Dominion

Vielen Dank an Hans im Glück für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:                        
Verlag : Hans im Glück
Autor : Donald X. Vaccarino
Graphik : Michael Menzel
Spieleranzahl : 2-4 Spieler
Alter : ab  10 Jahren
Dauer : ca. 30 min.
Erscheinungsjahr : 2008

Spielart : Kartensammelspiel

Auszeichnungen:
Spiel der Jahres 2009
Deutscher Spielepreis 2009 (Platz 1)
A la carte 2009 (Platz 1)
SdS: Spielehit mit Freunden 2009
NL Spielepreis 2009 Nominierungsliste
As d'Or Nominierungsliste 2009
Juego del Ano 2009 Finalist
Vuoden Aikuistenpeli 2009
IGA Multiplayer Nominierungsliste 2009
Best Japanese Boardgame 2009 (Platz 1)

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Dominion von Hans im Glück

Das Spielmaterial
500 Spielkarten  - 1 Spielregel

Europa im Mittelalter: Die jungen Adeligen - verkörpert durch die Spieler - haben geerbt. Eigentlich ein Grund zur Freude denn das Mittelalter war bekanntlich finster und die Adeligen könnten sich jetzt eigentlich bequem in ihre Burg zurückziehen und sich zufrieden zurücklehnen. Die Spieler gehören allerdings zu einer anderen Gattung von Adeligen, nämlich zu der, die mehr wollen - also ein größeres Königreich mit mehr Macht, mehr Einkommen und mehr Prestige. Und dementsprechend machend die Spieler sich nun an den Aufbau ihres Königreiches.

Vor dem Spiel  müssen die Spieler zunächst die Geldkarten nach Wertigkeit sortiert in Stapel trennen und offen bereitlegen. Dazu kommen dann drei Stapeln mit den Provinz-, Herzogtum- und Anwesenkarten. Bei 3 oder 4 Spielern werden jeweils 12 Karten jeder Art verwendet, bei 2 Spielern jeweils nur 8 Karten. Jeder Spieler nimmt drei Anwesen und sieben Kupferkarten und mischt diese gut durch und legt sie als verdeckten Stapel vor sich ab, von dem er sich nun die obersten 5 Karten auf die Hand nimmt. Nun müssen sich die Spieler dafür entscheiden, mit welchen 10 Kartensätzen die Spieler spielen wollen. Diese 10 Kartensätze werden als Stapel ebenfalls zu den restlichen Karten auf die Spielfläche gelegt.  Die jeweils elfte Karte jedes Satzes dient als Platzhalter und wird mit dem Bild nach unten unter die zehnte Karte jedes Stapels gelegt. Neben die Auslage werden nun noch die Müllkarte und der Stapel mit den Fluchkarten (30 im 4er-Spiel, nur 20 im 2er-/3er-Spiel) gelegt. Ein Spieler wird Startspieler und das Spiel kann beginnen.

Das Spiel wird in Spielerzügen gespielt. Der Startspieler beginnt und danach ist immer der nächste Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe. In seinem Zug kann jeder Spieler bis zu drei Aktionen durchführen, wobei die ersten beiden Aktionen durchgeführt werden können, die letzte Aktion muss durchgeführt werden. Die drei Aktionen verlaufen folgendermaßen:

1. Phase: Aktion
Der Spieler kann eine Aktionskarte aus seiner Hand (z.B. Dorf, Keller, Holzfäller etc.) ausspielen und die darauf angegebenen Aktionen durchführen, wie z.B. eine Karte vom eigenen Nachziehstapel zu ziehen, weitere Aktionskarten ausspielen, Karten auf den eigenen Ablagestapel legen, Karten auf die Müllkarte legen etc.. Zusätzlich gibt es noch die Aktionen "+1 Kauf" und Bonusgeld, das in der Kaufphase auf den Preis von Karten angerechnet wird.

2. Phase: Kauf
Der Spieler kann in dieser Phase genau eine Karte kaufen. Dabei kann er jede Karte aus dem allgemeinen Vorrat, also Geldkarten, Punktekarten, Königreichkarten und Geldkarten, kaufen. Lediglich Karten, die auf der Müllkarte liegen können nicht mehr gekauft werden. Der Spieler muss den auf der Karte angegeben Betrag mit seinen Handkarten bezahlen können, danach werden die entsprechenden Geldkarten auf den eigenen Ablagestapel gelegt. Der Kaufpreis kann durch verschiedene Karten reduziert werden. Der Kauf einer Geldkarte "Kupfer" kostet den Spieler nichts.

