Azul

Auf einen Blick:
Verlag : Next Move / Pegasus
Autor : Michael Kiesling
Grafik : Chris Quilliams
Spieleranzahl : 2 bis 4 Spieler
Alter : ab 8 Jahren
Dauer : 30 bis 45 min
Erscheinungsjahr : 2017

Spielart: Legespiel

Auszeichnungen:
Spiel des Jahres 2018 Nominierungsliste
SdS: Spielehit für Familien 2018
As d'Or - Spiel des Jahres 2018

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Azul von Next Move Pegasus

Das Spielmaterial
100 Kunstharz-Fliesen - 4 Spielerablagen - 9 Manufakturplättchen - 4 Punktemarker - 1 Startspielermarker - 1 Stoffbeutel - 1 Spielanleitung

Ziel des Spiels ist es, durch Legen der Fliesen auf dem eigenen Tableau möglichst viele Punkte zu sammeln.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler ein identisches Tableau. Der linke, untere Bereich zeigt fünf Reihen mit jeweils ein bis fünf Feldern. Hier sammeln die Spieler später ihre Fliesen. Hat man am Ende eine Reihe komplett mit gleichfarbigen Fliesen gefüllt, legt man diese Fließenart später rechts in den Wertungsbereich. Der untere Bereich des Tableaus, die sogenannte Bodenreihe, ist für überschüssige Fliesen angedacht, die am Ende einer Runde Minuspunkte bringen. Im oberen Bereich des Tableaus werden die eigenen Punkte festgehalten. Alle 100 Fliesen kommen zu Beginn des Spiels in den Stoffbeutel. In Abhängkeit zur Spieleranzahl werden nun bis zu neun Manufakturplättchen kreisförmig angeordnet in die Tischmitte gelegt.
Der Startspielerstein in die Tischmitte zwischen die ausliegenden Manufakturplättchen gelegt

Gespielt wird über mehrere Runden.
Auf jedes Manufakturplättchen werden zunächst vier Fliesen gelegt, die zufällig aus dem Stoffbeutel gezogen werden.
Beginnend mit dem Startspieler und dann immer reihum können die Spieler Fliesen nehmen. Sofern vorhanden kann der aktive Spieler immer entscheiden, ob er alle Fliesen einer Farbe von einem Manufakturplättchen oder Fliesen aus der Tischmitte nimmt. Unabhängig davon für welchen Ort er sich entscheidet, muss er immer alle Fliesen einer Art nehmen und diese auf seinem Tableau jeweils auf leere Felder in genau eine der fünf Reihen legen, wobei in jeder Reihe immer Fliesen einer Art liegen müssen.
Fliesen die er nicht platzieren kann legt er nach ganz unten von links nach rechts auf die Felder der Bodenreihe. Entscheidet sich ein Spieler für ein Manufakturplättchen legt er danach aller anderen Fliesen die er nicht genutzt hat in die Tischmitte.
Möchte ein Spieler Fliesen aus der Tischmitte nehmen, muss er ebenfalls, sofern noch vorhanden, den Startspielerstein nehmen. Da der Startspielerstein nirgendwo anders Platz findet muss er ebenfalls in die Bodenreihe gelegt werden. Dieses geschieht reihum solange bis sich weder auf den Manukaturplättchen, noch in der Tischmitte Fliesen befinden.
 In späteren Runden muss darauf geachtet werden, das Fliesen nur dann in einer Reihe abgelgt werden dürfen, wenn das entsprechende Feld auf der rechten Seite, wohin Steine einer vollstängigen Reihe verschoben werden noch frei ist.
Nun können die Spieler alle gleichzeitigt ihre erworbenen Fliesen in das Muster im rechten Tableau-Bereich einbauen, wobei die Reihen immer in Reihenfolge von oben nach unten abgehandelt werden. Ist eine Reihe vollständig nimmt der Spieler genau eine Fliese und legt diese auf das farblich passende Feld. Alle weiteren Fliesen dieser Reihe werden zur Seite gelegt und kommen zunächst aus dem Spiel.
Fliesen in unvollständigen Reihe bleiben liegen und werden in die nächste Runde mitgenommen.
Immer wenn ein Spieler eine Fliese in den rechten Bereich legen kann, erhält der Spieler dafür Punkte. Hat die neu gelegte Fliese keine orthogonal angrenzenden Nachbarfliesen so erhält der Spieler genau einen Punkt. Hat eine Fliese mindestens eine Nachbarfliese wird sowohl für genau die Spalte, als auch genau für die Reihe der gerade gelegten Fliese überprüft. wieviele zusammenhängende Fliesen es mit der gerade gelegten Fliese gibt. Soviele Punkte werden für die gelegte Fliese gutgeschrieben.
Wird also eine Fliese so gelegt, dass dadurch eine horizontale Reihe mit zwei zusammenhängenden Fliesen und eine vertikale Spalte mit drei zusammenhängende Fliesen entsteht, bringt diese Fliese fünf Punkte. Die gerade gelegt Fliese wird also quasi zweimal gezählt. Wir eine Fliese so gelegt, dass diese eine horizontale Reihe mit zwei Fliesen bildet, sie aber in der Spalte keine angrenzende Fliesen besitzt und somit keine Gruppe bildet, bringt diese Fliese auch nur zwei Punkte für die Reihe.
Hat ein Spieler nun Fliesen in der Bodenreihe liegen, so erhält er soviele Minuspunkte wie die Zahl auf den belegten Feldern angibt.
Danach wird der Startspielerstein wieder in die Tischmitte gelegt. Und die nächste Runde kann beginnen. Für den Fall, dass für eine Folgerunde nicht ausreichend Steine im Stoffbeutel vorhanden sind, werden, nachdem der Stoffbeutel komplett leer gezogen wurde, die aus dem Spiel genommenen Fliesen wieder in den Stoffbeutel gelegt. Reichen die Fliesen zum Füllen der Manukturplättchen immer noch nicht aus, werden die Manufakturplättchen nur soweit wie möglich befüllt.

