortgesetzt.
Ist er hingegen der Meinung, dass an einer beliebigen Stelle die Kartenauslage nicht korrekt ist, deckt er die Karten der Reihe nach aus. Findet er dabei einen Fehler, also eine rechts liegende Karte hat einen kleineren Prozentwert in der geforderten Farbe als der linke Nachbar, erhält der Spieler als Belohnung die Pfeilkarte die er in seiner Auslage ablegt. War die ausgelegte Reihe korrekt, wobei zwei nebeneinanderliegende Karten mit gleich großen Anteilen ebenfalls als korrekt gelten, erhält der Mitspieler, der als letzter eine Karte in die Auslage gelegt hat, die Pfeilkarte. Auch in diesem Falls endet die Runde.
Die Karten der Tischauslage werden abgeräumt und der Spieler der die Pfeilkarte erhalten hat eröffnet die nächste Runde

Das Spiel endet mit der Runde, in der ein Spieler seine dritte Pfeilkarte erspielen konnte. Dieser Spieler gewinnt das Spiel. Alternativ kann man auch alle zwölf Pfeilkarten durchspielen. In diesem Fall gewinnt der Spieler mit den meisten Pfeilkarten.

(Superfred 12.03.18)

Weitere Infos:
- Die Homepage vom Nürnberger Spielkartenverlag (NSV)
- Die Homepage von Oliver Freudenreich

Superfred vergibt 8 von 10 Punkten:
Illusion ist einfaches Einschätzungsspiel, bei dem Karten so ausgelegt werden müssen, dass der geforderte Farbanteil der einzelnen Karten immer größer wird. Man kann auch kurz sagen Illusion ist Anno Domini mit Farben an Stelle von Jahreszahlen. Braucht man so ein Spiel, bei dem Karten ausgelegt werden und man abschätzen muss ob auf der einen Karten nun mehr rot zu sehen ist als auf der anderen Karte? Macht so etwas Spaß? Wahrscheinlich hätte ich diese Frage vor meinem ersten Spiel mit Nein beantwortet. Ich bin aber froh, dass ich Illusion dann doch ausprobiert habe, da es wirklich Spaß macht. Dieses liegt meiner Meinung nach weniger am Spielprinzip selber. Vielmehr sind es die wirklich tollen Grafiken, die einen immer vor die Frage stellen, wie hoch der Farbanteil nun wirklich ist. Denn auch wenn man sich in Sicherheit glaubt, dass die gesuchte Farbe auf der einen Karte höher ist als auf einer anderen Karte, kann man sich doch schnell täuschen. Wer nun meint, dass man die Karten mit der Zeit kennt und vielleicht irgendwann die Anteile kennt, dem sei gesagt, dass es nicht so ist. Eher das Gegenteil ist der Fall. Da man glaubt die Karten zu kennen neigt man schnell zu einem oberflächlichen Handeln und macht auch Fehler. Illusion ist ein perfektes Spiel für zwischendurch. Die Regeln sind schnell erklärt und wenn genugt Stühle um den Tisch passen, kann man es auch prima in größeren Gruppen spielen. Niemand muss sich schämen wenn er einen Fehler macht, denn Fehler werden auch den Besten passieren. Leider ist mir nicht bekannt wen man dieses tolle Spiel letztendlich zu verdanken hat. Ob Wolfgang Warsch schon ursprünglich diese verschnörkelten Grafiken im Sinn hatte oder ob Sandra und Oliver Freundenreich erst mit ihren Vorstellungen aus bekannten Ideen ein richtig tolles Spiel für Zwischendurch gemacht haben. Egal, vielleicht haben die drei ja auch zusammen experimentiert um dieses tolle Spiel zu generieren. Und auch wenn ich heute an keiner neuer Ausgabe von Anno Domini vorbei gehen kann, ist Illusion für mich dann doch die bessere Alternative. Man muss kein gefährlich Halbwissen auf verquere Aussagen anwenden. Man muss im wahrsten Sinn des Wortes einfach nur hinschauen. Und das bekommt doch nun wirklich jeder hin. Klar, Illusion ist kein abendfüllendes Spiel, aber es ist deutlich mehr als nur ein Füller. Illusion ist somit wieder ein Spiel, welches mit den einfachsten Mitteln eine breite Masse an Spielern begeistern kann und wo Jung und Alt sich messen können. Mich würde es freuen wenn Illusion ebenso erfolgreich werden würde wie Anno Domino. Potenzial, auch für Folgespiele mit neuen Grafiken, ist auf jeden Fall vorhanden. Im Handel ist dieses kleine, aber durchaus feine Kartenspiel für rund 9 Euro erhältlich.

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