3. Phase: Aufräumen
Hat der Spieler eine, beide oder keine der oben genannten Aktionen durchgeführt hat, wird es nun Zeit zum Aufräumen. Dazu legt der Spieler alle Karten, die er noch auf der Hand hat, auf den eigenen Ablagestapel. Dann zieht der Spieler die obersten fünf Karten vom eigenen Nachziehstapel und nimmt sie auf die Hand. Ist der eigene Nachziehstapel bereits zu klein, dann mischt der Spieler seinen eigenen Ablagestapel und zieht die restlichen Karten von diesem Stapel nach. Danach ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe.

Das Spiel endet  nachdem entweder drei beliebige Stapel aus dem Vorrat leer sind oder alle Provinzkarten von den Spielern erworben wurden. Danach zählt jeder Spieler die Werte der Provinzkarten in seinem Kartenstapel zusammen. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt das Spiel.
(Troudi 23.02.09)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Hans im Glück

Superfred vergibt 9 von 10 Punkten:
"Dominion" ist ein hochinteressantes Kartenspiel, welches sich bei uns in den letzten Wochen und Monaten zum Dauerbrenner entwickelt hat. Auch wenn es sich „nur“ um ein Kartenspiel handelt, kommt es in einer verhältnismäßig großen Spieleschachtel daher. Für manche mag diese Verpackungsart zu viel Luft enthalten, da aber immer nur ein Bruchteil der Karten für ein Spiel benötigt werden, bittet die Schachtel ein sinnvolles Tiefziehteil, so dass die Karten immer sortiert sind und man sich die passenden Kartenthemen schnell rausholen kann. Die Anleitung ist sehr ausführlich, aber die Spielregel lässt sich auf drei Handlungen reduzieren: Aktionen durchführen – Karten kaufen – Karten mischen. Und falls es doch mal Rückfragen zu einzelnen Karten geben sollte, findet man eine ausführliche Erläuterung zu jeder Karte. Anfänger werden sicherlich etwas brauchen, bis sie eine Übersicht der einzelne Karten in der Auslage haben, aber hier kommt nach einigen Partien schnell Routine rein. Und da die einzelnen Partien nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen sollen, wird empfohlen nicht immer mit den gleichen Kartenthemen zu spielen, sondern diese zu Beginn einer Partie zufällig auszuwählen. Immerhin stehen 25 verschiedene Kartenthemen oder -sets zur Verfügung, wobei für ein Spiel gerade mal 10 Kartensets benötigt werden. Da jeder Spieler mit seinem eigenen Deck spielt begrenzt sich die Interaktion der Spieler darauf zu schauen wer wann welche Karten nimmt. Einige wenige Karten greifen allerdings auch in das Deck der Mitspieler ein. Ein Grund, warum "Dominion" so gut ankommt ist sicherlich der, dass "Dominion" einen völlig neuen Mechanismus nutzt, und zwar wird das eigentliche Decks mit dem man Spiel während des Spiels zusammen gebaut und ist somit ein Hauptbestandteil des Spiels. Somit ist Timing ein äußerst entscheidendes Element, wann man eine Karte dem Deck hinzufügt oder ob man überhaupt das Deck noch mit weiteren Karten belasten sollte. Das Ganze sollte man natürlich auch nicht überbewerten, denn wie bei jedem Kartenspiel gehört auch hierzu ein wenig Glück, dass man die richtigen Karten zur richtigen Zeit in seinem Deck auch wiederfindet. Dominion kommt bei allen Spielern unsere Gruppe gut bis sehr gut an. Am häufigsten wird es zu zweit gespielt, da man hier natürlich schneller wieder an die Reihe kommt und eine Runde selten länger als 20 Minuten dauert, aber auch in allen anderen Besetzungen kommt es sehr gut an. Da man sich vor jedem Spiel die Karten noch zusammen stellen kann, schreit das Spiel gerade zu nach Erweiterungen. Der amerikanische Hersteller Rio Grande hat bereits schon zwei Erweiterungen angekündigt, die im Frühjahr und Herbst dieses Jahres erscheinen sollen. Hans im Glück hat aktuell zumindest schon mal die erste Erweiterung mit dem Namen Intrige bestätigt. "Dominion" ist sicherlich eines der Highlight der letzten Monate und sollte in keiner Spielesammlung fehlen. In Handel kostet das Spiel rund 25 Euro.

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