Das Spiel endet nach der Runde, in der mindestens ein Spieler eine vollständige horizontale Zeile auf der rechten Seite des Tableaus füllen konnte. Nach der Rundenwertung dieser Runde, folgt nun noch eine Schlusswertung. Jeder Spieler erhält:
Es gewinnt der Spieler, der nun in Summe die meisten Punkte sammeln konnte.

Variante:
Die Rückseite eines jeden Spielertableaus zeigt auf der rechten Seite eine graue Ablage ohne Mustervorgaben. Hat ein Spieler am Rundenende in linken Bereich eine Reihe komplettiert, kann er sich frei aussuchen auf welches Feld der Reihe im rechten Bereich er die entsprechende Fliese ablegt. Weiterhin gilt, dass in jeder Reihe und jeder Spalte auf der rechten Seite jedes Muster nur einmal vertreten sein darf.

(Superfred 1.06.18)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Next Move
- Die Homepage von Pegasus Spiele

Superfred vergibt 9 von 10 Punkten:
Azul ist ein spannendes Legespiel, bei dem es darum geht Kachel punktebringend auf dem eigenen Spieletableau unterzubringen. Auch wenn das Spiel mit einer kleinen Rahmengeschichte daher kommt, bleibt es für fast alle Spieler doch abstrakter Natur. Farbige Spielsteine müssen zunächst aus der allgemeinen Auslage auf die linke Seite unseres Tablaus gebracht werden. In der Auslage liegen dazu bei Rundenbeginn mehrer Plättchen aus, auf denen immer zufällig vier Spielsteine ausgelegt werden. Der Spieler der an der Reihe ist entscheidet sich für ein gefülltes Plättchen und nimmt dann alle Steine einer Art und legt sie in einer Reihe auf seinem Tableau ab. Alle anderen Steine dieses Plättchen schiebt er in die Tischmitte. Alternativ kann ein Spieler auch aus der Tischmitte alle Steine einer Art in einer Reihe ablegen. Dieses geschieht solange bis alle Steine aus der allgemeinen Auslage an die Spieler übergegangen sind. Jedes Spielertableau hat fünf Reihen mit ein bis fünf Feldern. Hat ein Spieler eine Reihe gefüllt kommt ein Stein dieser Reihe auf das Muster der rechten Seite auf dem Tableau. Dort kommt es zur Wertung. Ein Stein bringt umso mehr Punkte je mehr Steine innerhalb der Reihe oder Spalte direkt angeschlossen sind. Steine die während der Verteilung keinen Platz auf der linken Seite gefunden haben bringen Minuspunkte. Am Spielende erhält man noch Punkte wenn Reihen, Spalten, oder vorgegebene Muster komplett gefüllt sind. Die Regeln sind klar und schnell zu erlernen. Und auch wenn Azul auf dem ersten Blick recht unspektakulär daher kommen mag, bringt das Spiel einiges an Tiefe mit, wenn man denn will. So sollte man grundsätzlich bei jedem Zug nicht nur überlegen, welche Steine im Moment viele Punkte bringen könnten, sondern auch was es für Konsequenzen hat es wenn man sie nimmt. Welche Steine brauchen meine Mitspieler? Welche Steine werden sich noch in der Auslage befinden wenn ich an die Reihe komme? Kann ich dann noch Steine einbauen? Wie kann ich dafür sorgen, dass meine Mitspieler vielleicht sogar Minuspunkte bekommen? Diese und viele andere Fragen sollten einem durch den Kopf gehen, wenn man Azul erfolgreich meistern möchte. Gerade im Spiel zu zweit können deswegen sehr interessante Duelle entstehen, bei denen ein Spieler Steine nimmt die er gar nicht benötigt nur damit sein Spielpartner vielleicht noch mehr Minuspunkte bekommt. Aber auch in voller Besetzung hat Azul durchaus seinem Reiz. Immerhin skalliert Azul mit der Spielanzahl. Je mehr Spieler teilnehmen, desto mehr Plättchen liegen aus und entsprechend sind auch mehr Spielsteine in einer Runde im Spiel. Deswegen sollte man gerade im 4er darauf aufpassen, dass man nicht der letzte Spieler einer Runde wird und so viele Steine bekommt die man für Minuspunkte einbauen muss. Letztes Jahr in Essen war Azul schon ein Geheimtipp und die erste Auflage war in kürzester Zeit ausverkauft. In Frankreich hat das Spiel bereits den Titel As d'Or 2018 abgeräumt welches mit unserem Spiel des Jahres-Titel ein Stück weit vergleichbar ist. So ist es auch nicht verwunderlich das Azul auch in Deutschland auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 2018 gelandet ist. Ich persönlich hätte es eher auf der Liste zum Kennerspiel gesehen. Ok, die Regel sind kurz und von jedermann schnell zu erlernen. Dennoch, den Reiz entwickelt es dann doch meiner Meinung nach erst, wenn man eben nicht nur vor sich hin puzzelt, sondern in jeden Zug das größtmögliche Kalkül hinein legt. Aber das kann natürlich jede Spieler für sich selber entscheiden. Im Handel ist das tolle Spiel für rund 40 Euro erhältlich.

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