Auf den Spuren von Marco Polo
Erweiterung: Die neuen Charaktere

Vielen Dank an Hans im Glück für ein Rezensionsexemplar

Auf einen Blick:
Verlag : Hans im Glück
Autor : Daniele Tascini und Simone Luciani
Grafik : Dennis Lohausen
Spieleranzahl : 2 bis 4 Spieler
Alter : ab 12 Jahren
Dauer : 20 bis 25 min pro Spieler
Erscheinungsjahr : 2015

Spielart: Aufbauspiel

Auszeichnungen:
Kennerspiel der Jahres 2015 Empfehlungsliste
Deutscher Spielepreis 2015 (Platz 1)
Niederländischer Spielepreis für Experten 2016
Swiss Gamers Award 2015 (Platz 3)
Jogo do Ano 2016 Nominierungsliste
Juego del Ano 2016 Empfehlungsliste
Jocul Anului 2015 Avansati (Platz 1)
IGA Multiplayer Hauptpreis 2015
Best Japanese Boardgame 2015 (Platz 2)
Best Japanese Boardgame 2016 (Platz 5)

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Auf den Spuren von Marco Polo von Hans im Glück

Das Spielmaterial
1 Spielplan - 1 Startspielermarker - 4 Spielertableaus - 6 Stadtbonus-Marker - 10 Kontorboni - 10 Charaktere - 40 Münzen - 44 unterschiedliche Aufträge - 4 50/100-Punktekarten - 18 Zielkarten - 31 Stadtkarten - 15 Goldbarren - 15 Seidebündel - 15 Pfeffersäcke - 28 Kamele - 12 Holzfiguren - 26 Würfel - 38 Handelsposten - 5 Übersichtskärtchen - 1 Spielanleitung - 1 Beiblatt

Ziel des Spiels ist es  durch das Reisen und der Erfüllung von Aufträgen möglichst viele Punkte zu sammeln.

Zu Beginn des Spiels wird zunächst das Spielbrett vorbereitet. Im oberen Bereich des Brettes ist ein Wegenetz mit mehreren Städten und Oasen abgebildet auf denen zufällig Bonusplättchen abgelegt werden, die die Spieler später im Spiel beim Erreichen eines Ortes nutzen können. Außerdem enthalten die Städte noch Karten, die den Spielern nach Erreichen der Stadt erlauben zusätzliche Aktionen auszuführen. Eine Spielerfigur wird in die Startstadt gestellt. Im unteren Bereich des Brettes sind die verschiedenen Aktionsmöglichkeiten abgebildet, aus denen die Spieler später wählen können. Eine Aktion ist der Erwerb von Aufträgen. Die Aufträge werden zu Beginn nach einem vorgegebenen System vorbereitet, die ersten Aufträge werden bereits auf dem Spielbrett ausgelegt. Die Spieler erhalten zu Beginn ein eigenes Tableau, auf denen sie ihre ersten Waren, Kamele, Geld und Aufträge ablegen. Außerdem werden jetzt hier die Handelsposten platziert, die später in die Städte auf den Spielplan gestellt werden. Nun wählt jeder Spieler noch eine Spielfigur aus, die eine exklusive Sondereigenschaft besitzt. Desweiteren wählt jeder Spieler noch zwei Zielkarten aus, auf denen jeweils zwei Städte abgebildet sind. Hat ein Spieler diese Städte im Verlauf des Spiels besucht, so winken Bonuspunkte. Außerdem erhält jeder Spieler noch fünf Würfel in seiner Spielfarbe, mit denen er später im Spiel die Aktionen bezahlt.  

Gespielt wird über fünf Runden, in denen die Spieler reihum ihre Aktionen durchführen. Der aktive Spieler führt in seinen Zug immer genau eine von sechs möglichen Hauptaktionen aus indem er mindestens einen Würfel auf dem Spielfeld einsetzt. Vor und nach seiner Hauptaktion kann der Spieler beliebige viele Nebenaktionen in beliebiger Anzahl und Reihenfolge durchführen.

Schauen wir uns zunächst einmal die Hauptaktionen an. Damit eine Hauptaktion genutzt werden kann, muss der Spieler mindestens einen Würfel ins Spiel bringen. Die Anzahl der Würfel ist dabei an die Aktion gekoppelt. Wurde eine Aktion in einer Runde noch nicht genutzt, so ist der Einsatz der Würfel kostenfrei. Jede weitere Nutzung ist kostenpflichtig. Der Spieler zahlt so viel Geld an die Bank wie sein kleinster, eingesetzter Würfel Augen zeigt. Jeder Spieler kann jede Aktion nur einmal ausführen, außer er ist im Besitz von schwarzen oder weißen Würfel, denn jede Würfelfarbe darf nur einmal innerhalb einer Runde für eine Aktion eingesetzt werden.

