Amun-Re

Auf einen Blick:
Verlag : Hans im Glück
Autor : Reiner Knizia
Grafik : Franz Vohwinkel
Spieleranzahl : 3-5 Spieler
Alter : ab 12 Jahren
Dauer : ca. 90 min.
Erscheinungsjahr : 2003
 
Spielart: Strategisches Aufbauspiel

Auszeichnungen:
Spiel der Jahres 2003 Auswahlliste
Deutscher Spielepreis 2003 (Platz 1)
SdS: Spielehit für Experten 2003
NL Spielepreis 2004 Nominierungsliste
Schweizer Spielepreis 2003 Strategie (Platz 2)
Japanese Best Advanced Game 2003 (Platz 2)

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Das Spielmaterial
66 Goldkarten - 39 Machtkarten - 15 Provinzkarten - 15 Einzelpyramiden - 15 Doppelpyramiden -
10 Spielersteine - 1 Amun-Re Tempel - 1 Pharao (Startspielerstein) - 15 Provinzmarker -
45 Bauern - 5 Übersichtskarten - 1 Spielplan - 1 Spielanleitung


Vor dem Spiel erhält zunächst jeder Spieler eine Baumeisterkarte aus dem Stapel mit den Machtkarten. Die restlichen Machtkarten werden als Nachziehstapel neben den Spielplan gelegt, genauso die 15 Provinzkarten. Jeder Spieler wählt eine Farbe und erhält 2 Spielersteine, 3 Provinzmarker, 1 Übersichtskarte, Goldkarten im Wert von 20 und eine Goldkarte mit dem Wert "-3". Der Amun-Re Tempel kommt auf das Feld links neben der Tempelleiste. Der älteste Spieler wird der Pharao und somit der Startspieler der Runde.

Das Spiel ist in 2 Spielhälften unterteilt, wobei jede Hälfte aus drei Runden besteht, die wiederum aus 5 Phasen bestehen. In der dritten und der sechsten Runde gibt es noch eine zusätzliche 6. Phase, nämlich die Auswertung.
  1. Neue Provinzkarten: Der Startspieler zieht soviele Provinzkarten vom Nachziehstapel, wie Mitspieler teilnehmen. Entsprechend der jeweiligen Symbole werden in einigen Provinzen noch zusätzlich Gratismachtkarten, Gratisbausteine oder Gratismachtkarten und Gratisgold ausgelegt. Die Provinzkarten sowie evtl. Gratismaterial werden auf die jeweilige Provinz gelegt.
  1. Provinzen erwerben: Jeder Spieler kann nun genau 1 der aufgedeckten Provinzen erwerben. Die Spieler bieten darum, wobei der Startspieler anfängt und jeder Spieler immer zwei Möglichkeiten hat: Entweder setzt er seinen Bietstein auf das Zahlenfeld einer Provinzkarte, auf der sich noch kein anderer Spieler befindet oder er stellt seinen Spielstein auf die Provinzkarte, wo sich bereits ein Mitspieler befindet. In diesem Fall muss er das Gebot des Mitspielers um mindestens 1 Feld überbieten. Ein Spieler der überboten wurde muss seinen Spielstein in der nächsten Bietrunde auf eine andere Provinzkarte setzen. Die Bietphase endet, wenn nach einer Bietrunde auf jeder Karte nur noch ein Spielstein steht. Jeder Spieler zahlt dann den gebotenen Betrag an die Bank und nimmt sich die entsprechende Provinzkarte und platziert dort einen Provinzmarker der eigenen Farbe. Gratismachtkarten und Gratisgold dürfen vom Spieler sofort genommen werden, Gratisbausteine bleiben in der Provinz liegen.
  1. Spieleraktionen durchführen: Beginnend mit dem Startspieler kann nun jeder Spieler folgende 3 Aktionen durchführen, bei denen immer das gleiche Preisschema gilt, das auch durch die Preistafel auf dem Spielplan vorgegeben wird.
    1. Machtkarten: Der Spieler kann Machtkarten kaufen, die in bestimmten Phasen des Spiels Vorteile für denjenigen Spieler bringen können. Ein Spieler kann max. soviele Machtkarten kaufen, wie Kartensymbole in seiner Provinz abgebildet sind. Wenn ein Spieler mehrere Provinzen besitzt, wird das Limit durch die Provinz mit den meisten Kartensymbolen vorgegeben. Ein Spieler kann beliebig viele Machtkarten auf der Hand halten. Eingesetzte Machtkarten werden auf den Ablagestapel gelegt. Man kann auch eine Machtkarte unbenutzt auf den Ablagestapel werfen, dafür gibt es dann 1 Gold.
    2. Bauern: Der Spieler kann Bauern kaufen und muss sie sofort einsetzen. Er kann beliebig viele Bauern kaufen und sie beliebig auf seine Provinzen verteilen. Eine Provinz kann allerdings max. so viele Bauern aufnehmen, wie Anbauflächen vorhanden sind. Gratisbauern dürfen zusätzlich eingesetzt werden, sogar in Provinzen, in denen es sonst gar keine Anbauflächen gibt.
    3. Bausteine: Der Spieler kann Bausteine kaufen, die ebenfalls sofort eingesetzt werden müssen. Auch diese Bausteine können wieder beliebig auf die Provinzen verteilt werden. Für 3 Bausteine in einer Provinz erhält man 1 Pyramide, für die zweite errichtete Pyramide eine Doppelpyramide.
  1. Amun-Re opfern: Jeder Spieler legt nun verdeckt eine oder mehrere Goldkarten oder die "-3"-Karte vor sich aus (kann nur einzeln gespielt werden). Alle Karten werden so ausgelegt, dass die anderen Spieler nicht erkennen können, wieviele Karten jeder Spieler ausgelegt hat. Dann wird umgedreht: Die Summe aller Goldkarten ist die Höhe des Opfers. Der Amun-Re Tempel wird dementsprechend auf der Tempelleiste versetzt. Der Spieler mit dem höchsten Opfer darf sich 3 Teile aussuchen (also Bauern, Machtkarten, Bausteine) - in jeder beliebigen Kombination. Der Spieler mit dem zweithöchsten Gebot 2 Teile und der Spieler mit dem dritthöchsten Gebot 1 Teil. Wer die "-3" gelegt hat, erhält 3 Gold aus der Bank. Der Spieler mit dem höchsten Opfer wird außerdem in der nächsten Runde Startspieler und erhält deshalb den Pharao.
  1. Einnahmen: Es gibt in jeder Runde "Ernteerträge" und sogenannte "weitere Einnahmen". Für jeden Bauern in seinen Provinzen bekommt jeder Spieler soviel Gold, wie durch den Tempel auf der Tempelleiste angezeigt wird. Für die Besitzer der Provinzen Abu und Berenike gibt es immer 4 bzw. 8 Gold. Steht der Tempel auf einer 1 oder 2 erhalten die Besitzer der Provinzen Kharga, Sawu und Avaris außerdem 5, 7 und 8 Gold. Haben alle Spieler ihre Einnahmen erhalten, beginnt eine neue Runde. Nach der 3. und der 6. Einnahmen-Phase folgt aber immer noch die Wertungsphase.
  1. Wertung (nur nach der 3. und 6. Runde!!!!!!!): Zunächst einmal erhält jeder Spieler für jede Pyramide in seinen Provinzen einen Punkt. Danach gibt es drei Punkte für einen vollständigen Satz von Pyramiden (ein Satz heißt, in allen 3 Provinzen 1 Pyramide). Danach erhalten die Spieler mit den meisten Pyramiden in einer Provinz östlich und westlich des Nils 5 Punkte. Für die Besitzer der Provinzen Damanhur, Edfu und Amarna gibt es außerdem noch Punkte für den jeweiligen Tempel. Die Höhe der Punkte entspricht der Position des Amun-Re Tempels auf der Tempelleiste. Außerdem kann ein Spieler für Machtkarten zusätzliche Punkte erhalten, wenn er die Bedingung einer Machtkarte erfüllt hat. Am Ende der 6. Runde wird außerdem noch das Gold gewertet: Der Spieler mit dem meisten Gold erhält 6 Punkte, der mit dem zweitmeisten 4 Punkte und der mit dem drittmeisten 2 Punkte. Bei Gleichstand entfällt immer der nächste Rang. Nach der ersten Wertung wird - außer den Pyramiden und den Bausteinen - alles Spielmaterial vom Spielplan entfernt. Die Provinzkarten werden neu gemischt und das Spiel geht mit der 1. Phase der 4. Runde weiter.
Das Spiel endet nach der Wertung in der 6. Runde. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt das Spiel. Ein Gleichstand wird zunächst über die Anzahl von Pyramiden der beteiligten Spieler aufgelöst, danach über die Anzahl der Bausteine. Besteht der Gleichstand weiter, gibt es auch mehrere Sieger.
(Troudi 08.06.05)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Hans im Glück