5 Geld nehmen: Der Spieler erhält fünf Geld aus der Bank. An dem zweiten mal kostet die Nutzung der Bank Geld, welches vorher bezahlt werden muss.

Zum Markt gehen: Auf dem Markt können Kamele oder Waren erworben werden. Der Spieler entscheidet sich für einen Stand und legt dort die geforderte Anzahl Würfel ab. Die kleinste Augenzahl der angelegten Würfel legt über einen abgebildeten Schlüssel fest wie viele Waren oder Kamele und mitunter zusätzliches Geld oder Reiseschritte man an diesem Marktstand erhält. Der Spieler kann sich freiwillig für eine schlechtere Postion entscheiden. So gibt es zum Beispiel für eine sechs vier Pfeffer. Der Spieler kann sich aber auch für den Ertrag entscheiden, den er bei einer fünf bekommen hätte, was in diesem Fall drei Pfeffer und ein Goldstück wären. Die vier Marktstände gelten als eigenständige Aktionen. Erst wenn ein und derselbe Stand in einer Runde zum zweiten mal genutzt wird, fallen Kosten an.

Die Gunst des Khan: Diese Aktion kann in einer Runde maximal viermal genutzt werden. Beim ersten Mal, wird ein Würfel mit beliebiger Würfelzahl abgelegt. Jedes weitere mal muss eine Würfelzahl abgelegt werden, die mindestens den Wert des zuvor abgelegten Würfels zeigt. Hierbei müssen keine Gelder an die Bank gezahlt werden. Entscheidet sich ein Spieler für diese Aktion, so erhält er eine Ware seiner Wahl, sowie zwei Kamele.

Aufträge nehmen: Für diese Aktion muss ein Würfel abgegeben werden. Die Augenzahl bestimmt aus welchen Auftragskärtchen der Spieler wählen darf, da die Aufträge auf Feldern liegen, die von eins bis sechs durchnummeriert sind. Der Spieler darf nun einen oder zwei Aufträge nehmen die auf Feldern liegen, die gleich oder kleiner der Würfelaugenzahl sind. Nimmt der Spieler einen Auftrag vom fünften oder sechsten Feld so erhält er zusätzlich noch Geld und Kamele. Auf seinem Tableau hat der Spieler nur Platz für maximal zwei Aufträge. Sind diese Felder belegt, so muss er Aufträge abwerfen, bevor er die Aktion ausführt. Am Ende der Aktion werden die Aufträge auf dem Spielbrett in Richtung von Feld Eins aufgerückt und die leeren Felder mit neuen Aufträgen belegt. 

Reisen: Um zu Reisen muss der Spieler zwei Würfel einsetzen. Die kleine Augenzahl bestimmt, über einen Schlüssel, wie viele Felder die Figur maximal reisen darf und wie hoch die Reisekosten sind. Die eigene Spielfigur reist dabei über Wege in die angrenzenden Oasen und Städte. Auf einigen Wegen sind Geldbeträge oder Kamele abgebildet. Damit der Spieler die Reiseaktion ausführen darf, muss er zusätzlich, das auf den Wegen angegebene Geld, bzw, die geforderten Kamele an die Bank abgeben. Ansonsten darf er über diese Wege nicht reisen. Endet seine Reise in einer kleinen Stadt so baut er einen Handelposten und erhält sofort den dort abgebildeten Bonus. Endet seine Reise in einer großen Stadt, so setzt er dort ebenfalls einen Handelsposten und kann ab sofort die Aktionsmöglichkeiten der Stadt nutzen. Außerdem erhält der Spieler, der als erster eine große Stadt erreicht, den dort angegeben Kontorbonus. Erreicht ein Spieler die Stadt Bejing, so erhält er am Spielende dafür zusätzliche Siegpunke. Bringt ein Spieler seinen achten, bzw. neunten Handelsposten auf das Spielbrett so gibt es ebenfalls zusätzliche Siegpunkte. In jeder Stadt darf von einem Spieler auch nur ein Handelsposten gebaut werden.

Stadtkartenaktionen: In jeder großen Stadt liegt mindestens eine Karte mit einer Zusatzaktion aus. Sobald ein Spieler einen Handelsposten in einer Großstadt installiert hat, kann er diese Stadtaktion nutzen indem er einen Würfel darauf ablegt. Stadtaktionen können in einer Runde nur genau einmal genutzt werden. In der Regel gibt die Augenzahl des Würfels an, wie oft diese Aktion jetzt genutzt werden kann.
Folgende Nebenaktionen sind möglich und können in beliebiger Anzahl vor und auch nach einer Hauptaktion genutzt werden.

Auftrag erfüllen:Auf jedem Auftrag ist links zu sehen, welche Ressourcen abzugeben sind, damit man den rechts stehenden Ertrag erhält. Hat ein Spieler alle benötigten Waren oder Kamele auf seinem Spielertableau, so gibt er diese in den Vorrat zurück und erhält daraufhin sofort die dort abgebildeten Ressourcen, Gelder und Siegpunkte. Auch Reiseschritte sind möglich. Zusatzkosten müssen dennoch bezahlt werden. Erreicht man mit dem Zielfeld eine neue Stadt, darf dort ein Handelsposten errichtet werden. Erledigte Aufträge werden gesondert auf dem Spielertableau gesammelt.

3 Geld nehmen: Gegen Abgabe eines Würfels erhält man drei Geld.

1 Würfel neu würfeln: Gegen Abgabe eines Kamels darf der Spieler genau einen Würfel neu würfeln.

1 Würfel verändern: Gegen Abgabe von zwei Kamelen darf der Spieler bei einem Würfel die Augenzahl um einen Punkt nach oben oder nach unten verändern.

1 schwarzen Würfel nehmen: Gegen Abgabe von drei Kamelen darf sich der Spieler einen Bonuswürfel kaufen. Die Anzahl der schwarzen Würfel sind in einer Runde begrenzt.  Ein Spieler darf pro Runde nur einen schwarzen Würfel erwerben. Nach dem Kauf wird der Würfel gewürfelt und kann für eine Aktion genutzt werden.
Hat der Spieler seine Hauptaktion genutzt und möchte nun keine weiteren Nebenaktionen mehr zu nutzen, kommt der nächste Spieler an die Reihe. Kann ein Spieler keine Hauptaktion mehr nutzen muss er passen und scheidet aus der laufenden Runde aus. Haben alle Spieler gepasst, endet die Runde.

Nun werden die Vorbereitungen für die nächste Runde getroffen. Startspieler der Folgerunde ist der Spieler, der als letzter Spieler die Aktion Reise ausgewählt hat. Alle Spieler, die in kleinen Städten einen Handelsposten stehen haben, erhalten nun den dort angegebenen Bonus. Die Spieler erhalten ihre eigenen Würfel zurück und würfeln diese erneut. Zeigen sie in Summe weniger als 15 Punkte, so bekommt der Spieler für jeden Punkt Differenz zur 15 ein Geld oder ein Kamel (dieses gilt auch für den Wurf, vor der ersten Runde). Schwarze Würfel gehen zurück in den Vorrat. Außerdem werden die aktuellen Auftrage auf dem Spielbrett entfernt und durch neue Aufträge ersetzt.

Das Spiel endet nach dem Ende der fünften Runde. Folgende Siegpunkte werden nun noch vergeben.
Es gewinnt der Spieler, der in Summe die meisten Punkte sammeln konnte.
(Superfred 05.08.15)