Superfred vergibt 8 von 10 Punkten:
"Amun Re" ist ein äusserst interessantes Versteigerungsspiel mit vielfältigen Möglichkeiten. Die ersten Runden verlaufen etwas planlos. Keiner weiss so genau was eine einzelne Parzelle "wert" ist und wie man am besten Punkte macht. Mit der Zeit lassen dann die Anfängerfehler nach und man erkannt vielfältige Strategien für ein erfolgreiches Spiel. Dem einen oder anderen Spieler war Amun zu trocken, was man sicherlich nachvollziehen kann. Das Thema Ägypten wurde hier zwar sehr schön in das Spiel eingebettet, dennoch hat man mitunter das Gefühl, dass es sich hier um ein reines abstraktes und sehr konstruiertes Spiel handelt. Nur aus dem Bauch heraus lässt sich Amun Re sicherlich nicht spielen, allerdings muss man auch kein ausgebildeter Mathematiker sein, um das Spiel erfolgreich zu gestalten. Trotzdem ist es erforderlich sowohl bei der Ersteigerung der Parzellen, als auch beim Kauf der Karten, Bausteine und Bauern genauestens zu kalkulieren wie man sein Geld sinnvoll einsetzt um bei diesem Spiel zu Punkten. Damit das Ganze nicht zu statisch abläuft gibt es die Machtkarten. Sie bringen einen gewissen Unsicherheitsfaktor ins Spiel, da hierdurch jeder Spieler zusätzliche Gewinnpunkte oder unterschiedliche Vorteile erhalten kann, woraufhin man seine Strategie ausrichten sollte. Das Spiel funktioniert in jeder Spieleranzahl. Jedoch sollte man bedenken, je mehr Spieler mitspielen um so länger sind die Wartezeiten zwischen den Zügen. Und wenn Denker am Tisch sitzen, kann ein Zug auch schon mal etwas länger dauern. Bei nur 3 Spieler fällt dafür der Konkurrenzfaktor bei der Versteigerung der Parzellen etwas geringer aus. Am besten gefällt uns das Spiel zu vier, wobei aber auch die anderen Konstellation ihren Reiz haben. "Amun Re" ist sicherlich keine leichte Kost und nicht jeder Spieler wird sofort Zugang zu diesem Spiel finden. Für Grübler und Strategen ist "Amun Re" genau das richtige Spiel.

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