Weitere Infos:
- Die Homepage von Hans im Glück

Superfred vergibt 9 von 10 Punkten:
Auf den Spuren von Marco Polo ist ein tolles, anspruchvolles Spiel für den Spielefreak. Der Umfang der Regeln und der darin aufgezeigten Aktionsmöglichkeiten zeigt schnell, dass es sich hierbei um ein Spiel handelt in dem der Spieler wieder einmal viel, viel mehr machen möchte als er letztendlich mit seinen Würfeln machen kann. Genau mit seinen Würfeln. Denn zu Beginn einer Runde würfelt jeder Spieler mit fünf Würfeln, deren Augenzahlen darüber bestimmen, wie man seine Aktionen am bestens plant. Also alles großer Zufall? Mitnichten. Sicher haben die Augenzahlen einen gewissen Einfluss auf die möglichen Aktionen, aber spielentscheidend sind sie bei weitem nicht, immerhin kann man für ein lausiges Kamel einen Würfel neu würfeln oder für zwei Kamele das Würfelergebnis leicht ändern. Somit sollte man also immer genügend Kamele haben. Und natürlich auch andere Waren. Und natürlich auch Geld. Auf den Spuren von Marco Polo ist ein tolles Konstrukt aus vielen bekannten Mechanismen, die wir alle schon mal gesehen haben, die sich aber hier zu einem hervorragenden Ganzen zusammen fügen. Man hat eine Spielfigur, die sich über ein Gebiet bewegt, bestimmte Stellen markiert und Boni einsammelt. Nebenbei kauft man verschieden Waren und erfüllt Aufträge. Alles bringt natürlich Punkte und von allem ist natürlich viel zu wenig da. Soweit wäre Auf den Spuren von Marco Polo bereits schon ein unterhaltsames Spiel, welches viele Stunden Spielspass bringt. Aber das Spiel setzt noch einen drauf und macht aus einen guten Spiel ein extrem gutes Spiel. Denn jeder Spieler bekommt zu Beginn einen Charakter der eine Eigenschaft mitbringt, und die dem Spieler dadurch auch in eine gewisse Spielweise zwängt. Am Anfang denkt man schnell, dass manche Charaktere übermächtig sind. So gibt es zum Beispiel Rashid ad-Din Sinan, der nicht würfelt, sondern seine Würfelergebnisse selber legt, wie es ihm gerade passt, Matteo Polo bekommt immer einen zusätzlichen Würfel und damit in der Regeln auch immer eine Aktion pro Runde mehr als die anderen Spieler oder Berke Khan, der immer jede Aktion kostenlos nutzen kann, auch wenn andere vor ihm die Aktion schon gewählt hatten. Die Erfahrung gerade im Zweierspiel zeigt das man mit jeder Figur gegen jede andere Figur gewinnen kann. Hierzu muss man die Stärken und Schwächen der Figuren kennen und auch den jedesmal neu gebildeten Spielaufbau bewerten. Welche Städte geben welche Boni und lohnt es sich schnell auf die Reise zu gehen oer sollte man lieber schnell Rohstoffe für die Aufträge sammeln. Wie man sieht, ist Auf den Spuren von Marco Polo ein extrem vielschichtiges Spiel mit dutzenden Möglichkeiten, das auch auf lange Zeit abwechslungsreich bleibt. Dennoch sei aber auch etwas Kritik genannt. Im Spiel zu viert ist es schwierig die Charaktere optimal zu nutzen ohne einzelnen Mitspielern unfreiwillig einen positiven Nutzen zu geben. Dieses gleicht sich aber bei erfahrenen Mitspielern relativ gut aus. Was aber überhaupt nicht verständlich ist, ist die Regel, dass der Startspieler derjenige Spieler ist, der als letzter gereist ist - was ja grundsätzlich auch noch ok ist. Im Viererspiel heisst das, dass alleine die Sitzreihenfolge über die weiteren Plätze entscheidet. Und wenn ein Spieler gern und oft reist und man rechts von diesem Spieler sitzt, man immer erst als letzter in die Runde einsteigt. Das hätte doch besser gelöst werden können. Trotzdem bleibt Auf den Spuren von Marco Polo der Überflieger dieses Spielejahrgangs und wird sicher auch den Deutschen Spielepreis gewinnen. Im Handel ist dieses Spiel für rund 40 Euro erhältlich.

Mini-Erweiterung zu Auf den Spuren von Marco Polo: Bislang gibt es eine Mini-Erweiterung zu dem Spiel Auf den Spuren von Marco Polo.
Auf den Spuren von Marco Polo:
Die neuen Charaktere


Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: z.B. Spielemesse Essen 2015

Inhalt: 4 Charaktere (Khan Arghun, Altan Ord, Gunj Kököchin, Fratre Nicolao) - 1 Charakter Zusatzplättchen - 1 Stadtbonus-Marker - 4 Aufträge - 15 Geschenke

Mit der Erweiterung kommen neben den vier neuen Charakteren auch noch Geschenke ins Spiel, die der Spieler über den Charakter Fratre Nicolao, über Aufträge oder über einen Stadtbonus erhalten kann. Geschenke mit einem Blitz müssen sofort gegen den abgebildeten Bonus getauscht werden, Geschenke ohne Blitz können zu einem beliebigen Zeitpunkt eingetauscht werden.


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